Unbekannter SABA UW 3095

      Unbekannter SABA UW 3095

      Hallo,
      mir ist ein exotisches Gerät von SABA zugelaufen.
      Gerät nennt sich UW3095.
      Hat 3 Kurzwellenbeieche ( 1,8 bis 5 MHz, 5 bis 13MHz und 13 bis 26MHz) und 1 Mittelwellenbereich
      Kennt jemand diese Gerät und wo wurde das verkauft (Exportgerät)?
      Ich hab bis jetzt nichts zu diesem Radio gefunden
      Röhrenbestückung: ECH81, EBF89, RCL82 und EM84
      Im Gehäuse sind 3 Lautsprecher verbaut.
      Hat da jemand nähere Infos zu diesem Gerät? Für welchen Kundenkreis wurde das Gerät gebaut?
      Gibt es irgendwo Unterlagen dazu.
      Gruß
      fossi
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      Offensichtlich Exportgerät!

      Die Beschriftung ist englisch, z.B. MC (mega cyles) statt MHz.
      Amis waren damals sehr von SABA-Radios angetan, nicht nur die hier stationierten.
      Hintergrund, deren eigene Radios waren weniger empfindlich und auch weniger trennscharf.
      UKW-Radio FM (hat das UW 3095 nicht) gab es in den USA erst viel später als bei uns.

      Ich würde gezielt in den USA suchen.
      Nimm eher direkt amerikanische Suchmaschinen, unser Gockel ist mehr was für Europa.
      Früher war mal für solche Zwecke yahoo.com (nicht yahoo.de) ganz gut.
      Da es offensichtlich ein Nachkriegsradio ist, könnte das Stichwort Marshall-Plan interessant sein.
      Deutsche Produkte erfreuten sich durch den in den USA bald großer Beliebtheit, nicht nur VW Käfer.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Interessant, reines AM-Radio - ohne UKW. Muss dem Gehäuse nach (ähnelt Freiburg 11) aus ca. 1960 sein. FM gab's da schon lange.
      Aber hat wohl in den USA im Mittleren Westen und auf dem flachen Land wegen der kleineren Reichweite keine große Rolle gespielt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Fossi ,

      Könntes Du mal ein Abbild im Inneren und von unten machen natürlich ohne Abdeckung .

      Ich hab im Internetz auch nix gefunden.
      Am hinteren Gehäusedeckel rechts sieht man schoen das Sympol für doppel isoliert , hat zu dieser Zeit kein europäisches Radio . Hmmm komisch . 8|

      Vom Gehäuse her erinnert es einem Saba Villingen 100 eher , weil du schriebst es hat 3 Lautsprecher , einen Haupt,- und 2 Hochtoener nehm ich mal an .

      Was SABA wohl noch so hat an Sachen hatt die im verborgenen Räumen schlummern weiß der Geier :D
      Grüße <3 Mia <3
      Hallo die Runde
      Anbei ein Text von mir, der zeigt was ab 1950 bei GRUNDIG an Exportmodellen gebaut wurde.
      Saba hat mindest einen Teil so gemacht. Es gab z.B. die version NORD bei SABA
      oder radiomuseum.org/r/saba_uwz_125.html

      radiomuseum.org/schemaviewer/saba_uwz_125.pdfradiomuseum.org/r/saba_uwz_125.html



      hans
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      Anbei wie gewünscht noch weitere Bilder vom Innenleben
      Gruß
      fossi
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      Nachteule schrieb:

      Am hinteren Gehäusedeckel rechts sieht man schoen das Sympol für doppel isoliert , hat zu dieser Zeit kein europäisches Radio . Hmmm komisch .


      Dazu habe ich noch gefunden:
      "The International Electrotechnical Commission (IEC) introduced the formal classifications for double insulation (Class II) from the 1960s onwards, with one early example of a double-insulated appliance being the 1957 Hoover vacuum cleaner."

      und

      "1950s:
      The concept of double insulation as a safety measure against electric shock was a new constructional method, with its principles documented in the 1956 memorandum that led to the BS 2754 standard. (British).

