Pfeifton im Hintergrund/ Saba 9250 electronic

      Pfeifton im Hintergrund/ Saba 9250 electronic

      Hallo, Gemeinde
      Nun hab ich auch mal ein Problem mit einem meiner 92xx. Der 9250 hat im Betrieb ohne Lautstärke ein Pfeifen im Hintergrund auf allen Eingängen, etwa mit 600/650 Hz.
      Der Ton ist unabhängig vom Lautstärkeregler oder der Eingangs-Quelle zu vernehmen, nur wenn ich den Präsenzregler stufenweise zurücknehme, wird der Ton leiser- bis er nicht mehr zu hören ist.
      Höre ich Musik mit dem Gerät, entsprechend laut, tritt der Ton in den Hintergrund, bei leisen Passagen oder zwischen den Titeln ist er wieder zu hören. Was könnte das sein?
      Ich musste sicher einige Jahre, bis auf die Umstellung der Skalenbeleuchtung, nichts an dem Receiver machen.
      Grüße: --Hans-- fragend ?(
      Hallo Hans,
      ich kenne mich mit der Serie nicht unbedingt aus, und habe auch nur von unterwegs kurz einen Blick in den Schaltplan geworfen.
      Wenn der Pfeifton unabhängig vom Lautstärke Regler aber abhängig vom Pegelregler ist, Kann der Fehler meiner Meinung nach eigentlich nur in der Baugruppe linear Verstärker liegen. Entsprechend müssten Regler wie klang oder Balance das pfeifen beeinflussen.
      Tritt der Ton auf beiden Kanälen auf?
      Ich hoffe, ich konnte einen ersten Anhaltspunkt geben.
      Grüße, Ingmar
      Hallo Achim, Ingmar, Hans,

      Hans wird den Pegel-Stufenschalter meinen. Ingmar, Du hast das ja auch so aufgefasst. Der 9250 hat eine Präsenztaste, die die Mitten um einen festen Betrag anhebt, aber keinen Präsenzregler.

      Der Pegel-Schalter verändert nur die Amplitude des NF-Signals am Ausgang des Linear-Verstärkers II.

      Ich stimme Ingmar zu, daß das Modul "Liner-Verstärker II" zuerst unter die Lupe genommen werden sollte. Wenn dort C736/C756 "tot" sind (und/oder R737/757 hochohmig), geht die NF-Amplitude heftig rauf. Wenn Hans den Pegelschalter runterschaltet, reduziert er wieder die Amplitude, arbeitet also dem Effekt eines ausgefallenen C736 bzw. C756 entgegen.



      Gruß
      Reinhard

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      Hallo Hans,

      das habe ich noch vergessen:

      C732 und C752 können eine starke Resonanz auslösen, wenn sie leck werden. In der Simulation tritt das bei Isolationswiderstand von <80 kOhm auf, besonders im Bereich 20-60 kOhm. Messen des Widerstands dieser ausgebauten Kondensatoren einfach mit Multimeter-Widerstandsmessen reicht nicht, der Leckstrom muss bei 20-30V gemessen werden (siehe dazu: der KA60 Thread von Ingmar) oder gleich erneuern!



      Amplitude steigt im Bereich des Isolationswiderstands von 20k bis 60k stark an (in der Simulation bis 500mV !!!) und fällt oberhalb von 60kOhm fast schlagartig auf den Sollwert 10mV ab. Diese Anhebung zeigt ein breites Maximum zwischen 40Hz und 1 kHz, fällt darüber ab (bei 4 kHz -6dB gegenüber Maximum).


