Saba 8200 mit Teleregie

      Saba 8200 mit Teleregie

      Uber Quadro ist schon das einige Geschrieben worden, siehe z.b dieses Thema über der 8280. Selbst habe ich nur Erfahrung mit Dolby Pro Logic, allerdings überzeugte mich das nie und habe die Anlage in meinem Wohnzimmer nach dem Ausbau meine Wohnung in 2008 nicht mehr installiert. Allerdings reizte mir aus historischer Perspektive immer ein Quadro Receiver. Vor zwei Jahren haben wir ein Exemplar ergattert, allerdings ohne Teleregie und mir abgebrochenen schiebe Poti’s.

      Während meinem Sommerurlaub stolperte ich auf Fleebay Kleinanzeigen auf einen 8200 mit Teleregie, Betriebsanleitung und Schaltdiagram. Bei nachfrage hatte das Gerat einige Defekte, aber das Gerat war Komplet und auch alle Schiebe Poti’s waren intakt, weswegen es mir einiges wert wäre; nach einiges hin und wieder hatten wir eine Vereinbarung, also war das Gerat meins. Nach einige Tage brachte DHL zwei Paketen um die Tür; bei der Bestandsaufnahme ließ sich folgende feststellen.
      1. Der Receiver und Teleregie sind optisch in neuwertigen zustand, der Dokumentation ist vollständig und unbeschädigt.
      2. Allen Kanälen geben keine Musik
      3. Skalen Belichtung funktioniert nicht
      Der erste schritt war der Überprüfung alle Betriebsspannungen. Dabei ergab sich das die Spannungen auf Punkt R1 (27V) zu niedrig war (18,1V statt 27V) und der Spannung auf punkt Q2 (-35V) in ganzen abwesend war. Die Ursache dafür waren ein Defekter Selengleichrichter (D612) und C606 (8500uF Becher-typ) der seine Minus Anschluss mit der Leiterplatte unterbrochen sah wegen ein nicht senkrecht platzierte Elko wodurch der Anschluss an der Unterseite der Leiterplatte zerbrochen war.

      Nach Ersatz von D612 und Korrektion der Positionierung von C606 und Reparatur der Elektrische Anschluss waren auch diese Spannungen im grünen Bereich, allerdings waren bei der Vermessung der Treiber Module nur der Rechts Vorne und Links Hintere Kanale Korrekt eingestellt. Nach Überprüfung ergab sich das folgende:
      1. C1523 auf zwei Treiber Platinen (LV, RH) defekt (keine Kapazität, hoher Leckstrom)
        Fehler Mode ist kritisch, Funktion Ausfall
      2. Ausgelaufene Elektrolyt bei C1502 (470uF/6V) auf vier Treiber Platinen (LH, LV, RH, RV).
        Fehler Mode ist nicht kritisch, kein Funktion Ausfall
      3. C1524 auf ein Treiber Platine (LV) Defekt (keine Kapazität, hoher Leckstrom)
        Fehler Mode ist nicht kritisch, kein Funktion Ausfall
      Nach Ersatz der Defekte Komponenten funktioniert der 8200 einwandfrei; Ich werde das Gerat in kommender Zeit weiterhin überprüfen.
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      Raymond

      Carpe Diem

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „alpinab10biturbo“ ()

      Hi Raymond,

      da dürfte es nicht mehr viele Exemplare in so gepflegtem Zustand geben - Glückwunsch zu diesem Fang!
      Alle Schieberegler noch in Ordnung UND der Teleregie Joystick mit dabei.

      Vm Aufbau, der ganzen Konstruktion und Verarbeitung her liegen zwischen diesem Saba Modell und dem Sylvania 8280 Welten.
      8500µF - kein allzu häufiger Wert ;)
      Achim
      Hallo Raymond und Mitleser,

      da ich dieses Gerät selbst auch besitze habe ich mir natürlich damals echte Quadroschallquellen (Grundig Quadrodemo) besorgt und diese abgespielt. Als Boxen verwendete ich die 1300er von SABA (ich glaube, ich habe das alles schon mal hier geschrieben...), natürlich braucht man einen entsprechend großen Raum - aber dann geht die Post ab !!
      Mit dem Joystick kann man sich exakt in die Mitte des Schallereignisses positionieren, ein tolles Erlebnis !

