SABA TG 544 (524) / 546 - Erfahrungen, lohnt das noch?

      SABA TG 544 (524) / 546 - Erfahrungen, lohnt das noch?

      Hallo in die SABA-Gemeinde,

      wie in der Vorstellung Kurze Vorstellung mit kleiner Gerätesammlung geschrieben baue ich teilweise die Anlage meiner Eltern wieder neu auf.

      Es gehörte dazu aus dem 1972er-Programm ein SABA TG 544 (524) bzw. vielleicht auch ein 546. Ich tippe auf das 544. Da ich ein Revox A77 2-spur habe und damals selbst eine AKAI X201, später 635, bin ich nicht mehr unbedingt auf ein SABA-TG aus. Meine Erfahrung damals war : Brauchbar, auch mit den eingebauten Lautsprechern, aber eine Offenbarung war das nicht . Mein AKAI X201 und die GX-Modelle waren mir etwas lieber, gerade später mit den 1100m LP-Bändern auf 10,5" Spule.

      Lohnt den heute noch ein TG SABA TG 544 (524 / 546) zu suchen (mit intakter Haube) und was darf das denn kosten?

      Danke und Grüße Wolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „analogfan“ ()

      Die Frage lässt sich kurz beantworten!

      REVOX A77 hat damals viel gekostet, kann auch dementsprechend was.
      Leicht abgeändert wurden oder werden diese Geräte auch im unteren Profibereich genutzt.
      SABA hat einfache bis bessere Geräte für den Amateur zu erschwinglichen Preisen gebaut.
      Schaut man heute nach Preis und Leistung, ist ein Düdelgerät MP3 erstrebenswert.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Mein Senf dazu:

      Ich habe 9 TGs von SABA in meiner Sammlung, 543, 564, 440, 674, 546, 443, 664, 445, etwa 5 davon spielen einwandfrei mit guten Köpfen und natürlich gutem, neuem Bandmaterial vorausgesetzt. Alle sind revidiert, falls nötig mit neuen Riemen und ich mag sie alle... :)
      Sie sind halt mittlerweile an die 50 Jahre alt.
      Am liebsten habe ich das TG674K im Betrieb, das scheint in seiner Vergangenheit sehr sehr wenig gespielt zu haben.

      Gruß, Dieter
      Hallo Wolfgang,
      ich habe mit SABA-Heimtonbandgeräten fast ebenso lange zu tun wie mit Grundig, Philips, T´funken usw. und anderen Heimgeräten.
      Gerade von diesen Marken gingen gefühlte Jahresproduktionen durch meine Hände.
      SABA (und die Kollegen von der anderen Hausnummer) Heim-Tonbandgeräte dieser Jahre sind Hauptleistungsträger gewogener Familien-Wohnzimmer und in ihrem Metier allererste Wahl.

      Ein ReVox ist dagegen regelrecht technisch häßlich (wie ein Zählerkasten im Keller) und lebenslang ein völlig unterfordertes und bei Papa im Arbeitszimmerschrank verstecktes Stehobjekt. Die Mutter will es nicht in der "Gutt Stub" sehen, der unästhetische Staubfänger paßt nicht zum Einrichtungsstil, zu keinem übrigens, es sei denn jemand möchte Raumstation Alpha damit nachspielen (in solchen Schmonzetten drehten sich immer eine Menge aufrecht gestellter großer Pappkringel die den Zuschauern Computer-Bandlaufwerke suggerieren sollten, wie er sie nie zuvor gesehen hat - ich hatte mal die Gelegenheit die Kulissen von "Raumschiff Enterprise" demontiert und ohne filmtechnische Tricks und kettenweise unterleuchteter Papp-Pulte aus buntem Bonbon-Papierlampen so zu sehen wie sie wirklich in der Produktion verwendet wurden).

      Die Nachfolgeserie dieser Serie sind sogar regelrechte Schönlinge und Augenschmeichler. Deren Nachtdesign hat kaum ein anderer Tonbandhersteller zu bieten, die Mechanik ist außerordentlich zuverlässig, deutscher Maschinenbau eben, man merkt nichts von Leichtbau oder unterdimensioniertem Material, die Elektronik ist sauber gestaltet, keine Kreuzknobelschaltungen zweifelhafter Art, ganz zu schweigen schlecht nachvollziehbarer Würgelösungen.

      Und überlege mal, wieviele von den Kisten kannst du kaufen ehe der Wucherpreis einer ReVox zusammen geschachert ist? Was kostet ein jedes noch so kleines Ersatzteil für eine ReVox? Dafür kann man sich etliche SABA-esen als Organspender in den Keller stellen.
      Der (Semi)Profi weiß weshalb ihm keine SABA genügt und der pfiffige Amateur weiß warum er keine ReVox benötigt.

      Den Vergleich mit einem japanesischen Bling-Blender wie die kleine (sauschwere) Akai nehme ich erst garnicht auf, Pappe hinten, Teakholz-DC-Fix drum herum, Schrott innen drin, häßlich außen, Mechanik krumpelig wie eine zackenlose Baumsäge, Primitivelektronik zum Haareraufen. Lug und Schund wohin man faßt. Welche Affenhand soll bspw. die musig, klemmig drehenden Aussteuerungspotis auch nur halbwegs synchron bewegen, wie oft klemmt man sich einen Finger an den grobschlächtigen und gratigen Betriebsarten-Hebeln, welchem Anwender ist noch nicht die Pause-Hebelage gegen die Fingerwurzel geschnellt.

