Defekter 8080 G

      Hallo David,

      dann schalte das Gerät mal vorerst nicht ein.
      Mach ein paar gute Fotos von der Treiberplatine.
      Dann lötest Du einen Endstufentransistor nach dem anderen frei (B und E ablöten) und misst alle Strecken in beide Richtungen nach. Bei allen Vier 2N / EJ.
      Auch die Treiber (BC301...) fallen gerne aus. Auslöten und nachmessen.
      Ist bei dem stummen Kanal die Sicherung im Lautsprecherausgang (an der Rückwand) in Ordnung?

      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      nightbear schrieb:

      Hallo David,

      dann schalte das Gerät mal vorerst nicht ein.
      Mach ein paar gute Fotos von der Treiberplatine.
      Dann lötest Du einen Endstufentransistor nach dem anderen frei (B und E ablöten) und misst alle Strecken in beide Richtungen nach. Bei allen Vier 2N / EJ.
      Auch die Treiber (BC301...) fallen gerne aus. Auslöten und nachmessen.
      Ist bei dem stummen Kanal die Sicherung im Lautsprecherausgang (an der Rückwand) in Ordnung?



      Hallo Achim,

      die Sicherungen habe ich jetzt schnell geprüft. Beim stummen Kanal (links) ist die Sicherung in Ordnung, aber die vom brummenden Kanal (rechts) ist wohl hinüber und zeigt keinen Durchfluss. Ich hatte die restlichen Sicherungshalter ausgetauscht und Sicherungen geprüft, die an der Rückseite waren mir entgangen... Aber das ist nun umgekehrt als du erwartet hättest?

      Das prüfen den Endstufen und Treiber werde ich dann noch machen. Wie sieht es hier mit Ersatzteilen aus, vor allem bezüglich Endstufentransistoren? Hätte hier zB so einen gefunden, ob die wohl qualitativ was taugen würden? buerklin.com/de/transistor-2n3055/p/27s2500

      nightbear schrieb:

      Wenn es rechts brummt, KANN bei diesem Kanal die Lautsprecher-Sicherung (Si781) nicht defekt sein. Da hast Du wahrscheinlich die Sicherungen verwechselt.

      Aber schau erst einmal, was wirklich an Halbleitern defekt ist - erst dann kommen die Fragen der Beschaffung.


      Ok, dann hab ich beim anschließen vermutlich wirklich die Lautsprecherkabel überkreuzt. Was mir noch aufgefallen ist an den Sicherungen hinten, in beiden Halterungen waren T 2,5A Sicherungen, sollten da nicht M 4A rein?

      Alles klar. Dann berichte ich sobald die Dioden überprüft worden sind.
      hier auch mal ein bild der treiberplatte... Leider hat das Gerät in seiner Geschichte etwas gelitten, dem Vorbesitzer ist der Lötkolben wohl einige male ausgekommen und einige Kabel wurden angesenkt... Ebenso die wiederangelöteten Elkos, nicht schön. Aber ja..
      Bilder
      • WP_20190221_21_32_06_Pro.jpg

        282,37 kB, 1.500×846, 45 mal angesehen
      Hallo David,

      die Platine ist wahrscheinlich schon Hunderte Male hoch und runter geklappt worden, Drähte hinten abgebrochen, wieder angelötet bzw. drangeferkelt...

      Ich würde hier empfehlen, um eine ewige Fehlersuche und Rückschläge zu vermeiden:
      Alle Anschlussdrähte nach sorgfältiger Dokumentation ablöten, so dass Du bequem an der ausgebauten Platine arbeiten kannst.
      Alle 4 Trimmpotis ersetzen
      Die 2 Tantalelkos in den Eingängen ersetzen
      Alle übrigen Elkos durch Markenware ersetzen
      ALLE(!) Transistoren bei dieser Gelegenheit durchmessen und defekte Exemplare ersetzen
      Die Platine dabei sorgfältig mit Wattestäbchen und Isopropylalkohol reinigen
      Alle Endstufentransistoren durchmessen, ggf. Defekte ersetzen
      Alle Anschlussdrähte ein paar Millimeter kürzen, neu abisolieren und sauber wieder anlöten
      Der R603 (oder 503?) zwischen dien beiden linken Treiberkühlblechen ist schwarz verfärbt. Ist das Schmutz, Farbe oder ein Schaden?
      Die Sicherungshalter auf der Grundplatine musst Du auch ersetzen, ihre federspannung lässt früher oder später nach.