      Gruß, Dieter
      Wunderschönes Gerät, so hat SABA auszusehen.
      Das ich allerdings die Quadro-Geräte von Grundig noch schöner fand und viele der großen Receiver im Pultgehäuse an den Mann brachte sei nebenher erwähnt. Wobei, was sind schon viele, die Boliden haben sich schon nur die etuchteren Musikliebhaber gegönnt, genau wie bereits erwähnte Blaupunkte. Für um die 2000DM konnte man schließlich schon einen passablen Gebrauchtwagen kaufen und der war als Zweitkalesche schon das besser ziehende Statussymbol.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Michael,

      Stimmt, dafür musste ich lediglich die zerbrochene Lot-Anschlüsse auf der Leiterplatte instand Setzen und der Position von eine der 8500uF Elkos in senkrechte Position korrigieren. Die beide 8500uF Elkos messen sich noch ganz gut, genaues eben wie alle entfernte Orange Roederstein Elko’s. Ersetzen werde ich nur die Defekte Elko’s (da gab es schon einige mehr) und Tantale und wo die im signalweg befinden durch Wima MKS2 ersetzen.
      Raymond

      Carpe Diem
      Orangene ROE-Elkos hatte ich eh noch nicht defekt vorgefunden.
      Diese wurden - neben unzähligen anderen Marken - bei von mir viel bearbeiteten ELAC-Geräten durchgängig verwendet und waren ausnahmslos alle in gutem Zustand. Und ich rede hier von richtigen großen Mengen, nicht von dreimal im Vorbeiflug oberflächlich betrachtet.
      Hier liegen noch welche im Fundus die ich vor über 40 Jahren ausgebaut und seitdem nicht benutzt habe, an denen ist nichts passiert, sie laufen nach sehr kurzer Nachformierzeit alle wieder wie neu und halten jeglicher Belastung stand.

      Auch große Ladekondensatoren guter Hersteller sind eigentlich fast immer in Ordnung, wenn ich sie mal messe.
      Das ist auch leicht zu verstehen, man muß sich mal die Formfaktoren ansehen, da gibt es normalerweise den Hauptfeind der inneren Überhitzung und somit Aufkochen des Elektrolyten garnicht, besonders blöd ausgedachte Schaltungsdesigns mal ausgenommen.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Nachdem ich mich entschlossen habe die Orangen Roederstein für die meiste Stellen im 8200 zu erhalten (einzig C536 und C537 wurden präventive wegen Ihren nahe Lage zu eine Kuhl Körper ersetzet) gibt es nicht vieles mehr zu tun. Lediglich C1502 auf alle Vier Treiber Modulen musste wegen ausgelaufenen Elektrolyten ersetzt werden, vermutlich weil diese ohne DC Vorspannung betrieben wurden. Deswegen habe ich die durch bipolare Elkos ersetzt, am Anfang wollte ich Mundorf Ecap verwenden, habe die auch bestellt, aber habe die Abmessungen nicht gut eingeschätzt, also das wird vom Platz her leider nichts. Stattdessen habe ich diese durch Nichicon Muse aus der ES Serie ersetzt. Diese radiale Elkos können vertikal montiert werden ohne dass dabei die kriechabstand zu der nächsten Platine zu klein wird (<3mm).

      Damit konnte ich auch den Abgleich des NF Teils vornehmen. Ohne Kalibrierung war der Ruhestrom noch einigermaßen OK; im kalten zustand starten diese um 22mA um nach zehn Minuten Aufwärmung um die 40mA zu stabilisieren. Das ist noch einigermaßen I.O, allerdings war der gemessene Offset auf alle Lautsprecherausgange zu hoch (zwischen 40 und 60 Millivolt). Beide sind innerhalb der Sollwerte nachjustiert.