      Aus heutiger Sicht ist es auch ziemlich müßig sich über den Klang irgendeinen Kopf zu machen.
      Geht es nach technischen Daten und Nebenklang-Phänomenen dann fallen alle mechanisch bewegten Tonträger durch.
      Die Akai rauscht wie die Nordsee bei Sturmflut, die SABA leiert bei schlechter Pflege schonmal, die ReVox hat eine Liste an möglichen Mängeln wie eine Saturn-Rakete und jeder kneift empfindlich im Geldbeutel, einzig die schon sehr alten und heute verpönten bis ungeliebten Grundig-Koffer haben die Eigenschaft noch nach 50 Jahren im nassen Keller unter Dreck und Müll sofort beim Einschalten ihre Funktion fast schon unverschämt wieder aufzunehmen und kaum wirklich lästige oder teure Kosten zu verursachen, und für einen Fünfer kann man jederzeit einen Organspender beschaffen, die meisten sind selbst dann noch so gut das man es sich nochmal überlegt und auch den Teileträger wieder mit wenig Aufwand zum Rennen bringt.
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Lass das mal das Revoxforum nicht hören ;) ;)

      Zur Ehrenrettung der Japaner, hier AKAI, wennn man trotz des Drahtverhaus und dem hübsch-hasslichem Design einmal absieht, eine kurze Einschätzung:
      Das X201 hat gerauscht wie Wasserfall, dafür 3-Motoren, ab 4,75 cm/s und hatte Autoreverse (Wiedergabe). Zu seiner Zeit schon ein Low-Costler, die GX-Modelle wurden immer moderner im Design, auch gab es 4-Kanalgeräte. Das GX635 hatte 6-Kopf Autoreverse, immer das "Gurgeln" der 4-Spuraufnahme, war aber in den technischen Daten nicht schlecht, ein End-Siebzigerprodukt mit *geilen* Design, Hartholzplatte, aber immerhin ein Großohr. Vieles davon hatte SABA wohl leider nicht (das 600SH mal abgesehen).

      Der Willi hat seine Revoxe schon gut konstruiert, zu ihrer Zeit, wenig auf Design sondern auf "In die Hand gebaute" Ergonomie, wenn man damals davon sprechen kann. Das B77 war ein Zacken besser, auf fast gleicher technischer Basis, z.B. jedoch Größe der VU-Meter oder so nützliche Dinge wie eine Bandschere. Die A77 PTT/ORF und die aus der B77 herausgeschnitze PR99 waren für den Normalanwender eh zu teuer, eine A77/B77 2-Spur bei "Amateuren" selten, eine HS-Version 19/38 exotisch, aber schon das obere Ende. Von der A700 oder anderen Europäern mal abgesehen, wie Tandberg TD20 oder die TB10X.

      Wenn gab es sonst noch? Na der Maxe mit der seinem "Flagschiff" TS1000 (da hatte er es ziehmlich schwer mit den Japanern, da gibt es ja einen stehenden Witz "Scheiß Japaner" ), UHER (Royal, Logic usw) und die Phillips mit den Großohren oder so kleine wie die Pro (18er Spule) oder die 4504. Ah und Braun/ASC. Egal wie ab ca. 1976/77 ging des mit Tonbandmaschinen stetig bergab. Da war dann wohl bei den kleinen Budget nicht mehr drin, Dual strich seine TG (sehr selten) und auch der Maxe ging so langsam danieder. Die Japsen blieben: Teax X10 (auch als Tascam 32) / X1000(R) usw, die kleinen 18er als X7. Akai mit der GX77 und ihre letztes großes GX Modell. Es ging auch bei denen.. zu Ende.

      Geblieben sind noch eine Zeitlang: Teac/Tascam, Tandberg, Studer / Revox, Otari u.a. die an der Semiprofi / Prodfecke hingen. Da war es für den Maxe und auch SABA irgendwann zu Ende. Nicht nur bei Bandmaschinen: Reihenweise gingen ab 1978/79 bis Mitte der 1980er die Lichter aus: Grundig -> Philips, Thompson-Brandt als Resteaufkäufer gekippter Marken (Dual, SABA usw.).

      Jetzt fällt es mir auch wieder ein : Es war ein SABA TG 543.

      Zurück zur Frage: Was darf den sowas im optischen guten Zustand, mit brauchbarer technischer Basis, inkl. Haube so kosten? Ich schätze einmal mal grob: 40-50 EUR unrevidiert? Oder liege ich da falsch? Klar, alles subjektiv und vom Angebot abhängig. Andersrum gefragt: Wo zieht ein SABA-Experte grob einen Deckel ein?

      Danke und Grüße Wolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „analogfan“ ()

      analogfan schrieb:

      Zurück zur Frage: Was darf den sowas im optischen guten Zustand, mit brauchbarer technischer Basis, inkl. Haube so kosten? Ich schätze einmal mal grob: 40-50 EUR unrevidiert?


      Hallo Wolfgang,

      eher weniger, ich habe für keines meiner Geräte mehr als 20.- EUR hingelegt. Da TB-Maschinen eh nicht mein Beuteschema sind, hab ich sie meist aus "Mitleid", Rettung vor dem Elektroschrott mitgenommen - und man hat für kalte lange Abende wieder was zu basteln...

      Gruß, Dieter
      Hallo Dieter, dafür kann man eines mitnehmen. Die Tage ging ein Dual TG für das doppelte binnen Minuten weg, ich war etwas zu spät. Dual war wenig erfolgreich, die sind selten,das war wohl der Grund. Ich beobachte den Bietebereich. Aktiv sich ich keines, wenn dann eines das zu Saba 8050G passt, also zB TG 544.
      Danke und Grüße Wolfgang