      Wenn man hier Stückwerk macht und flickt, manöveriert man sich immer tiefer in die Scheixxe, bis am Ende alles in Trümmern liegt. Oder bestenfalls hält die vermeintliche Reparatur nur kurze Zeit.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Da kann ich Achim nur unterstützen: Es klingt nach viel Arbeit, aber das ist eine Revision eigentlich immer, wenn das Resultat von Dauer sein soll. Und wenn nicht, lohnt es auch nicht. Es gibt zuviele lohnende Revisionsobjekte "da draussen" als dann man eines mehr als einmal sehen möchte ... Die Liste ist konkret, also ran !

      Viel Erfolg,

      Michael
      Hallo Allerseits!

      bin dabei Achims Liste abzuarbeiten. Habe bisher Endstufentransistoren und Treiber und fast alle restlichen der Treiberplatte getestet, alle sind soweit ok (das Testen der Endstufen war aber kein Kinderspiel, da ist doch alles sehr eng verbaut und wenn man kein Profi ist braucht man hier schon eine Weile). Ersetze jetzt alle Elkos der Treiberplatte und siehe da C786 und C486 (100uF) waren beide hinüber, hat man allerdings erst beim auslöten erkennen können. Nun hoffe ich dass das Problem auch des heißen Widerstandes daher kam. Ich muss noch die 1uF Tantals am Eingang der Platte besorgen und dann versuche ich das Gerät nochmal einzuschalten. Ich hätte zwar 1,5 uF - 35V Tantals hier aber bin mir unsicher ob die an der Stelle auch ok sind.
      Ich werde berichten wie es weitergeht!

      Viele Grüße
      David
      Hallo Allerseits,

      habe inzwischen sämtliche Elkos der Treiberplatte ausgetauscht. Die Transistoren der Endstufe und Treiberplatte alle geprüft. Die Selengleichrichter bis auf den GR604 ersetzt. Die Tantals am Eingang der Treiberplatte geprüft. Sicherungshalter ersetzt, Sicherungen geprüft und evtl. ausgetauscht. Anschlussdrähte von und zu Treiberplatte geprüft und etwas lockere nachgelötet. Aber nach wie vor beim Einschalten nix anderes hörbar als das tiefe Summen im rechten Kanal und nur im rechten Kanal, sobald man den Lautsprecher absteckt hört man das Summen nicht mehr, links ist nichts hörbar.
      Habt ihr eine Idee was man hier noch übersehen haben könnte?

      Viele Grüße
      David

      davidavid schrieb:

      Die Transistoren der Endstufe und Treiberplatte alle geprüft



      Hallo David,

      das genügt nicht. Alle Transistoren heisst: Alle ab Eingang Tonbandbuchse, nicht nur Treiberplatte und auf dem Kühlkörper.

      Am einfachsten speist man ein 400Hz oder 1 kHz Sinus in die Tonbandbuchse (pins 3 und 5) ein, drückt die Taste "Band" und prüft mit dem Multimeter (Stellung AC, kleiner Messbereich, also 200mV oder 2V), wie weit das NF-Signal in der Schaltung kommt. Liegt es überhaupt am Eingang der Treiberplatte an - oder geht es vorher schon verloren und wo?

      Keine Lautsprecher mehr anschliessen!

      Liegt auf dem Lautsprecherausgang des defekten Kanals Gleichspannung?

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      alles klar, dann muss ich mich noch an die Transistoren ab Eingang Tonbandbuchse dran machen. Was mir aufgefallen ist, einige der Transistoren im Gerät haben eine gelbliche Patina auf dem Plastikkörper, ist sowas bedenklich?

      Ich hab leider kein Gerät um ein Sinussignal zu generieren. Bleibt wohl nur durchtesten.

