Siemens Spezialsuper B7

      Siemens Spezialsuper B7

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      Hallo Freunde,

      ein hochtrabender Name für so ein kleines Schnuckelradio. Sperrmüllangebot - mitgenommen, nun auf der Werkbank.
      Gerissene UKW-Verseilung ist behoben, das Radio spielt ohne Macken wie ein großer.

      Frage: was haltet ihr von den blauen Siemens-Kondensatoren ?

      Da ich eher der konservative Tauscher bin, halte ich sie für erhaltenswert, insbesondere, da sie eine Art Naht aufweisen, die auf eine Verkapselung hindeuten könnte.
      Elkos werden selbstverständlich getauscht, außer dem Netzelko - er ist neu formiert und bleibt kalt, genauso wie der Selengleichrichter.

      Gruß, Dieter
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      Hallo Dieter,

      wenn man konservativ vorgehen möchte, kann das eigentlich nur bedeuten: Erst messen, dann entscheiden.
      Prüfe Isolationswiderstand und Kapazität der Blauen und der Elkos. zumindest bei den Elkos bin ich optimistisch. Sie sind, sofern sie nicht starker Hitze ausgesetzt waren, meist in Ordnung.

      Bedenken habe ich eigentlich nur bei dem Schwarzen Hydra Papierkonsdensator mit Teerverguss (0,1µF). Der an derselben (südlichen) Lötstelle angeschlossene Widerstand sieht schon ziemlich verbrutzelt aus. Er ist womöglich schon einmal ersetzt worden, seine Bauform passt nicht zu den sonstigen Siemens und Vitrohm. Möglich, dass der Isolationswiderstand des 0,1µ zu gering ist und man hat nach einem Ausfall nur den Widerstand, nicht aber den Hydra ersetzt.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

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      Hallo an euch,
      die Antworten decken sich mit meiner geplanten Vorgehensweise.
      Der Hydra Teerkondensator wird ersetzt, der südlich angelötete Kohlemassewiderstand sieht in natura perfect aus.
      Die blauen Kondensatoren werde ich exemplarisch ablöten und messen, bei den Elkos vermutlich ebenso.
      Da das Gerät wirklich toll spielt, keine Verzerrungen hörbar sind und alle Spannungen, auch am G1 stimmen, sollte es fast im Urzustand weiterspielen dürfen.

      Gruß, Dieter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „deltamike55“ ()

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      So !

      Eine Restauration der einfacheren Art ist fertig. Obwohl er schon draußen auf dem Sperrmüll lag, hat der Kleine keine Blessuren davongetragen.

      Er spielt jetzt bereits seit über 2 Stunden in der Werkstatt, erstaunlich ist der breitbandig gute Klang aus dem rel. kleinen Lautsprecher.

      Gruß, Dieter
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      Man muss eigentlich zweistufig vorgehen:

      1. Schritt: Prüfung des Isolationswiderstandes entweder mit einem Isolationsmessgerät unter ausreichend hoher Prüfspannung bzw. ersatzweise im Betrieb durch Messung der DC-Verhältnisse.

      2. Schritt: Messung der Kapazität im ausgebauten bzw. einseitig abgelöteten Zustand. Dieser Schritt liefert allerdings mit den meist üblichen Kapazitätsmessgeräten nur dann aussagekräftige Ergebnisse, wenn Schritt 1 erfolgreich bestanden wurde. Anderenfalls verfälscht der Parallelwiderstand des Isolationsfehlers die Messung. ("Kapazität ist weit über Nennwert.")
      Achim

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      Hallo zusammen,
      Siemens ist mir ja immer ein besonderes Anliegen, die Bauelemente sind lange Zeit über alle Zweifel erhaben gewesen.
      NOS Elkos in meinem Bestand sind nach 70 Jahren noch neuwertig, formieren binnen kurzer Zeit wenn man sie nach der langen Frist verwenden möchte.
      (wir wissen alle mittlerweile das vermeindliche Leckagen langfristig spannungslos gelagerter Elkos keinen Defekt sondern eine normale Elko-Eigenschaft darstellen - eine stabile Oxydschicht bedingt nunmal physikalisch notwendig den chemisch-elektrischen Vorgang der Ladungstrennung - und also formiert werden muß sofern die Zielschaltung das nicht von alleine kann)
      Dies abgebildete Form von Siemens-Elkos kann man schon optisch diskriminieren, es genügt ein Blick durch eine Lupe auf den Stopfen, wenn er sichtbar ist, denn es gibt auch Versionen bei denen die Drahtdurchführung metallgemantelt ist.
      Ist der Stopfen porös oder bröckelt dann hat es der Elko schon der bald hinter sich, ansonsten wird er halten.
      Porös wird er durch Ausdünstung der Weichmacher, was bei Siemens nicht oft der fall ist, aber besonders durch falsche Montage des Elkos im Kamin einer Röhrenheizung, durch Ausdörren. Vermeidbarer Anwendungsfehler!

      Alle Kondendastoren, egal ob Elko Folie oder Papier, kann man einfach und eindeutig nach Isolation diskriminieren, man mißt sie unter Betriebsbedingungen, also den Leckstrom bei voller Betriebsspannung. Das kann man labormäßig genau tun, muß man aber nicht. Es reicht provisorisch mit zwei Meßspannungen auf dem Hackbrett.

      Es reicht auch - wie von Stefan beschrieben - in einer Endröhren-Versuchsschaltung. Dann ist die Aussagekraft eben nicht eine absolute Zahl mit mehreren Nachkommastellen sondern exemplarisch ein defekt/tauglich, mehr will man doch in der Praxis auch garnicht erfahren.

      Der Endröhren-Kathodenelko-Test ist noch einfacher, tritt bei einer betriebsfähigen Endröhrenschaltung ohne weitere Fehler bei hochohmig geerdetem Steuergitter, Vorstugen-Anode geerdet oder Koppelkondensator einseitig abgelötet, eine Gitterspannung auf dann ist der Kathodenelko leck, dann kann sich nämlich nicht die negative Vorspannung (automatische Vorspannungserzeugung) einstellen.

      Das man für solche Versuche nicht die Push-Pull-Superendstufe verwenden kann, sondern SE-einfach muß nicht separat erklärt werden, sonst kann man gleich sein Lehrgeld zurückverlangen.

      PS.
      Moderne Schätzeisen der Digital- und China-Aera sind für all solche Tests unbrauchbar oder wenn dann nur durch Zufall verwendbar, jedenfalls nicht verläßlich. Irgendwelche in etwa passende Spannungs- und Strommesser, egal ob Drehspul oder Dreheisen Ausführungen sind dafür geeignet. Eine hohe Anforderung an die Genauigkeit entsteht naturgemäß nicht.

      PPS
      Einige geröstet erscheinende Widerstände können - müssen aber nicht - indirekt lecke Schirmgitter-Kondensatoren anzeigen. dazu müssen sie natürlich überhaupt an Schirmgittern hängen. Der Effekt ist der das ein lecker Schirmgitterkondensator den Widerstand einseitig erdet, was ihn bei geeigneter Hochspannung auf seiner anderen Seite stark belasten und braun werden oder durchbrennen lassen kann. Das Radio spielt dann natürlich nicht mehr gut, es gibt aber Zwischenstufen es ist nicht immer ein Komplettausfall.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]

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