FL70k: Ersatz für zerbröselten Schaumstoff

      FL70k: Ersatz für zerbröselten Schaumstoff

      Hallo,

      bin gerade dabei ein Paar Fl70k zu überholen. Im Inneren der Lautsprecher war jeweils eine Schaumstoffplatte (mit Ausschnitten für die Tieftöner), die leider vollkommen zerbröselt ist. Die Original-Struktur und Dicke des Schaumstoffs ist leider nicht mehr wirklich zu erkennen. Vermutlich war der mal zwischen 4 und 5 cm dick. jetzt stellt sich die Frage, womit ich den zerbröselten Schaumstoff am besten ersetze, ohne den Klang der Boxen großartig zu verändern.

      Erster Ansatz wäre, die Lautsprecher locker mit Schafwolle zu stopfen und hinter den Tieftönern Platz zu lassen.

      Zweiter Ansatz wäre, den Schaumstoff durch diesen hier zu ersetzen: schaumstofflager.de/schallschu…x-50-x-5cm-anthrazit.html

      Was ist aus Eurer Sicht zu bevorzugen? Hat eventuell jemand Erfahrung mit dem Lautsprechertyp?


      Beste Grüße und vielen Dank

      Daniel
      Hallo Daniel,

      wenn Du kein Risiko eingehen willst, ersetze die Schaumstoffplatte durch eine möglichst ähnliche.
      Wenn Du ein gutes und geschultes Gehör hast, kannst Du die Gelegenheit auch nutzen und mit verschiedenen Dämmmaterialien und -mengen experimentieren, bis die Basswiedergabe optimal ist. Das kann allerdings mühsam und zeitraubend sein.
      Mit etwas Fleiß lässt sich möglicherweise ein besseres Ergebnis erzielen. Aber oft hat der Hersteller auch gute Gründe für ein spezielles Dämmaterial und die eingebrachte Menge gehabt und sie ist das Ergebnis ausgiebiger Messungen.

      Bei der Verwendung von faserigen Dämmstoffen aller Art ist darauf zu achten, dass nach hinten offene Chassis ggf. mit dünnem Gewebe abgedeckt werden sollten, um das Eindringen von Fasern zu verhindern.

      Ein Blick auf die Bauteile der Frequenzweiche und deren Zustandist bei dieser Gelegenheit auch zu empfehlen.
      Achim
      Wenn ich mir diese LS-Boxen ansehe wirken sie doch ziemlich eigen auf mich.
      Die geometrische Grundform - flach, große Resonanzböden in Form von Frot- und Rückwand - ist ein Garant für Stehwellen und wilde Schwingungen.
      Das Gehäuse hat keinerlei sinnvolle Tiefe, die Baßtröten bellen im Gegenhub gegen die Frontwände.
      Mit ein bisschen Schaumstoff einfüllen ist es sicher nicht getan diese Teile zu einem Wohlklang zu bringen.
      (Man möge mich nötigenfalls korrigieren, ich sah sie nur auf einem Internetbild und nicht live und da sehen sie platt aus wie Küchentisch-Schubladen)

      Eine gewisse Verbesserung sehe ich darin wenn man die Front und Rück -Wand, ich hoffe das die wenigstens nicht selber mitschwingen aufgrund ihrer ungünstigen Geometrie und nicht genügend festem Material - mit dünnem Dämmteer beklebt (Automobil- und Karosseriebau) und die gesamte Box locker mit Dämmwatte stopft, wie fest oder locker das muß man immer empirisch feststellen.

      Sind die kleinen LS hinten offen, dann gehören Abdeckungen drauf, gibt es im Handel, notfalls kann man Joghurtbecher nehmen (Inhalt vorher in den Bauch entsorgen). Die Baßsysteme würde ich mit Stoff-Hosen gegen lose Flocken von Dämmstoffen schützen.
      Gruß Jogi
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      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Daniel,

      ich vermute mal, deine Boxen haben das gleiche Zeug wie meine kleineren aus der FL-Serie.
      Da die Box ja nur im hinteren Bereich bis etwa zum Schallkorb der Basslautsprecher die Dämmung hat, kann man (oder habe ich...) Schalldämmwolle in ca. 4 cm Dicke aufgeklebt, die LS-Rundungen ausgeschnitten und gut isses.
      Der Klang ist für meine halbtauben Ohren sehr gut die schmalen Dinger, allerdings dürfen sie nie frei stehen soindern sollten immer an einer Wand hängen oder stehen.
      Heino hatte mal genau erklärt warum, es ist auch wirklich in der Tat so !