      Auf dem defekten Kanal beim Lautsprecherausgang liegen 4,25 V Gleichspannung an.
      Hallo David,

      Farbe/markierung auf dem Plastikgehäuse? Unbedenklich!

      Du hast DC auf dem Lsp-Ausgang? Da hast Du doch den Fehler schon! Ein Halbleiter in der Treiberstufe/Endstufe des defekten Kanals! Selten ist ein Widerstand defekt, noch seltener ein Keramikkondensator. Elkos hast Du ja schon erneuert?

      Bei Deiner Diagnose - alle Transistoren der Treiber-Endstufe ok - hast Du evtl. den Defekt übersehen. Du weisst, wie man Transistoren prüft?

      Gruß
      Reinhard

      davidavid schrieb:


      Ich hab leider kein Gerät um ein Sinussignal zu generieren. Bleibt wohl nur durchtesten.


      Hallo David,

      Soundkarte oder Smartphone eignen sich dafür als Notbehelf. Für Smartphones gibt es Apps, noch einfacher ist es, bei YouTube Clips mit der gewünschten Frequenz zu starten. Für die Soundkarte gibt es Freeware-Programme, die einen Tongenerator per Software zur Verfügung stellen. Zwischen 100 Hz und ca. 4 kHz reicht die Qualität einer 0815-Soundkarte locker aus. Für die Fehlersuche allemal.

      Aber erst muss der Gleichspannungsfehler am LS-Ausgang beseitigt sein.

      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      oldiefan schrieb:

      Hallo David,

      Farbe/markierung auf dem Plastikgehäuse? Unbedenklich!

      Du hast DC auf dem Lsp-Ausgang? Da hast Du doch den Fehler schon! Ein Halbleiter in der Treiberstufe/Endstufe des defekten Kanals! Selten ist ein Widerstand defekt, noch seltener ein Keramikkondensator. Elkos hast Du ja schon erneuert?

      Bei Deiner Diagnose - alle Transistoren der Treiber-Endstufe ok - hast Du evtl. den Defekt übersehen. Du weisst, wie man Transistoren prüft?

      Gruß
      Reinhard



      Hallo Reinhard,

      ja genau es scheint DC am Ausgang anzuliegen (sonst müsste das Multimeter ja zwischen + und - 4,25 V springen, tut es aber nicht). Elkos der Treiberplatte sind alle getauscht.
      Die Frage ist nur wo sitzt das defekte Ding jetzt. Also ich hoffe ich prüfe die Transistoren richtig, lasse mich gerne belehren. Ich löte sie aus und Teste mit der Diodentestfunktion vom Multimeter B-C und B-E, einmal rot an der Basis und erwarte für beide entweder gleich hohe oder gleich niedrige Werte, dann mit schwarz an der basis und erwarte hier auch wieder gleiche Werte aber das Gegenteil von der vorherigen Messung.
      Da hatte ich eigentlich alle von der Treiberplatte und die Endstufen durch. Vor der Treiberplatte kann es also nicht sein? Zumindest weiß ich jetzt, dass das Problem irgendwo im rechten Kanal liegen muss.

      Danke Christian für den Tipp mit der App und dem Tongenerator!

      Viele Grüße
      David
      Hallo David,

      nein, bei AC "springt" die Anzeige nicht zwischen - und +, wenn das Multimeter auf DC geschaltet ist. So schnell kann die Anzeige nicht wechseln, ist ziemlich träge, sie würde stattdessen Null anzeigen. Um AC zu messen, muss man den AC-Bereich einschalten und dann den Messbereich ggf. runterschalten (bei AC-Stellung geht der Messstrom im Multimeter intern erst über einen schnellen Gleichrichter und das Messwerk misst den Spannungsabfall, den der gleichgerichtete Strom im Instrument an einem 10 MegOhm Messwiderstand erzeugt und zeigt das Ergebnis als Volt (AC) an).

      1. Du musst beim Testen mit dem Diodentester die Transistoren nicht auslöten. Der Receiver darf natürlich nicht am Netz sein - ausschalten und Netz-Stecker ziehen!