      Simulation:
      Sinus 600Hz, bzw. Frequenz-Sweep von 10Hz bis 100kHz, an Linearmodul II, Amplitude 2mV
      Signal am Ausgang von Linearmodul II abgebildet
      Isolationswiderstand von C732 (C752) von 20k bis 80k variiert



      Zum Vergleich:
      C732 (C752) ohne Leckstrom: Amplitude 10mV (Verstärkungsfaktor: 5)




      Eine Amplitudenverstärkung wird auch durch mangelnden Isolationswiderstand von C733 und C753 hervorgerufen. Hier wird das Maximum der Amplitude mit 60mV bei 25-30 kOhm errreicht. Der Effekt ist aber sowohl von Amplitude als auch Frequenz (nahezu frequenzunabhängig von 40Hz bis 10 kHz) weniger stark ausgeprägt als bei leck gewordenem C732 (C752).

      Hast Du schon Linearverstärker I und II gegeneinander getauscht (sind baugleich)? Was findest Du dann?



      Gruß
      Reinhard

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      Pfeifton im Hintergrund/ Saba 9250 electronic

      So hört sich das auch an, wie ein Signal aus mehreren zusammen gesetzt. Ich hab hier nen kleinen Multitester für Bauteile,
      meinst du, ich kann den für die Messungen verwenden? Den habe ich siet ein paar Monaten hier und der hat mir gute Dienste geleistet
      bisher.
      --Hans--
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      Hallo Hans,
      der Komponenten-Tester ist prinzipiell gut, eignet sich jedoch nicht für die vorgeschlagene Messmethode zur Überprüfung des Isolationswiderstands der Kondensatoren unter höherer Spannung.
      Man kann die Elkos natürlich trotzdem mal dran hängen - vielleicht findet das Gerät ja auch einen "Fehler"

      Wie ist es denn bezüglich der Kanäle? Tritt der Pfeifton links UND rechts auf, oder nur auf einer Seite? Dementsprechend ließe sich der Fehler weiter eingrenzen. Trat der Fehler plötzlich auf, oder wurde der Effekt allmählich stärker?
      Wie verhält sich das Pfeifen beim ändern von Einstellungen wie Balance oder Loudness?

      Grüße,
      Ingmar
      Hallo Hans,

      das Ding kenne ich und ist ganz nützlich. Aber leider kannst Du das nicht gebrauchen, um den Isolationswiderstand von Kondensatoren zu testen. Dieser sog. "Komponententester" kann Dir nur Hinweise bei deutlich kaputten Elkos liefern und zeigt Kapazität an (aber falsch, wenn die Kondensatoren leckstrom haben, dann wird zu grosse Kapazität angezeigt) und ESR einen Verlustwert (Vloss) bei der Ladung, der auf leckstrom deutet. Es misst aber nur bei 1-2V. Das ist zu wenig, hilft in diesem Fall nicht.Jedenfalls kannst Du nicht sicher sein, dass damit "gut" gemessene Kondensatoren auch in der Schaltung noch gut sind. Du kommst um die echte Prüfung des Isolationswiderstands bei 20V Prüfspannung nicht herum oder Du erneuerst einfach auf Verdacht.

      ich würde an Deiner Stelle auf Verdacht bei beiden Linearverstärkern C736 und C756 sowie C732 und C752 gleich zusammen erneuern und dann den 9250 wieder testen. Das ist in Hinsicht auf den Erkenntnisgewinn zur Fehlerursache zwar unbefriedigender, aber weniger zeitaufwendig als die Teile eins nach dem andern ein- und auszubauen und einzeln zu testen. Die Bauteile selbst kosten ja nur Centbeträge. Wenn der Fehler behoben ist, kann man - so man möchte - immer noch die ersetzten Teile nachträglich durchprüfen.

      Und wenn Du schon dabei bist:
      Hier im Forum wurde auch empfohlen, die "cheating" Polystyrol-Kondensatoren C2234 und C2233 (10pF) auf der NF-Hauptplatine ersatzlos zu entfernen. Die leiten am Linearverstärker I das NF-Signal vom rechten Kanal auf die Gegenkopplung vom linken und umgekehrt. Es ist kontraindiziert, die NF eines Kanals phaseninvertiert in den anderen zu mischen, nur um so messtechnisch "schönere" Übersprechdämpfung vorzugaukeln, wenn ein Testlabor die mit einem Sinus misst. SABA waren aber nicht alleine mit diesem "Trick". Diese phasenverschobene Zumischung kann unter ungünstigen Umständen die Schwingneigung vergrössern.