      Großbritannien war also Vorreiter bei Einführung eines Standards für doppelte Schutzisolierung ab 1956. Auf jeden Fall beinhaltet der BS 2754 von 1962 diese Ausführung.

      "BS 2754 was a British Standard, now withdrawn and superseded, that outlined the principles for double and reinforced insulation in electrical equipment,
      a construction method that protects users from electric shock by providing two layers of insulation between live electrical components and the user. Equipment meeting these standards, known as Class II equipment, does not require an earth connection and is marked with a symbol of a double square."


      1957:
      The first double-insulated Hoover vacuum cleaner was introduced in the UK, demonstrating the practical application of the concept.

      1960s - 1970s:
      The IEC formalized the concept of double insulation with Class II classifications, and double-insulated devices became more common, replacing some older single-insulated models."

      Scheint also so, dass GB Vorreiter bei "doppelt schutzisoliert" war, d.h., damit auch für Kanada, Australien...(Commonwealth) eine Bedeutung hatte.
      Ist interessant, dass der spätere SABA Continental 410US (ein Ableger des SABA Freiburg 14) für den amerikanischen Markt das Zeichen für doppelte Schutzisolierung nicht trägt.


      Vom Gehäuse...
      ja Mia, stimmt, SABA Villingen 90 ist äusserlich am ähnlichsten, wurde 1958-1959 gebaut.
      Dann würde ich mal sagen, dass der UW 3095 von 1959-1960 ist, mit Haupt-Zielgebiet USA und Commonwealth-Länder (englisch-sprachige Beschriftung), dort für abgelegene Regionen (oder auf See?) und solche, in denen es 1960 noch keine FM-Ausstrahlung gab. Daher nur Kurzwelle und Mittelwelle.

      Ein vergleichbares Modell (mehrere KW-Bänder, MW und LW, aber ohne UKW) gab es von Siemens, Siemens Gross-Super Type 790W (Jahr 1959), u.a. für den Indischen Markt, in Indien gefertigt (radiomuseum-bocket.de/wiki/ima…Grosssuper_790_Indien.jpg). Auf der Schallwand-Stoffbespannung die Schrift in Goldfarbe "Siemens India". Dort eher was für den Maharadscha, denn wer sonst hätte sich den in Indien leisten können (der Verkaufspreis für den 790 W in Indien im Jahr 1960 war umgerechnet 840 DM, ein zur oberen Schicht gehöriger indischer Regierungsbeamter verdiente im Jahr 1960 nur 48 DM im Monat)? Also den vermutlich günstigeren SABA UW 3095 für seine Frau, die Maharani? (frei nach..."und den zweitbesten Fisch für meine Frau, bitte."

      Aber - Spass beiseite - Indien und andere Entwicklungs-/Schwellenländer - damals noch ohne UKW -erscheint für den Export des SABA UW 3095 sehr plausibel. Wikipedia schreibt, dass es FM in Indien erst seit 1977 gab:
      "FM broadcasting began on 23 July 1977 in Chennai, then Madras, and was expanded during the 1990s, nearly 50 years after FM broadcasting grew in the United States." en.wikipedia.org/wiki/FM_broadcasting_in_India

      Auch in weiten Teilen Südamerikas (Brasilien) gab es - mit wenigen Ausnahmen - bis ca. 1977 landesweit noch kein UKW.
      In Italien und Griechenland gab es bis Ende der 1960iger Jahre - nur mit wenigen Ausnahmen - auch noch keinen UKW-Rundfunk.

      Ein weiterer Hinweis könnte evtl. die Frequenzbezeichnung "MC" (MegaCycle) für MHz sein. Die war in den USA seinerzeit üblich und ist genau genommen ja nicht ganz richtig, da es megacycles per second heissen müsste. Und wenn man sich britische Radios aus der Zeit um 1960 ansieht, steht bei denen - anders als bei amerikanischen Radios - korrekt "MC/s".