      2. Wichtig ist, immer auch C-E mit der Diodentestfunktion zu prüfen, Orientierung ist dabei egal, der CE-Widerstand muss immer bei "unendlich (ausserhalb Messbereich, also "1" oder "0L") liegen. Diese Messungen hast Du ausgelassen. In Deiner bisherigen Messung hätte eine CE-Strecke niederohmig sein können, Du hättest den kaputten Transistor aber dennoch für gut gehalten.

      3. Es kommt auch auf die Grösse des angezeigten Werts an. Deutliche Abweichungen sind u.U. auch ein Defektkriterium.

      Besser ist so:
      a) Du identifizierst nach Typenbezeichnung (Schaltplan oder Aufdruck), ob es sich um einen Ge- oder einen Si-Transistor handelt und ob er pnp oder npn ist.
      b) Du identifizierst nach Schaltplan und Layout die Basis (B) des Transistors. Die beiden anderen Anschlüsse sind dann C und E. (Diese Prüfmethode gilt nicht für Feldeffekttransistoren,und Transistoren mit zusätzlich eingebauter Diode und/oder Widerständen sondern nur für reguläre, sog. BJT-Typen (wie hier vorhanden)).

      Falls es sich um einen npn Si-Transistor handelt:
      c) Du kontaktierst mit der ROTEN (+) Prüfspitze die Basis (B).
      Mit der schwarzen (-) Prüfspitze mußt Du dann an Kollektor (C) und am Emitter (E) mit der Diodentestfunktion eine Anzeige im Bereich von etwa 0,5 bis 0,9 bekommen, die beide etwa gleich sind.
      Bekommst Du eine Anzeige, die erheblich grösser ist (z.B. > 1k, bzw. "ausserhalb Messbereich = unendlich (manche Multimeter zeigen dann einfach nur "1" an, andere "0L") oder deutlich kleiner (z.B. 0,38 oder 0,18 oder 0) ist oder ungleich, ist der Transistor möglicherweise defekt. Dann ausgelötet nochmal messen. Andernfalls, ok.

      d) Du kontaktierst C und E gleichzeitig. Mit der Diodentestfunktion musst Du "ausserhalb Messbereich" (also "1" oder "0L") angezeigt bekommen, als Bestätigung, dass die CE-Strecke hochohmig ist. Dann ok. Andernfalls kann der Transistor defekt sein. Dann ausgelötet nochmals testen.


      Falls es sich um einen pnp Si-Transistor handelt:
      Genauso wie bei npn, nur rote und schwarze Prüfspitze vertauschen.

      Falls es sich um einen Ge-Transistor handelt (beim 8080 kommt das im NF-Teil nicht vor), ist die Messung genauso, nur die mit dem Diodentester in Vorwärtsrichtung der Dioden gemessene Anzeige mit dem Diodentester liegt niedriger, im Bereich 0,1-0,35 (statt 0,5-0,9).

      Wenn sich ein Transistor - so zunächst in der Schaltung gemessen - auffällig verhält, dann erst auslöten und ausgelötet nochmal messen. Evtl. hat die Schaltungsumgebung das Ergebnis verfälscht. Selbst ausgelötet kann man mit der Diodentestmethode einen Defekt nicht immer erkennen. Nämlich, wenn er erst bei Betriebsspannung zuschlägt oder wenn die CE-Strecke hochohmig ist, aber die BC und BE Übergänge sich noch als Dioden darstellen (wenn sich der Transistor in eine Doppeldiode "verwandelt" hat) - so was hatte ich neulich bei einer Reparatur. Aber in 9 von 10 Fällen erkennt man mit dem Diodentester den Fehler anhand der Kriterien, die ich genannt hatte.

      Also wirst Du die Transistoren des defekten Kanals in der Treiber-/Endstufe nochmal prüfen müssen.


