Zweites Tapedeck aus einem UHC9941

      Zweites Tapedeck aus einem UHC9941

      Hallo zusammen,

      Nachdem das erste Tapedeck aus einem meiner UHC9941 nun repariert ist, möchte ich mich in nächster Zeit dem Tapedeck meines zweiten UHC9941 widmen.
      Es ist noch in komplett jungfräulichem Zustand.
      Wie von Achim im anderen Thread angemerkt wurde, sieht es hier mit der schiefen Bestückung sehr schlimm aus. Auch die Beinchen auf der einzelnen Bauteile sind häufig umgebogen. Auf den folgenden Bildern ist das sehr gut zu erkennen.





      Das Tapedeck hat ein komisches Verhalten. Sobald es eingebaut ist, stehen die beiden Aussteuerungsanzeigen ziemlich genau beim Mittelwert. Das Tapedeck muss dafür nicht einmal eingeschaltet sein, geschweige denn eine Kassette wiedergeben.
      Drückt man Play, so gehen beide Anzeigen auf Vollausschlag. Es spielt keine Rolle, ob überhaupt eine Kassette eingelegt ist.
      Die Wiedergabe an sich funktioniert noch. Aufnahme und Dolby habe ich nicht getestet.

      Wie man hier sehen kann haben viele der Kondensatoren ihr besten Tage hinter sich:




      Dieser Tantalkondensator ist wohl auch nicht mehr ganz so fit:



      Auf Grund der kaputten Elkos würde ich diese zuerst tauschen und sollte danach noch etwas nicht funktionieren systematisch auf Fehlersuche gehen.
      Würdet ihr das ebenso machen, oder empfehlt ihr mir mit einer Suche nach den Fehlerursachen zu beginnen?
      Gruß Alex
      Hallo Alex,

      ich würde erst mal die fraglichen Kondensatoren prüfen. Weißt Du, wie das geht? Dann würde ich die Lötstellen anschauen, ob es Risse, schlecht benetzte Stellen oder nicht eingelötete Beinchen gibt, zu lange kürzen, so wie Michael schon schrieb. Noch einen Blick auf die Trimmwiderstände und dann kann's mit der Fehlersuche losgehen...

      Viele Grüße,
      Christian
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      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Hai Alex,
      deine Wißbegirde erfreut mich jeden Tag.

      Ich würde auf jeden Fall zuerst die vielen potentiellen Kurzschlußkandidaten bezähmen, abkneifen.
      Mit dem Drahtschneider, nicht mit der Kneifzange. Aufpassen wo die hin flitschen, die richten gerne Unheil an.

      Den Eindruck als sei ein Hahn über die Bestückungsseite gestolpert teile ich.

      Bei deinen Elkos in den Bildern meine ich aufgewölbte (C2491?) zu erkennen, damit mache ich beim reinen Reparieren kein Federlesen, tausche ich aus, die C-Messung mit einem Multimeter ist da wenig aussagekräftig.
      Die Anhaftungen an den AL-Elkos sehenunverdächtig aus, für negativ einzuordnendes Exsudat ist mir das zu farbig, oft ist Klebstoff von solcher Erscheinung.

      Was ich bei den Tantal-Elkos sehe kann ich so nicht einordnen, was ich nicht sehe - nämlich Risse oder Aufplatzungen - spricht dem ersten Anschein nach nicht für Problemfälle.

      Ansonsten, bei unauffällig aussehenden Elkos, müßte man jeden an einer Seite auslöten und messen, ich tue mir solcherart Beschäftigungstherapie nur an, wenn es nachweislich Betriebsstörungen gibt und grenze dann natürlich den Schaltungsteil ein, indem es hakt. Ich hege niemals Generalverdachte ohne diese beiden Flügel (Aussehen und Funktion der jew. Stufe), dafür ist mir meine Zeit zu schade.
      Wer gerne basteln und dabei lernen will, kann ja welche, oder alle auslöten und durch Testreihen schicken, in erster Linie sollten sie kontinent sein beim Gehäuse wie bei der Ohmmeter-Messung (höchster Ohm-Bereich oder 2MOhm, zügig bis auf unendlich zurückgehender Ersatzinnenwiderstand), die C-Messung kann man rein informativ machen, aber ohne Blindwut und Genauigkeitsfanatismus. Oft ist der Aussagewert aber Null, es wird reiner Müll angezeigt. Das ist bei meinen handelsüblichen Multimetern genauso und prinzipbedingt.

      An den Filterblöcken würde ich nicht ohne Grund herumlöten, das Innere nimmt schnell Schaden.

