9260 Digitalanzeige defekt

      9260 Digitalanzeige defekt

      Hallo zusammen bei meinem 9260 löst immer die 800 mA Sicherung SI631 aus .
      Ich habe jetzt die Ursache gefunden der Kondensator C633 hat einen Kurzschluss.
      Meine Frage welche Bauteile sollte ich daraufhin noch überprüfen ?

      Das Gerät ist momentan komplett zerlegt da ich es komplett revidieren möchte

      Für Antworten wäre ich dankbar
      Hi Oliver,

      C 633 mit 4700 uF bei 16 V --- wenn der einen Schluss hat, würde ich zunächst nur den ersetzen und
      schauen, ob alles im Prinzip wieder geht. Man sollte "Reparatur" und "Revision" in zwei Schritten vornehmen, sonst ist es hinterher evtl. nicht mehr nachvollziehbar, was nun wofür der Grund war ...

      Beim Ersatz dieses Elkos würde ich auch generell eher etwas Reserve einbauen, und einen Typ mit 25 V wählen. Der originale Elko hatte sicher eher etwas mehr Kapazität als angegeben, und sicher eine höhere Spannungsfestigkeit als 16 V. Ich würde da also entweder 4700 uF/25 V einsetzen, dabei mit nachgemessener Kapazität, oder sogar 6800 uF/25 V. Hintergrund: Moderne Elkos mit 4700 uF haben oft schon neu deutlich weniger, ich messe oft nur 4200 ... 4300 uF. Das reicht zwar auch, aber der Originalelko wird eher so um die 5000 ... 5500 uF gehabt haben, und ein klein wenig mehr schadet nicht. Moderne Elkos mit 6800 uF haben zuweilen nur knapp über 6000 zu bieten --- was dann recht nahe am Original wäre. Ist
      natürlich Geschmacksache ...

      Besten Gruss,

      Michael

      p.s.: Wichtig: Auch den Gleichrichter messen, nicht dass der Schaden genommen hat ...
      Hallo Michael
      Danke für die Antwort ich habe einen 4700 mf
      25 Volt bestellt .
      Auch habe ich die Elkos der Endstufen Netzteile die original 3300mf haben , durch 4700mf ersetzt dürfte nicht schaden.
      Ich würde auch alle Tantals durch wima mks2 Folien Kondensatoren ersetzen zumindest die im Signalweg.
      Der Selen Gleichrichter wird durch Silizium Typ ersetzt.
      Die Trimmpotis werden alle ersetzt .
      Ich gehe noch einen Schritt weiter wie Andreas.
      Ich möchte garnicht wissen wieviele Trimmpotis schon durch sinnloses Gefummel erst kaputt gemacht wurden.

      Dann treten die genannten Probleme überhaupt erst ein, dann muß auf Biegen und Brechen nicht nur der Stromlaufplan sondern ein ausführliches, komplettes, womöglich auch ein die Werksgrundeinstellung betreffendes Service-Manual des Herstellers herbeigezaubert werden. Das ist insbesondere bei manchen ausländischen Provenienzen von Geräten schwer bis unmöglich zu beziehen und das Gerät kann dem Müllcontainer übereignet werden oder mit reduziertem Anspruch noch so ein wenig vor sich hin dudeln.

      Was, im Grundsatz und Kern, ist denn überhaupt so ein Trimmpoti?
      Das ist ein Spannungsteiler oder veränderbarer Widerstand der im Hauptzweck für die einmalige Einrichtarbeit eines Geräte im Herstellerwerk verstellt werden kann. Ein Prüfautomat zeigt dann dem Prüftechniker an das die Einstellung ok ist und dann wird das Trimmpoti im Idealfall nie wieder angefaßt.
      Dementsprechend ist die simpel aussehende Ausführung des Trimmpotis. Es ist in der Regel überhaupt nicht geeignet vielfach verstellt zu werden. Es gibt andere, besser in der Drehbewegung und Kontaktübergabe stabilisierte Potis für wiederkehrende Einstellzwecke (Klangsteller, BIAS-Pegel, usw.).

      Altert so ein Trimmpoti dann geht es manchmal fest, es überzieht sich mit einer Oxydschicht unter der die Einstellung hält solange man es nicht berührt oder an ihm rumdreht. Es ist dann ein fester Spannungsteiler. Die Ausnahmefälle in denen sich ein Wackelkontakt einstellt oder nach einer nie so lange geplanten standzeit der Schleifer wackelig wird erwähne ich nicht. Oft treten diese Probleme im Benutzeralltag eh nicht auf , weil die im geschlossenen Gerät befindlichen Trimmer nicht in ihrer Struktur bewegt werden. Wenn dann einer aufmacht, die Leiterplatte abpinselt, abputzt, aus Spaß an den Trimmern herumorgelt ist es passiert, das Trimmpoti gibt auf und verändert den im Werk festgelegten Einstellpunkt.
      Gleiches passiert, wenn bspw. in einer Endstufe eine Reparatur erfolgt und das Ruhestrom-Poti verdreht werden muß damit die neuen Transistoren in den Arbeitspunkt kommen. Wer solche Reparaturen fachgerecht ausführt der kennt das aber, der kann sich behelfen.

      Was nie verkehrt sein kann, ist das man vor einem Eingriff den Widerstandswert ausmißt, den Istwert den das Trimmpoti einstellt ausmißt, bei neuwertigen Geräten - nach der Oxydation hat das keinen Sinn mehr, mit einwandfreien Trimmern und marginalen Arbeiten die Stellung des Zeigers, des Verstellschlitzes oder sonstige erhabene Markierung mit einem nicht verwischenden Filzstift markiert.