      Bevor Du die Transistoren nochmals prüfst, gehst Du am besten erst mal so vor:
      • Du machst ein gutes Foto von allen Kabeln/Anschlüssen, die hinten am rechten Teil der Treiberplatine angelötet sind (das erleichtert später, dass Du beim Wiederanlöten nichts verwechselst, denn die Farbcodes auf der Platine stimmen manchmal nicht mit der tatsächlichen Farbe der Drähte überein - prüfen!)
      • Du lötest nur beim defekten rechten Kanal die Leitungen an der Treiberstufe, die zu den Basen und Emittern der rechten Endtransistoren gehen ab (alle anderen lässt Du dran und kontrollierst, dass auch keine am Lötpin etwa abgebrochen ist). Im Schaltplan sind die abzulötenden Leitungen des rechten Kanals mit diesen Farben angegeben: gelb, grün, violett, rosa. Prüfe, ob das bei Dir tatsächlich so ist (auf der Platine seht dort: ge, gn, vi, rs) Biege die abgelöteten Enden so hoch, dass sie untereinander und mit einem anderen Metallteil keinen Kurzschluss machen können, nichts berühren können, besser ist, Du isolierst die abgelöteten Enden mit Klebeband (da kann man auch drauf vermerken, wo sie angelötet waren).
      • Identifiziere am rechten Kanal der Treiberstufe jetzt den Pin, an den das orangefarbene Kabel angelötet ist, das ist der Lautsprecherausgang "rechts".
      • Nun schaltest Du den 8080 ein (OHNE LAUTSPRECHER !) und misst (gegen Masse), ob Du am Lötpin des orangefarbenen Kabels (Lautsprecherausgang) der rechten Treiberstufe immer noch -4,25 V hast. Wenn nein, ist einer der vorher abgelöteten Endtransistoren defekt und die Treiberstufe in Ordnung. Wenn ja, sind die Endtransistoren vermutlich ok und der Fehler liegt in der rechten Treiberstufe. So grenzt Du die Baustelle erstmal ein. Du kannst natürlich auch am Lautsprecherausgang rechts direkt messen, wie Du es vielleicht vorher gemacht hast.
      • Sollte nach diesem Test herauskommen, dass Du immer noch -4,25V am Lsp-Ausgang rechts hast, also der Fehler in der Treiberstufe und nicht in den Endtransistoren lokalisiert ist, misst Du am besten gleich auch noch die Spannungen, die an den beiden rechten Kühlblechen (Kollektoren der entsprechenden dort angebrachten Treiber-Transistoren) anliegen und auch die Spannungen, die sie hinten jeweils an ihren beiden hinten herausschauenden verlöteten Anschlussdrähten führen. ACHTUNG, unbedingt aufpassen, dass Du nicht abrutschtst oder mit der Messspitze beim Messen an den beiden Zuführungen (B und E) versehentlich Kontakt mit dem Kühlblech oder dessen Schrauben machst, die (hohe) Kollektorspannung führen. Das könnte den Transistor sofort zerstören, noch bevor die Sicherung ansprechen kann.
      • Hast Du aber die -4,25V am rechten LSP-Ausgang nicht mehr, sollte sich die weitere Prüfung auf die beiden rechten Endtransistoren konzentrieren.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      vielen Dank für die ausführliche Anleitung. Habe alles so durchgeführt und nach ablöten der Anschlussdrähte nochmal am rechten LSP Ausgang gemessen:
      Der Gleichstrom ist weg, bei DC bekomme ich Anzeige 0, bei AC 0,28 V. Wie du geschrieben hast sollte somit die Treiberplatte in Ordnung sein. Habe deshalb die Endstufentransistoren (T792 und 791) nochmals nach deiner Anleitung durchgemessen mit folgendem Ergebnis:

      T792
      B-C: 0,576
      B-E: 0,577
      C-E: 1

      T791
      B-C: 0,576
      B-E: 0,576
      C-E: 1

      Damit müssten die Transistoren ja eigentlich in Ordnung sein?

      Viele Grüße
      David
      Hallo David,
      kannst Du ein Foto zeigen mit den abgelöteten Drähten und wo Du die Spannung auf dem Endstufenausgang genau gemessen hast?

      AC am Endstufenausgang muss auch Null sein, wahrscheinlich hast Du dort 0,28V Brumm gemessen.

      Da T791 und T792 einwandfrei aussehen, müsste der Fehler doch auf der Treiberplatte sein. Dann hätte ich aber DC auf dem Ausgang erwartet. Dein Foto könnte das klarmachen. Kannst Du das nochmal überprüfen?