      Jetzt muss mich auch mal auf die suche nach Quadro Schallplatten. In der USA gibt es genügend Angebot, vor allem im CD-4 – dafür muss ich dann auch auf die Suche nach eine JVC oder Dual CD-40 Decoder, was etwas Schwieriger sein wird.
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      Raymond

      Carpe Diem

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „alpinab10biturbo“ ()

      Gute Arbeit geleistet, an einem wirklich schönen Gerät.
      :thumbup:

      Die Tatsache das sich der Ruhestrom erst eine gewisse Zeit nach dem Kaltstart einstellt verführte immer wieder Leute dazu ihre Geräte stundenlang warmlaufen zu lassen (wertungsfrei).
      Gruß Jogi
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      Die orangen Roedersteins (schwarz oder weiß bedruckt) fand ich auch schon sehr häufig in diversen Geräten... auch in Radios, die nachweislich sehr viele Jahre/Jahrzehnte im Gebrauch waren. Defekt waren sie bei mir auch noch nie. Sieht man sich im Internet um, werden diese Bauteile von manchen Bastlern als "Problemkondensatoren" eingestuft, aber das kann ich nicht bestätigen. Somit decken sich Jogis Erfahrungen auch mit meinen Beobachtungen.
      ...und decken sich auch zu 100% mit meinen. Die Roederstein im orangenen Kunststoffbecher halten und halten....Ich ersetze sie bei Revisionen nicht. Hatte noch nie einen defekten.
      Die im weinroten Becher halten nur bedingt. Der Unterschied ist das Bechermaterial. Wir hatten dazu ja schon eine längere Diskussion.

      Gruß
      Reinhard
      Nach dem Bild der Rissflächen an den Bakelitbechern ließ sich eindeutig der Rißstart an der Außenfläche verorten. Meine These dazu: Diese Elkos sterben nicht aufgrund unzulässig hoher elektrischer Belastung, sondern durch Alterungsrisse im Bakelit. Rissbildung, begünstigt durch Wärme, ggf. andere Umgebungseinflüsse, eventuell auch beeinflusst von Pressmaterialcharge, Pressbedingungen, setzt von außen ein. Sobald ein Riss die Wandung durchdrungen hat, trocknet der Elko aus.
      Ich meine, diese Rissbildung ist auch bei alten Radiogehäusen manchmal ein Problem. Gibt es da eventuell Hintergrundwissen bei Forenkollegen? Was lässt Bakelitoberflächen rissig werden?
      Jedenfalls würde das schlüssig erklären, warum die orangefarbenen Roederstein dieses Symptom nicht zeigen. Das Material ist ein völlig anderer Kunststoff, offenbar langzeitstabiler.

      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Hallo Chris,

      früher wurde im elektrotechnischen Bereich ganz viel aus Bakelit gemacht. Bügeleisengriffe, Elektroschalter, Stechdosen, Verteilerdosen, Schnurschalter, sogar Lampenfassungen. Das Material hielt trotz Wärmebelastung sehr gut und lange, die Fassungen versprödeten jedoch am Rand und zerfielen. Da ging es aber auch sehr heiß zu. Ich glaube, der Pressstoff bei den weinroten ROE hat noch irgendein anderes Problem. Chemie / Zusammensetzung? Material zu dünn? Falscher Pressdruck?
      Achim
      Hallo Chris, Achim,