      Die Trimmpotis sehen nicht gut aus.
      Drin bleiben dürfen die (bei mir) nur wenn man sie nicht betätigen muß und es zu keiner Betriebsstörung diesbezüglich kommt. Ansonsten, alle Widerstände in alle Richtungen messen, Position des Schleifers mit Lack festlegen, sehr vorsichtig und zerstörungsfrei auslöten, wieder alle Pins nachmessen, gekapselten Ersatz gleicher Größe besorgen, akribisch die aufgeschriebenen werte daran nachstellen, einlöten, nochmal Justierwerte prüfen, fertig. Ist der Betrieb nun normal gegeben war es das, gibt es Abgleichbedarf, dann erstmal einen Nachgleich der Justage versuchen, im Zweifel und den würde ich mir sehr genau überlegen, muß eine Grundeinstellung ins Auge gefaßt werden. Aufgrund diverser Probleme ist das die am meisten zu vermeidende Arbeit, weil die Werkseinstellung bei aller Akribie nur mit sehr viel Schweiß auf der Stirn und manchmal garnicht mehr herstellbar ist. Nicht weil das elektrisch nicht ginge, sondern weil man weitgehend in der Luft hängt dabei, das ist reine Konsumerelektronik, weit entfernt von optimal justierbar.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo zusammen,

      das wird dann wohl noch etwas dauern, bis ich mich konkret auf Fehlersuche machen kann. Bei uns in der Stadt gibt es leider keinen Händler mehr, der die in Frage kommenden Elkos im Sortiment hat und ich möchte nicht zigmal Bestellen müssen. Da mache ich mir vorher lieber eine schöne Liste mit den fragwürdigen Kandidaten und bestelle die allesamt. Dafür muss ich aber erstmal messen, welche Kandidaten fragwürdig sind.
      Da ich bis 25.02 Klausuren habe, weiß ich nicht, ob es sich bis dahin ausgeht alle durchzumessen.
      Also bitte nicht wundern, wenn ich mich erst in zwei bis drei Wochen melde. Ich bleibe dran!
      Gruß Alex
      So, gestern war endlich Zeit, dass ich mit den ersten Schritten beginne.
      Ich habe die schiefen Bauteile "begradigt" und die zu langen Beinchen abgezwickt (Bilder folgen).
      Außerdem habe ich damit begonnen nach dem Grund für den Dauerausschlag der Aussteuerungsinstrumente zu suchen. (Zur Erinnerung: Beide Anzeigen schlagen immer ca. 50% aus, selbst wenn das Kassettendeck ausgeschaltet ist)
      Ich habe also den Grund für die Spannung, die an den Instrumenten anliegt eingegrenzt. Die Spannung kommt über AX bzw AS zu den Anzeigen. Nach einseitigem Ablöten von R2559 bzw R2560 lässt sich der Ausschlag der Instrumente für jede Seite einzeln abstellen.
      Da die Fehlerspannung an beiden Instrumenten anliegt, werde ich die kommenden Tage Rund um T2491 mit der Fehlersuche weitermachen.



      Soweit der aktuelle Stand. Ich melde mich, wenn ich etwas neues weiß oder wenn ich nicht mehr weiterkomme.
      Gruß Alex
      Hallo zusammen,

      ich konnte die Fehlerquelle weiter eingrenzen.
      Durch Auslöten von R2559 verschwindet der Fehler ja einseitig, also habe ich testweise auch R2500 ausgelötet. Der Fehler tritt allerdings ohne R2500 unverändert auf, sodass die Spannung, die die Aussteuerungsinstrumente ausschlagen lässt über AR bzw. AN kommen muss.



      Folgende Grafik zeigt, wohin AR führt:



      Ich habe also zuerst gemessen, ob die Spannungen +1a und -5a an IS2401 richtig anliegen.
      +1a liegt an, -5a allerdings nicht. Stattdessen sind +1,7V gegen Masse zu messen.
      Ich werde die nächsten Tage also genau dort ansetzen und ermitteln, warum -5a nicht vorhanden ist.

      Sobald ich mehr weiß berichte ich wieder.
      Gruß Alex
      Hallo Alex,

      auf der Schalterplatte (wo die Bandsortenschalter auch sind) über den 1k Widerstand R2213 und gepuffert mit C2211 (47µF) aus der Spannung -5 (-27V), die vom blauen Draht kommt.

      Auf dem Entzerrer Modul wird dann aus -5a (-8V) über einen 100 Ohm Widerstand und danach eine Zenerdiode nach Masse die Spannung -5b (-7V) gebildet.

      Gruß
      Reinhard

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