      Gruß, Dieter
      Bilder
      • innen_s.jpg

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      Der Heino, ein ganz lieber von dem ich leider nichts mehr zu lesen bekomme.

      Recht hat er, wenn er beschrieb das LS-Boxen unter vergleichbaren Rahmenumständen an einer Zimmerwand um einige dB in den Bässen anheben. Noch mehr wird es in der Zimmerecke und der Hochpunkt ist am Boden oder an der Decke in der Ecke herauszukitzeln.

      Man machte sich früher schön klingende und einfach herzustellende LS indem man eine Schallwand so zusägte, daß sie oben schräg nach unten gerichtet in der Zimmerdecke abgedichtet gegen die Wand hingen.
      Das bricht stehende Wellen, die Ecke ist eben nicht flach und parallel sondern eckig.
      Das erhebt den Baßanfall und läßt die untere Eckfrequenz sinken.
      Es spart alle nötigen Zusatzmaterialien die man einer geschlossenen Box spendieren muß.
      Es macht die Sache preiswert, die Wand ist ja von sich aus bewegungsfest und leiert nicht mit.
      Nur gut dicht muß die Übergangsstelle gemacht werden, dann klappts.
      Gruß Jogi
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      Hallo in die Runde,

      ich wäre mit der erneuten Verwendung von Schaumstoff vorsichtig. Die meisten heutigen Schaumstoffe halten deutlich weniger lang als die damaligen, sie verändern sich in wenigen Jahren, wobei sie nicht wie früher spröde werden sondern sich in eine klebrige Pampe verwandeln. Die übliche Steinwolle ist allerdings für den geringen in der Flachbox vorhandenen Raum sicherlich nicht dicht genug. Dicke Textilmatten dürften geeignet sein.

      VG Stefan
      Hallo liebe Mitstreiter,

      zunächst ein ganz herzliches Dankeschön für die vielen Antworten und Eure Hilfe!

      Vielleicht ganz kurz zum Klang: Ich mag nicht sonderlich verwöhnt sein, da ich nur mit gut abgehangenen Vintage-Lautsprechern höre - allerdings klangen die ungeöffneten FL70K auch im Vergleich zu meinen Braun L710 für ihre Größe ganz hervorragend. Wenn ich es richtig sehe, dann ist die FL70k eigentlich bis auf das Volumen identisch mit der 70k, die wiederum der schon guten Braun L710 gar nicht so unähnlich sind (man möge mich hier bitte korrigieren, falls ich falsch liege). Allerdings müssen die Lautsprecher zwingend an der Wand platziert werden. Sonst wird der Bass tatsächlich dünn.

      Die Boxen geöffnet habe ich wegen eines Klapperns und Schepperns, was durch nicht mehr verklebte Teile der Frequenzweiche verursacht wurde. Verursacht wurde das, wie beim Öffnen der Box klar wurde, durch nicht mehr fest verklebte teile der Frequenzweiche. In der Box war tatsächlich ein Schaumstoff ähnlichen Erhaltungszustands wie der auf dem Bild von deltamike55 (Dieter). Nur war der in den Fl70k schwarz und zusätzlich leider auch klebrig - eine ziemliche Sauerei.

      Meine Holde hat beruflich viel mit Wolle zu tun, deswegen liegen hier sowieso einige Packen extra langstapeliger (flust nicht so stark) und gewaschener Wolle rum. Das könnte ich also ohne großen Aufwand in unterschiedlichen Dichten probieren. Falls das klanglich aber komplett in die falsche Richtung geht, würde ich auf Schaumstoff gehen, um das von Achim angesprochene "Dauertesten" zu umgehen. Deshalb zwei Fragen:
      • Was zur Abdeckung bzw. zum Schutz der Chassis vor Fasern etc. nutzen? Joghurtbecher wurden von Jogi angesprochen. Gibt es Alternativen bzw. was nimmt man für die Tieftöner. Hier schaut es so aus als hätte Saba bei den IVa eine Art Stoff genommen: ronaldstroehlein.de/saba-4-iv/
      • Wie dichtet ihr die Lautsprecher ab? Bei den FL70k war eine Art doppelseitiges und nicht mehr klebriges Klebeband zwischen Rückwand und Lautsprecher-Korpus. Kann man stattdessen, gerade weil ich da noch ein wenig mit der Dämmung herumexperimentieren muss, auch z.B. Fensterdichtband aus Gummi oder Schaumstoff nehmen: tesa.com/de-de/buero-und-zuhau…olieren/fenster-abdichten

      Beste Grüße aus Berlin und besten Dank

      Daniel
      Flach-LS-Boxen waren eine Modeerscheinung, ebenso eine Konzession an die Damen mit ihren Vorstellungen von unsichtbaren technischen Gerätschaften im Wohnzimmer.