      Ob deutschen Herstellern diese unterschiedliche Schreibweisen der "Engländer" und "Amerikaner" klar war und sie bei Exportgeräten das sogar mitberücksichtigt haben? Das Netzsteckersymbol auf der Rückwand des UW 3095 tut das jedenfalls nicht. Es ist ein deutscher Stecker abgebildet statt eines amerikanischen oder britischen....Und auch der Siemens 790 W von Siemens India hat auf dem Skalenglas nicht das britische MC/s sondern nur MC für MHz.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 16 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Wie weiter oben erwähnt, dürfte es sich um ein Exportgerät handeln.
      Seltsam ist dann aber der originale "Schukostecker" ohne Schutzleiter mit dem SABA Schriftzug.
      Warum wurde dann nicht der für das Exportland passende Stecker montiert?
      So konnte das Radio ohne einen Netzsteckeradapter z.B. in Amerika nicht direkt betrieben werden.
      Anbei noch Bilder vom Netzstecker.
      Noch eine Frage zum Netzstecker:
      wie kann man die zerstörungsfrei öffnen und wieder zusammenfügen? Ich erkenne da ein metallisches Art von Fächerscheibel(Alu?) die wie eine eingenietetet Schnappverbindung aussieht, die man ev ausbohren könnte.
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      Hallo fossi und Reinhard ,

      vielen Dank für die Bilder .

      Ach es gab auch einen Villingen 90 , kannte ich nicht .
      Was ich schon erkannte die Tasten Aggregate für export waren was mir auffiehl immer ROSA ? Damit man im Werk bescheid weiß , weil es eine geänderte Schaltung oder eine Erweiterung handelt ??
      Grüße <3 Mia <3

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Nachteule“ ()

      fossi schrieb:

      Warum wurde dann nicht der für das Exportland passende Stecker montiert?


      Kennst Du das Exportland?
      Wenn nicht, dann kannst Du annehmen, dass dies genau der für das Exportland passende Stecker ist. Nordamerika und Commonwealth würden damit allerdings ausscheiden. Aber z.B. Italien und Griechenland, Portugal und Spanien (Steckdose/Stecker Typ F) kämen infrage.

      Ausserdem auch noch die folgenden Länder mit Steckdose/Stecker F:
      Ägypten, Albanien, Algerien, Andorra, Armenien, Balearen, Bosnien, Bulgarien, Estland, Finland, Georgien, Island, Kosovo, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Madeira, Moldau, Montenegro, Niederlande, Mazedonien, Norwegen, Österreich, Rumänien, Russland, Schweden, Serbien, Slowenien, Türkei, Ungarn und einige mehr.

      In vielen dieser Länder gab es 1960 noch nicht flächendeckend UKW.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Wie fand das Radio zu Dir?

      Ich nehme an, es ist nicht Familienbesitz Ersthand, wo man gezielt nachforschen könnte.
      Wenn Du es aus Berlin oder aus der Gegend Ramstein hast, ist es ein Indiz für Vorbesitzer US-Militär.
      Kauftest Du es bei einem lokalen Trödler?
      Nicht selten machen die in der Umgebung Haushaltsauflösungen, also Radio vermutlich daher.
      Die Amis hatten teilweise auch recht kleine Stützpunkte, eher ohne 110 Volt, außer mit Vorschalttrafo.
      Selbst bei mir in der Gegend, drei Dörfer weiter, waren ein paar Amis, vermutlich nicht mehr als 100.

      Eine andere Fährte sind die Länder, die Reinhard auflistete, manche an der deutschen Grenze.
      War auch damals schon so, daß man je nach Preis im Nachbarland kaufte, nicht nur Benzin und Zigaretten.
      Beispiel, bei mir der väterliche Teil kommt vom Niederrhein, Katzensprung bis zur holländischen Grenze.
      Zu DM-Zeiten war das bei manchen Waren interessant, ich war damals öfter in Holland.
      Du hast jetzt ein paar Sachen an der Hand, wie Du die Herkunft des Radios einkreisen kannst.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Ich hab das Radio auf Kleinanzeigen im Raum Bad Aibling gefunden.
      Ein Sammler hat von einem verstorbenen Sammler dessen Gerätekonvolut übernommen.
      Da er aber nur Vorkriegradios sammelt, war der Sabab für ihn uninteressant und hat ihn dann bei Kleinanzeigen angeboten.
      Somit läßt sich die genaue Herkunft wohl nicht mehr rekonstruieren.

      Dieter