      wir hatten das schon mal angestossen.
      Die weinroten Becher enthalten im Bakelit (Phenolharz) einen Zuschlag, wahrscheinlich profanes Sägemehl, wie das damals üblich war. In den orangefarbenen ist es nicht, wahrscheinlich sind die auch aus einem spritzgussfähigem Kunststoff (z.B. Polystyrol oder ABS, die es spätestens seit 1950 schon gab) und gar nicht aus Phenolharz, auf jeden Fall sind sie ohne Zuschlag, wie man an der homogenen, glatten Oberfläche der orangenen Becher sehen kann, im Gegensatz zu der inhomogenen unebenen der dunkelroten Becher. Was auch gegen Bakelit als Material bei den orangenen Bechern spricht: Phenolharz für Bakelit kann aufgrund der dunkelraunen Verfärbung bei der chemischen Synthese nur in dunklen Farbtönen hergestellt werden, was einen hell-orangenen Farbton wie bei den orangenen Roederstein Elkos gar nicht erlaubt. Deshalb gibt es Bakelit nur in dunklen Farben (meist schwarz, dunkelbraun, dunkelrot, ...). Der Übergang von den hell-orangenen Bechern zu den dunkelroten Bakelitbechern wäre dann dem Kostendruck geschuldet. Bakelit war billiger, selbstverlöschend, gegen polare Lösemittel beständig und wärmeformbeständig.

      Die Hitze macht mit Sägemehl im Phenolharz dasselbe, was sie auch mit normalem Holz macht. Durch Austrocknen gibt es Schwund in der Holzstruktur. Dadurch kann wiederum Feuchtigkeit noch besser eindringen (was sie auch ohne Hitze mit Holz sowieso schon macht). Durch Feuchtigkeit quillt der Holzmehlzuschlag dann. Phenolharz ist auch hydrophil und begünstigt die Wasseraufnahme. Holz arbeitet - umschreibt man diese Zyklen ja landläufig. Wärme und im Wechsel Luftfeuchtigkeit schwächt auf Dauer die Integrität des Bakelitkörpers. Bakelit ist an sich schon spröde, durch die Wärmezyklen/Luftfeuchte bekommt es noch mehr Fehlstellen - bis zur Rissbildung. Im Gegensatz dazu würde ein (thermo)plastischer Becher die Wärmezyklen einfach durch Verformung auffangen. Das harte, spröde Bakelit kann das nicht.

      Aus dem Buch "Functional Fillers for Plastics", Marino Xanthos, Wiley, 2010:
      Trockenes Holzmehl nimmt bei 65% relativer LuftFeuchte innerhalb von 10 Stunden 8% Wasser auf.
      Holzmehl kann bis zu 30% Wasser aufnehmen und dehnt sich dabei entsprechen aus. Das beeinträchtigt die Stabilität von Harz-Holzmehl Verbundwerkstoffen.

      Gruss,
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Für mich ist der Fall klar, das Wasser ist zum Waschen da und nicht dafür Elektronikgeräte reinzustellen.
      Ich habe (hatte) eine Vielzahl Geräte der Siebziger die nur so vollgestopft waren mit weinroten Elkos (ROE) und von denen nie ein einziger Ausfallerscheinungen zeigte. Auch Reparaturkandidaten haben sich damit nicht hervorgetan, ich will nicht ausschließen das es da auch rote Versager gab, im statistischen Mittel üblicher Spätausfälle (so nennt die Elektronik-Bauelemente-Industrie die Bauteile die idiopathisch nach langer Betriebsstundenzahl nicht mehr wollen), keinesfalls also irgendwie auffällig. Noch heute kann ich jedes meiner noch vorhandenen Gebrauchsgeräte öffnen und auf viele, aber immerzu völlig intakte dieser Kondensatoren deuten.