      Akustisch sind sie suboptimal.

      Aber wie man sieht konnte SABA dennoch etwas daraus machen und hat nicht mit Zückerchen gespart.
      Ovales Doppelkonussystem und ein Spielding zum dran herumdrehen inklusive.

      Teilweise hab ich ja schon auf die Besonderheiten solcher Konstruktionen hingewiesen, die im Vergleich zu den Seiten viel zu präsenten und für den Klang ausschlaggebenden Rück- und Frontwände sind ein Manko das es zu kaschieren gilt. Sie müssen dringend mechanisch schwingsicher sein. Wackeln sie herum und tanzen im Rythmus der Bässe dann hört sich das an wie Bierbauch im Wellenbad.

      Ergo würde ich beim Ruhigstellen keine Kompromisse eingehen, aber da beschrieb ich schon wie man das macht:

      .....mit dünnem Dämmteer beklebt (Automobil- und Karosseriebau) und die gesamte Box mit Dämmwatte stopft, wie fest oder locker das muß man immer empirisch feststellen.....


      Alle anderen Füllstoffe sind logischerweise abzulehnen, schön konservativ bleiben.

      Solche Boxen werden regelrecht aus dem Leim geballert im Laufe der Jahre, sie sinddann undicht.
      Dagegen geht man an indem man alle Kanten von innen her dick einleimt und mit passend geschnitzten Viertelstäben versieht. Kitten hat man früher gemacht, hat auch nicht lange gehalten, in solchen Boxen herrscht Preßluft, zumal wenn die Dämmatte schon flüssig ist.

      Wie man die kleinen Systeme nach hinten schützt habe ich auch schon zum Besten gegeben:

      Sind die kleinen LS hinten offen, dann gehören Abdeckungen drauf, gibt es im Handel, notfalls kann man Joghurtbecher nehmen (Inhalt vorher in den Bauch entsorgen). Die Baßsysteme würde ich mit Stoff-Hosen gegen lose Flocken von Dämmstoffen schützen.


      Der Höhenregler - eigentlich heißt er korrekt -steller da er nichts autark über eine Regelvorrichtung regelt, sondern man damit etwas (ver)stellt - seis drum - verändert nach meinem Kenntnisstand lediglich die Reaktanz im Hochtonkreis, also verdreht man mit ihm die Übernahmefrequenz und die Lautstärke des HT. Ein üblich sinnloses Tun, Profiboxen bekommen für saubere reaktanzveränderungen einen sog. L-Steller verpaßt (kostet in Ausführung optimal mehr als so ein Böxlein). Das ist also der Spielknopf für den Hobbypiloten im Wohnzimmer.

      Allerdings hat er hier doch eine gewisse Restfunktionalität, man kann damit die Box, die starr an die Wand getackert gehört und die somit kaum einen idealen Abhörplatz im Raum ermöglicht ein wenig heller trimmen, Erfolg ist wie von vielen - auch einigen hier - angemerkt das sich zwar nicht der Abstrahlwinkel erweitert, aber die Höhen dafür elektrisch angehoben werden.
      Man kann ihn nach dieser Theorie problemlos totlegen und auf Minimaldurchgangs-Widerstand löten.


      Nochmal zum repetieren:
      - Nur erprobte Füllwatte nehmen, stopfen nach Gehör, eher locker beginnen, fest wird es dann mit jedem Hörtest von selber.
      - So eine Box ist für die Wand, da muß sie dicht dran sein, am Besten noch in einer Ecke oder einer Wandeinlassung, ohne Wand kein richtiger Tiefbaß.
      - Brillianz-Steller ist eh immer voll auf, somit redundant, aber damit es original aussieht.....
      - Bude ordentlich verleimten an allen Übergangsstellen und festigen durch kleine Hölzer im Leim.
      - Kleinmembranen nicht vom Baß zermalmen lassen, schützen.



      /
      Manchmal werde ich das dumme Gefühl einfach nicht los, hier in einem nach außen dichten Echoraum zu schreiben, man liest offenbar nicht detailliert und reagiert auch nicht auf Anmerkungen, die spätere Fragen schon beantwortet haben.

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      Was den Klangeindruck angeht, kann ich keinen Muck dazu sagen, mir stehen diese Boxen nicht zur Verfügung.
      Gruß Jogi
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