      Und das allerwichtigste ist das man den Spieltrieb bremst. Niemand hat such nur das geringste Vergnügen daran ein verkurbeltes Gerät wieder einzurichten. Nur eine begrenzte Klientel hat heutzutage überhaupt noch die Möglichkeiten und das spezielle Wissen konkret und für viele Geräte und immer anders, die ideale Einstellung wieder zu finden und die Intension des Hersteller bei bestimmten Einstellungen zu erahnen und wieder zu erreichen.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Oliver,

      P2046 ist für die Stereoschwelle zuständig, bestimmt also, ab welcher Feldstärke der Stereodecoder zu arbeiten beginnt.
      Solche Informationen, und vor allem, wie man eine korrekte Einstellung vornimmt, welche Messgeräte man braucht..., stehen im Servicemanual für die jeweiligen Geräte. Das ist empfehlenswerte Lektüre für jeden, der mehr als nur ein paar Bauteile tauschen möchte. Es ist im Web frei verfügbar und leicht zu finden.
      Trimmer tausche ich immer nur nach Befund, das heißt, falls das Messing der Schleifer spröde geworden oder falls die Schleiferhalterung aus Kunststoff gefertigt ist. Der Kunststoff wird durch Verflüchtigung der Weichmacher gerne mal brüchig.

      Wie so oft, ist auch der grundsätzliche Tausch der Trimmer Ermessenssache, manch einer fühlt sich halt mit einer neuen gekapselten Version wohler. Dabei zu beachten, die Vorschreiber erwähnten es schon: Es gibt ein paar Trimmer, die kann man nur mit Stereomeßsender oder HF-Meßsender vernünftig einstellen. (rund um den Stereodecoder, auf dem FM-ZF-Baustein)
      Gegen Festwiderstände würde ich nicht tauschen, es ist viel zu viel Fummelei, mit E12- oder E24-Reihen die korrekte Teilung aufzubauen.

      Viele Grüße,
      Christian
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Kleine Ergänzung: Es gibt offene Potis in den Geräten, die zwar alt aussehen, aber absolut problemlos auch weiter ihren Dienst tun, und daher nicht getauscht werden müssen. Dann gibt es andere, mit einem Plastikkern, die schlicht zerbröseln -- und da hat man dann keine Wahl. Ist in den diversen Threads gut (und mit Bildern) dokumentiert. Wenn da Potis von den kritischen Stellen dabei sind, braucht man die Geräte zur Justage --- oder ggf. Unterstützung durch die Experten auf dem Gebiet hier im Forum.

      Besten Gruss,

      Michael
      Christian hat einen wichtigen Hinweis eingeflochten, den man ruhig bedenken sollte.
      Wenn! überhaupt man ein Trimmpoti tauschen muß - Kriterien sind ja jetzt bekannt - dann ist es wirklich besser eine gute, gekapselte Ausführung ins Auge zu fassen.
      Es ist keine Reklame wenn ich dazu die PT-Serie eines bekannten deutschen Herstellers empfehle, denn ich sah schon Trimmer die beinahe genauso ausgesehen haben, aber anstelle des aufgedruckten Wertes einen Hersteller-Code besaßen. Was soll ich sagen, made in Japanesien und absoluter Schrott er schon neu Aussetzer beim Betätigen produziert.
      Für diffizile Anwendung, wenn der Hersteller bspw. einen spitzen Arbeitspunkt bei sehr weiter Varianz zwischen beiden Endanschlägen erlaubt hat - viele sind aber so schlau und begrenzen das mit Vorwiderständen auf den Hyperbelwendepunkt - kann ich nur empfehlen ein feinfühliges Mehrgang-Poti als Ersatzteil zu benutzen das eine gut geschützte Leitplastikbahn und Anschlagsbegrenzer besitzt, bspw. baut der Spezialist Burns sowas.
      Gruß Jogi
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      Hallo Oliver,

      Ja, die Wimas machen sich hier gut.

      Bei den Geräten treten oft kalte Lötstellen auf. Vor allem die Netzteilplatine und die Hauptplatinen sind dafür anfällig. Manchmal aber auch die Module. Man kann mit der Lupe die Lötaugen auf Haarrisse kontrollieren, manche löten auch komplett nach. Speziell die Anschlussleisten anschauen.

      Hast Du den Tantalkondensator auch ersetzt?

      Was für ein Trimmer ist auf dem Treibermodul verbaut? Metallkern oder Kunststoff?
      Er ist übrigens für die Nulllage der Ausgangsspannung zuständig.

      Viele Grüße
      Christian
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      Ich denke das wir die Diskussion um Tantalkondensatoren zumindest bei ähnlichen Treiebrmoduln bereits hatten, ob genau bei diesen abgebildeten? Who knows...
      Man hat sich bestimmt etwas dabei gedacht einen deutlich verlustärmeren Kondensator als einen AL-Elko da zu verbauen, das würde ich nicht durch Ersatz ändern. Wenn der Tantal funkelt - kann man mit dem Gehör testen indem man ihn eine Audioverbindung einschleift und eine Vorspannung richtig herum nach der Kennzeichnung anlegt - dann nähme ich wohl einen neuen Tantal mit gleichen Werten, eine Spannungsklasse höher als in der Stückliste angegeben. - Die Diskussion über Spannungsfestigkeit und Langzeitverhalten hatten wir ja kürzlich desöfteren.
      Gruß Jogi
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      Das µ hat außerdem den HTML-Code (kann man hier im Editor umchalten) "µ"
      den ISO-8859-1 Hex-Code "B5"
      den ISO-8859-1 Dezimal-Code "181"

      manchmal muß ich hier - keine Ahnung von was abhängig - alle Register ziehen um das µ reinzubekommen.
      HEute geht das µ schlicht und einfach so wie es soll über die Tastatur:

      µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ
      :whistling:
      Gruß Jogi
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