      Ein Rätsel? Nein:
      Meine Geräte standen immer in geheizten Wohnräumen und es gab einfach keinen Wasserüberschuß in der Luft, normale Luftfeuchtigkeiten zwischen 30 und 50% sind meiner Meinung nach unabdingbar, ansonsten kann man seine Klamotten gleich in den Teich werfen - und das betrifft nicht nur elektronisches Zeug.
      Meine Zigarren bspw. wohnen im Humidor bei konstant 70% Luftfeuchtigkeit, damit sie nicht austrocknen, aber bei vielen Leuten könnte man sie an die Wand nageln weil dort in der Bude Tropenverhältnisse herrschen, vom Keller ganz zu schweigen.
      Das ist auch der Grund warum ich um "Kellerfunde" und ähnlichen durchnäßten Abfall in meiner Sammlerzeit immer einen Bogen gemacht habe.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Die Wiederinstandsetzung meinem kürzlich erworbenen 8200K ist schon seit einige Wochen vollendet. Seitdem Spielt es zuverlässig seine Runden, aber das war nur auf Stereo. Allerdings bin ich neugierig nach die Quadro Eigenschaften dieses Gerat. Lediglich Originale SQ oder CD4 aufnahmen fehlten mir. Bis ich letzte Woche über ein Quelle für digitalisierte Originalaufnahmen stöberte war das ein unerfüllter wünsch. Damit ist es möglich um SQ Kodierte aufnahmen über Compact Disc ab zu spielen.

      Zum Anfang habe ich Simon und Garfunkel (Bridge over Troubled Water) und die Fledermaus von Johan Strauß gespielt. CD Spieler ist ein Philips CD610 (TDA1543) und die Lautsprecher sind AM130 (vorne) und A80 (hinten). Die Platzierung der Lautsprecher ist nicht Ideal, aber gut genug um fest zu Stellen das beim eingeschalteten SQ Decoder das Quadro Effekt Spürbar zu vernehmen ist. Meine erste eindrucken sind nicht schlecht; auch wenn die Kanalscheidung zwischen Vorne und Hinten mit -3dB eher Bedenklich ist, ist die Räumlichkeit gut und der Klang bei weitem besser als bei die spätere varianten der Multi Kanal Wiedergabe.

      Weiterhin noch ein Bild der Ersetzte Teilen und ein Temperatur Bild des Gesamten Gerat beim Quadro Wiedergabe. Die Detail aufnahmen Weißen Lediglich nur auf Zwei Wiederstanden die über 90°C werden. Insgesamt nicht Kritisch und bei weiten besser als der 92xx.
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      Raymond

      Carpe Diem
      Technisch finde ich den Saba 8200 Quadro sehr gelungen. Gutes Empfangsteil und ausreichend starkes echtes Quadro-Verstärkerteil. Aber die holzimitierten-Plastik-Seitenteile im "Camping-Resopaltisch-Stil" sind einfach nur abgrundtief schändlich. Die Schieberegler sind leider einer Marotte der Zeit geschuldet und damals wie heute funktional und ergometrisch schlechter als Drehregler, aber das wollte der Zeitgeschmack damals wohl so (oder man glaubte das). Leider brechen die Plastik-Nasen der Schieberegler für die Knöpfe leicht ab und dann ist heute guter Rat teuer (oder aufwendig). Ich vermute, dass sehr viele solcher Geräte wegen abgebrochener Regler auf dem Müll gelandet sind.

      Saba hätte sich bei diesem "Spitzenmodell" beim Äusseren mehr ins Zeug legen können und müssen. Das ist noch nicht mal mangelhaft, das ist "voll durchgefallen". Es gibt solche Hässlichkeitspreiskandidaten auch von einigen anderen Herstellern dieser Zeit, diesem Holzimitatplastik-Virus auch verfallen sind. Da wünscht man sich, sie hätten sich damals was bei Wega oder Braun abgeschaut, wie gutes Design sein kann. Auch bei Heli Radio hätte man gute Gestaltung lernen können - aber die waren als DDR-Hersteller ja gar nicht im Blickfeld.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      das war eben das 70er Jahre Anything Goes Platikzeitalter. Prilblumen, Barbie-Puppen, Plastikspielzeug, Plastik-Wohnraumleuchten, Fernsehergehäuse...nur schön bunt, poppig, billig musste es sein. Es war das Zeitgefühl. Echtes Holz war verdächtig, roch nach der Elterngeneration.
      In diesem Kontext halte ich z.B. die Grundig RTV820, 1020 und 1040 für Meisterwerke ihrer Zeit (auch sie haben das Schiebepoti-Thema).
      Ich glaube auch, diese Phase wäre wieder vorüber gegangen, aber das Problem war, dass die Japaner die Schwäche geschickt ausgenutzt haben mit ihren dicken Alufronten und Drehknöpfen, grottenschweren Stahlblechgehäusen und der Prachtbeleuchtung dazu. Hinten drin die Technik war dabei oft miserabel gebaut.
      Und bevor die Deutschen merkten, dass der Trend vorbei geht, waren sie aus dem Rennen, hatten die Marktanteile an die Japaner verloren. Dann kamen wirtschaftlich schwächere Jahre, Kostensteigerungen und eine Umkehr war nicht mehr möglich.

