Kopfhörerausgang beim 8080F nachrüsten

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      kugel-balu schrieb:

      so etwas macht man als seriöser Hersteller nicht


      Meine Reaktion war auch: TI war mal ein seriöser Hersteller, nun ist er es nicht mehr! Der Anfang vom Ende dieser Firma.

      Ist aber kein Zukauf aus China, in der offiziellen PCN (product change notification) steht: Wechsel des Herstellorts von Texas Instruments Mexico zu Texas Instruments Malaysia.

      Gruß
      Reinhard

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      Eben sehe ich, dass es noch eine weitere, sehr folgenreiche Änderung im Design der neuen Version (ab Dezember 2025) des Texas instruments NE5532 OpAmps gibt.

      Bis dato konnte man die überaus zahlreichen chinesischen Fälschungen des NE5532 ganz einfach daran erkennen, dass man zwischen den Eingangspins von invertierendem und nicht-invertierendem Eingang mit dem Diodentester eines Multimeters die Diodenflussspannung von 0,6-0,8 V feststellen konnte. Denn der invertierende und der nicht-invertierende Eingang waren durch ein antiparalleles Diodenpaar miteinander verbunden.

      In der neuen Version (seit Dez. 2025) der Texas Instruments NE5532 sind aber diese Dioden im Eingang entfallen. Das ist in der Dec. 2025 Revision des Datenblatts nicht explizit dokumentiert (im dort gezeigten Prinzipschaltbild sind die Dioden zwar nicht mehr gezeichnet, hätten aber dennoch vorhanden sein können), wurde aber von TI selbst auf Nachfrage inzwischen bestätigt.

      Das bedeutet, dass der einfache Multimeter-Fake-Test nicht mehr für die neuen TI NE5532 funktioniert. Um fake NE5532 zu identifizieren muss man jetzt eine etwas aufwändigere Slew-Rate Messung oder eine Bandbreitenmessung oder einen Multiton-IMD-Test machen, so wie ich sie vorher hier gezeigt hatte. Man benötigt also mindestens dafür einen Rechteckgenerator und ein Oszilloskop und einen echten (originalen) NE5532 zum Vergleich.

      Also ein weiterer Grund, um Texas Instruments NE5532 ab jetzt einen weiten Bogen zu machen!

      Video dazu: youtu.be/Jr-AXau7va4

      Für den NE5534 OpAmp, auch für die Version von Texas Instruments, bleibt der Dioden-Test zum Feststellen, ob es sich um eine Fälschung handelt, weiterhin gültig!

      Gruß Reinhard

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      Michael,
      so kann man es im Prinzip auch sehen.

      Wobei aber die schlechteren neuen NE5532 von TI (K-Serie) immer noch "tausendmal besser" sind als die chinesischen Fakes, die ganz miserabel sind und mit NE5532 ausser den 8 Pins praktisch gar nichts gemeinsam haben.

      Und um die auseinanderzuhalten, braucht man nun eine kleine Testschaltung und einen Signalgenerator. Ich benutze dafür die kleine Platine mit dem A47-Kopfhörerverstärker (kostet um 5 € bei ebay), die ich hier gezeigt habe. Sie enthält zwei OpAmp 8-DIP Steckfassungen, eine für jeden Kanal (stereo). Man benötigt nur einen Kanal Den Ausgang belaste ich mit 30 Ohm und daran kommt das Oszilloskop. Den Eingang speise ich von einem Rechteckgenerator mit 100 kHz. Dann bei 500 mV(spitze-spitze) Ausgangspegel, die Flankensteilheit messen und mit einem NE5532 vergleichen, von dem man sicher weiss, dass er original ist. Kann man natürlich auch auf dem Steckbrett (breadboard) aufbauen.

      Der neue Texas Instrument K-Typ NE5532 mit slew-rate von 5 V/µs wird diesen Test bei 100 kHz noch (fast) so gut bestehen, wie ein alter original NE5532 mit 9V /µs. Der China Fake-OpAmp, der nur < 1 V / µs schafft, hat dagegen bei 100 kHz erkennbar weit weniger steile Rechteckflanken, wie ich vorher in diesem Thread an den Oszilloskopbildern eines originalen und eines falschen OPA 2134 gezeigt hatte.

      Gruß
      Reinhard

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      Danke Reinhard, für die Testbeschreibung.
      Na, hoffentlich denke ich daran, wenn ich das nächste Mal NE5532 kaufe. Die Einschränkung der Versorgungsspannung ist aus meiner Sicht die in der Praxis schwerwiegendere Geschichte. Es gibt nicht viele OPVs, die mehr als 36 Volt verkraften. Für die meisten der typischen Anwendungen dürfte auch die neue Version schnell genug sein. Aber wenn die Betriebsspannung zu hoch ist, verbietet sich der Einsatz.

      VG, Christian
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      Ja, bei kritischen Anwendungen sollte man vorher testen, ob es der "richtige" 5532 ist. Oder, wenn man an gute Audio-Schaltungen denkt, den NOS-Markt beobachten. Es tauchen immer mal alte Bestände von Signetics oder Philips auf, auch mal im Metallgehäuse oder Keramikgehäuse. Klar, die sind dann etwas teurer, aber m.E. ist das dann gut investiert.

      Michael

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      Die alten original Texas Instruments NE5532hatte zur Markierung von PIN 1 einen in der Vergussmasse leicht eingedrückten "Punkt".
      Die neue TI K-Serie aus Malaysia (seit Dezember 2025) soll stattdessen eine halbrunde Einkerbung in der Oberfläche an der Schmalseite haben, an der PIN 1 ist, keinen Punkt mehr.

      Daran und an dem "K" bei der Seriennummer kann man also neue von alten TI NE5532 unterscheiden. Jedenfalls vorerst - solange bis das evtl. wieder geändert wird. Allerdings werden sich die Fälscher in China schnell darauf einstellen und das genauso nachmachen. Um's Testen kommt man also nicht umhin.

      Leider bekommt man die NE5532 von ehem. Signetics (später Philips) regulär nicht mehr, nur noch Restbestände und nur mit viel Glück, das waren die besten - wie Michael auch eben schrieb.

      Gruß
      Reinhard
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