Radiofertigung 1955

      Das ist genau das was ich immer predige und wo die Mehrheit sofort die Ohren auf Sturm stellt.

      Kondensatortester für Reststrom (Isolation) und Kapazität (richtig messen und nicht chinesich süßsauerscharf)

      Ebendar in industrieller Ausführung, die rein der Zeitersparnis und Teilautomation angeglichen einige Vorgänge en bloc abarbeitet.

      Der abgedeckte Bereich ist das eigentliche Prüffeld für die KUT und dient der Prozeßsicherheit, ein Endschalter wird die Meßspannung wegschalten sobald man die Klappe öffnet.
      Der Bauteilabwurf ist nicht sichtbar, wird aber wohl automatisch erfolgen.

      Noch einen Irrtum aufzuklären, sowas haben rennomierte Firmen immer! im eigenen Prüfgerätebau-Labor selber für sich angefertigt. Das ist eine der qualitätssichernden Maßnahmen, also das was die Unterschiede in der Fertigungsqualität ausmachte.

      Bei uns damals gab es das auch für ganze Leiterplatten, es wurden damit Schlüsseldaten abgetastet und in den Prozeßrechner (ganz zu Anfang noch ein hochtrabender Begriff für festverdrahtete Logik) eingespeist.
      Durchführung war damit angelernten Arbeiterinnen möglich, Abweichungen wurden erkannt und konnten der Reparatur zugeführt werden.
      Gruß Jogi
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      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Hallo,

      ​Eins, setzen!

      es handelt sich - laut Funkschau - um einen sogenannten "Kondensatorbagger", von der Qualitätssicherung selbst konstruiert und gebaut.

      Schlechte Kondensatoren werden automatisch aussortiert, nur die Guten schaffen es bis ganz nach hinten in die Box.

      ​Wie man das 1955 ohne Mikrocontroller und OPV hinbekommen hat, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

      Hut ab!
      Das wurde sicher ähnlich gemacht wie ich es manuell zur Festellung defekter Kondensatoren vorschlug.
      Alles läuft auf am KUT abgenommene Spannungsmeßwerte hinaus, diese können Schaltvorgänge triggern,
      das ging auch schon bevor man dazu Transistoren benutzte.

      Im oberen Gehäuse sitzt das Netzteil, verschiedene Abgriffe für verschiedene Nennspannungen, ein Feinjustierpoti.
      Dick gummiisolierte Leitungen zum Prüfpult.

      Unten ist der Trigger, eine Anzeige für den Toleranzbereich und ein Schwellwertpoti für die Justierung der Abwerfspannung. Vom Pult verdeckt ein Taster zum manuellen Abwurf. Ganz unten ein Kabelbaum an Hirschmann-Stecker für die Prüf- und Steuersignale.

      Da kam dann einmal zu Schichtbeginn der Maschinen-Einrichter vorbei und stellte alles richtig ein, dann konnten die Damen aus der Leichtlohngruppe im Akkord das Prüfgerät mit Prüflingen befüllen.

      Und rechts neben dem Prüfgerät liegt schon eine blasse Leiche, ein Kondensator der nur noch ein Bein hat.

      Und bei der Übergabe an die nächste Dame gellt ein Ruf durch den Maschinenlärm ringsum "Heid nur Sibbävierzge nanno"
      Gruß Jogi
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