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Hallo,
leider musste ich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz ungewollt noch eine neue hinzufügen.
Ein gebrauchtes Boxenpaar von Arcus Typ AS6 für 23€ schien ein guter Kauf zu sein. Zwar war Probehören nicht möglich, aber der Verkäufer seriös, der Preis niedrig und die LS schienen völlig i.O. zu sein, die Membranen waren beweglich und die Sicken nicht aus Schaumstoff.
Die Enttäuschung kam zuhause, den Boxen fehlten die unteren drei Oktaven. Eine Überprüfung ergab, dass elektrisch kein Fehler vorliegt.
Die Bauteile der hochwertigen Weiche sind alle i.O., Gleichstromwiderstand und Induktivität der Schwingspulen stimmen mit den Datenblattangaben überein.

Dann kam noch eine Eingebung, die Resonanzfrequenz der Konuslautsprecher zu messen. Das Ergebnis bei zwei Exemplaren, 180 und 200Hz. Damit war klar warum unter 160Hz keine Basswiedergabe möglich ist. Bei den Lautsprechern handelt es sich um an sich hochwertige Exemplare von Vifa, TypP13WH-00 08. Laut Datenblatt mit einer Resonanzfrequenz von 60Hz. Mit dieser Erkenntnis habe ich das Internet durchsucht und bin im angelsächsischen Raum fündig geworden. Dort sind Resonanzfrequenzen von bis 280 Hz dokumentiert.
Das Problem hat dort einen Namen: "surround hardening". Gemeint ist damit das Aushärten der Sicke. Diese ist nicht aus Gummi, sondern aus einem Kunststoff. der nach Ausdünsten der Weichmacher aushärtet.
Zu Vergleichszwecken habe ich zwei andere 13cm-LS aus meinem Bestand nachgemessen. Einen von RFT (VEB DDR) von 1988 mit Schaumstoffsicke, der hat 60Hz, einen Grundig von 1975 mit Gummisicke, der hat 72Hz. Zum Vergleich, die Vifas stammen aus den 90er Jahren und sind wahrscheinlich schon seit Jahren Elektroschrott.


Es gibt zwei Möglichkeiten.
1) Die Sicken regelmäßig (3 Monate) mit irgendeinem Methyl-Irgendwas Gemisch einpinseln.
2) Die Sicken tauschen. Im Netz ist mehrfach dokumentiert, dass die Vifas damit ihre ursprünglichen Eigenschaften wieder erhalten.
Offensichtlich ist das aber kein Problem was auf diesen Lautsprechertyp oder diesen Hersteller beschränkt ist. Auch andere Lautsprecher von Vifa und anderen Herstellern sind betroffen
Das heißt beim Kauf von Boxen aus den Neunzigern und danach müssen die Sicken geprüft werden. Bei Schaumstoff sieht man es oft schon, die Kunststoffsicken sind aber optisch topp. Der Test geht aber ganz einfach. Mit dem Fingernagel leicht auf die Sicke klopfen. Ist die Sicke ausgehärtet hört es sich an wie auf Kunststoff, hohes, hartes relativ lautes Geräusch. Ist die Sicke in Ordnung ist das Geräusch, dumpf, weich und leise.
Bleibt eigentlich nur Allen im Forum ein gutes neues Jahr zu wünschen, und ganz besonders dem Betreiber dieser Webseite.
Rolf
leider musste ich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz ungewollt noch eine neue hinzufügen.
Ein gebrauchtes Boxenpaar von Arcus Typ AS6 für 23€ schien ein guter Kauf zu sein. Zwar war Probehören nicht möglich, aber der Verkäufer seriös, der Preis niedrig und die LS schienen völlig i.O. zu sein, die Membranen waren beweglich und die Sicken nicht aus Schaumstoff.
Die Enttäuschung kam zuhause, den Boxen fehlten die unteren drei Oktaven. Eine Überprüfung ergab, dass elektrisch kein Fehler vorliegt.
Die Bauteile der hochwertigen Weiche sind alle i.O., Gleichstromwiderstand und Induktivität der Schwingspulen stimmen mit den Datenblattangaben überein.
Dann kam noch eine Eingebung, die Resonanzfrequenz der Konuslautsprecher zu messen. Das Ergebnis bei zwei Exemplaren, 180 und 200Hz. Damit war klar warum unter 160Hz keine Basswiedergabe möglich ist. Bei den Lautsprechern handelt es sich um an sich hochwertige Exemplare von Vifa, TypP13WH-00 08. Laut Datenblatt mit einer Resonanzfrequenz von 60Hz. Mit dieser Erkenntnis habe ich das Internet durchsucht und bin im angelsächsischen Raum fündig geworden. Dort sind Resonanzfrequenzen von bis 280 Hz dokumentiert.
Das Problem hat dort einen Namen: "surround hardening". Gemeint ist damit das Aushärten der Sicke. Diese ist nicht aus Gummi, sondern aus einem Kunststoff. der nach Ausdünsten der Weichmacher aushärtet.
Zu Vergleichszwecken habe ich zwei andere 13cm-LS aus meinem Bestand nachgemessen. Einen von RFT (VEB DDR) von 1988 mit Schaumstoffsicke, der hat 60Hz, einen Grundig von 1975 mit Gummisicke, der hat 72Hz. Zum Vergleich, die Vifas stammen aus den 90er Jahren und sind wahrscheinlich schon seit Jahren Elektroschrott.
Es gibt zwei Möglichkeiten.
1) Die Sicken regelmäßig (3 Monate) mit irgendeinem Methyl-Irgendwas Gemisch einpinseln.
2) Die Sicken tauschen. Im Netz ist mehrfach dokumentiert, dass die Vifas damit ihre ursprünglichen Eigenschaften wieder erhalten.
Offensichtlich ist das aber kein Problem was auf diesen Lautsprechertyp oder diesen Hersteller beschränkt ist. Auch andere Lautsprecher von Vifa und anderen Herstellern sind betroffen
Das heißt beim Kauf von Boxen aus den Neunzigern und danach müssen die Sicken geprüft werden. Bei Schaumstoff sieht man es oft schon, die Kunststoffsicken sind aber optisch topp. Der Test geht aber ganz einfach. Mit dem Fingernagel leicht auf die Sicke klopfen. Ist die Sicke ausgehärtet hört es sich an wie auf Kunststoff, hohes, hartes relativ lautes Geräusch. Ist die Sicke in Ordnung ist das Geräusch, dumpf, weich und leise.
Bleibt eigentlich nur Allen im Forum ein gutes neues Jahr zu wünschen, und ganz besonders dem Betreiber dieser Webseite.
Rolf
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