      Auch der 8080 und Verwandte gehört schon in die Kategorie "Schiebereglerplastik", danach kamen noch popeligere Leichtgewichte, erst die 92xx drehten den Kalender zurück.
      Ich habe viele der Plastikbomber inzwischen liebgewonnen, meinen Frieden mit dem Äußeren gemacht. Die 8080, 8120, VS80/TS80, RTV820/1020/1040 sind ein Stück von mir, auf den Funkausstellungen in Berlin habe ich sie brandneu erlebt.
      Wir alle wissen, dass es besser, wertiger, haltbarer, klassischer, zeitloser geht, aber die Plastikfreaks gehören zur Familie - zumindest die, deren Technik überzeugt.
      Achim
      Hallo Achim,

      der SABA 8200K hat ja oben eine grosse Nussbaumfurnierplatte, warum denn um Himmels willen dann an den Seiten den Plastik-Holzdruck? Das beisst sich gegenseitig! Ist ja wie ein Bentley, bei dem das Armaturenbrett aus Wurzelholz gefertigt ist, aber statt ebensolcher Holzienlagen in den Dekorelementen der Türen nur holzfarbenbedrucktes Plastik der billigsten Sorte wäre, ein faux-pas ohnegleichen.

      Schiebepotis an sich sind mehr ein funktionelles, ergonomisches bzw. haptisches Manko, der Zeit geschuldet. In den von Dir genannten Grundig RTV 820, 1020 und 1040 sind Form und Funktion eine stimmige Symbiose eingegangen und sie sind ihresgleichen markant. Das kann ich beim 8200K nicht sagen, für mich eine grosse Designkatastrophe. Übrigens sind ähnlich optisch und haptisch verheerend Grundig RTV 800, 900, 901 mit dem gleichen holzfarben bedrucktem Glattplastik, dazu auch noch mit miserablem Skalenseiltrieb - diese drei waren sonst innen/technisch und in den Empfangsteilen wirklich sehr gut, NF war befriedigend bis ausreichend. Schlechte Optik, Haptik und Mechanik haben die alle nicht verdient gehabt. Es gab 1968 bereits folierte Oberflächen, wo man dreimal hinschauen und hinfassen musste, bis man erkannte, dass es kein Furnier war. Wenigstens so etwas hätte man ja nehmen können.

      Gegen Kunststoff/Plastik habe ich nichts einzuwenden, wenn es form- und funktionsgerecht mit einem Sinn für Ästhetik eingesetzt wird. Es gibt Plastikgehäuse, da scheiden sich die Geister/Geschmäcker. Aber soweit sie ein eigenständiges, in sich konsequentes Design verwirklichen, hat man nicht das Gefühl, es hätte zu mehr als Plastik nicht gereicht, sondern es sei als Gestaltungswerkstoff bewusst eingesetzt. Beim SABA 8200 Quadro K kommt bei mir so ein Gefühl nicht auf.
      Dagegen ist für mich so etwas ganz stimmig:

      Pultgerät 5000T (Körting, ELAC, Siemens), da hätte selbst Colani Freude dran haben können



      oder auch der Graetz-Klassiker Profi 306, stimmig auf jeden Fall:

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      Gruß
      Reinhard