      Gruß
      Reinhard

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      Gut, Danke für diese wichtigen Hinweise, damit kann ich was anfangen. Als ich damals so um 2006- 2010 meine Sabas hier überholt hatte, waren lediglich die größeren und kleineren Elkos an der Reihe, einiges auf dem Signalweg hab ich dabei wohl ausgelassen und da liegt beim jetzigen Fehlerbild wohl der Hund begraben. Ich werde der Sache
      auf jeden Fall nachgehen, schon deshalb, weil ich beim gelegentlichen Musikgenuss gerne auf störende Beigeräusche im Signal verzichten kann. ;( Wie die Sache ausgegangen ist, berichte ich hier selbstverständlich.

      Grüße: --Hans--
      Frage: Hat jemand zufällig ein Bild des Linearmoduls parat? Könnte ja sein, dass ich morgen grade mal Zeit habe, mich um den Fehler zu kümmern. Bin schon heiss darauf, den Fehler zu beheben. Ich weis nur noch aus meinen alten Reparatur/Bildberichten hier dass das Linearmodul irgendwo links vorne sitzt, wenn ich richtig gesehen habe, es könnte auch mehr mittig sitzen.... ?( headscratched --Hans-
      Hallo Hans,

      wenn Du die Elkos seinerzeit ersetzt hast, glaube ich nicht, dass sie die Ursache des jetzigen Fehlers sind - vorausgesetzt, es kam einwandfreie Neuware zum Einsatz.
      Folienkondensatoren sind ohnehin optional, nichts spricht gegen Elkos einwandfreier Qualität!

      Ich würde, wenn das Gerät offen ist, zuerst einmal alle Bausteine und die Grundplatine gründlich abklopfen und an den Bausteinen rütteln. Gut möglich, dass es Wackelkontakte an den Steckerleisten gibt, oder defekte Lötstellen an den Steckerleisten auf den Bausteinen. Sowas kann die absonderlichsten Fehler auslösen...
      Eine gründliche Sichtkontrolle, mit Lupe bewaffnet, ist auch zu empfehlen.
      Achim
      Ich habe jetzt grade mal den Saba aus der Anlage rausgenommen und ins Arbeitszimmer auf den Tisch verfrachtet. Danke dir, sind gute Tips, die werde ich mal abarbeiten. Es sind damals neue Elkos reingekommen, normalerweise gute Qualität. Am besten, ich setze den Kopfhörer auf, während ich abklopfe etc. Der Ton ist mit etwa 600Hz hinterlegt, es ist mehr ein Sirren- hört sich daher so mehrtönig an, evtl. verschwindet es ja durch das abklopfen. Dass etwas in der Schaltung oszilliert, kann wohl nicht sein?

      Pfeifton im Hintergrund/ Saba 9250 electronic

      C736 und C756 auf dem Linearmodul hatte ich damals nicht gewechselt. Es sind Tantal- C`s, die, wie ich jetzt vermute, nach so langer Zeit wohl doch
      Schwierigkeiten machen können. Ich habe diese als Neu hier, könnte aber auch Elkos nehmen, Folien in den Werten hab ich im Moment nicht hier.
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      Aktualisierung.... die C`s sind es nicht, das Geräusch blieb erhalten, aber das Abklopfen bringt es heraus...beim anklopfen des Impulsmoduls wird der Störton
      schwächer. Die Flip-Flop Module und drum herum sind unverdächtig, also kann ich schon mal bischen eingrenzen....
      Die C2234 und 33 habe ich auch noch nicht heraus genommen, kommen noch dran.