      Nehmen wir nun mal an (Gedankenspiel), Fehler ist auf der Treiberplatte, zeigt sich aber nur bei angelöteten Endtransistoren, dann werden die beiden Endtransistoren von den Treibern ohne Signal offenbar verschieden durchgesteuert. Anders gesagt, der Ruhestrom ist bei einem Endtransistor viel grösser als beim anderen, Symmetrie ist futsch, dadurch bekommst Du DC auf dem Ausgang.

      In dem letzteren Fall:
      Endstufentransistoren abgelötet/bzw. ausgebaut lassen.
      Spannungen an den Treibern messen (wie oben beschrieben). Vorsicht, nicht abrutschen, keine Berührung der Messspitze mit was anderem!

      Dann Gerät abschalten/Netzstecker ziehen
      Sind die beiden Potis P782 und P781 in Ordnung?
      Dioden D791, 792, 781, 782 und 783 prüfen
      Widerstand R794 prüfen (hat er 1 Ohm oder ist er hochohmig geworden?)
      Hochlast-Emitter-Widerstände R801 und R802 prüfen (haben sie beide 0,3Ohm oder ist einer hochohmig geworden?)

      Ich vermute einen Fehler bei T786 oder T787, dass ist aber nur eine Ahnung.

      Gruß
      Reinhard
      Hallo David,


      Oh Schreck, Du hast ja ALLE leitungen abgelötet, Du solltest doch nur die vier oben benannten ablöten! Die anderen müssen selbstverständlich dranbleiben, damit die Treiberstufe weiterhin vom Netzteil versorgt wird und die Verbindung zum Lsp-Ausgang intakt bleibt.

      Deine Messung ist so völlig für die Tonne. Du hast ja auch die Verbindung der Endstufe (orangenes Kabel) zum LSp Ausgang entfernt. Kein Wunder, dass Du dann nichts mehr misst.

      Hier nochmal, was ich geschrieben hatte, ich hatte sogar ganz genau bezeichnet welche vier Leitungen abgelötet werden sollen und dass alle anderen dran bleiben müssen:
      Du lötest nur beim defekten rechten Kanal die Leitungen an der Treiberstufe, die zu den Basen und Emittern der rechten Endtransistoren gehen, ab (alle anderen lässt Du dran und kontrollierst, dass auch keine am Lötpin etwa abgebrochen ist). Im Schaltplan sind die abzulötenden Leitungen des rechten Kanals mit diesen Farben angegeben: gelb, grün, violett, rosa. Prüfe, ob das bei Dir tatsächlich so ist (auf der Platine seht dort: ge, gn, vi, rs) Biege die abgelöteten Enden so hoch, dass sie untereinander und mit einem anderen Metallteil keinen Kurzschluss machen können, nichts berühren können, besser ist, Du isolierst die abgelöteten Enden mit Klebeband (da kann man auch drauf vermerken, wo sie angelötet waren).

      Identifiziere am rechten Kanal der Treiberstufe jetzt den Pin, an den das orangefarbene Kabel angelötet ist, das ist der Lautsprecherausgang "rechts".

      Nun schaltest Du den 8080 ein (OHNE LAUTSPRECHER !) und misst (gegen Masse), ob Du am Lötpin des orangefarbenen Kabels (Lautsprecherausgang) der rechten Treiberstufe immer noch -4,25 V hast.


      Es ist etwas mühsam, wenn ich ganz genau schreibe, was Du tun kannst, um den Fehler einzukreisen, Du dann aber etwas ganz anderes machst, ohne es zu sagen, bzw. nicht genau liest.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo David,

      Vielleicht hilft die Abbildung.





      Zur Prüfung, ob Fehler in der Endstufe oder der Treiberstufe ist, werden die beiden Basen und die beiden Emitter der Endtransistoren von der Treiberstufe abgelötet. Alle anderen Verbindungen müssen angelötet bleiben.

      Dann wird geprüft, ob immer noch DC auf dem Lautsprecherausgang (beim rechten Kanal das bezeichnete orangene Kabel). Wenn ja, ist der Fehler in der Treiberstufe, wenn nein, ist der Fehler bei den Endtransistoren zu suchen.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

    • Benutzer online 12

      12 Besucher