Einschaltverzögerung der Endstufen, 9240S

      Einschaltverzögerung der Endstufen, 9240S

      Moin Moin, erstmal frohes Neues an das Forum,

      Ich habe meinen Patienten wieder auf der Werkbank liege, mit einem leider schlecht zu reproduzierendem Fehler.
      Der Receiver spielt ganz normal, allerdings erst ca. 10 Minuten nach dem Einschalten.
      Bis dahin kann man bei hoher Lautstärke die Boxen leise spielen hören, bis sie dann plötzlich auf die eingestellte Lautstärke anfängt zu spielen.
      Nach Ausschalten und sofortigem Wiederanschalten war der Zustand der Gleiche- nur leises spielen.
      Beim späteren nochmaligem Einschalten- völlig normales verhalten mit sofortiger normaler Lautstärke.
      In der Suche habe ich bisher nichts vergleichbares gefunden. . .
      Irgendwelche Ideen zur Fehlersuche?

      Gruß
      Andreas
      Es gibt mehrere Möglichkeiten!

      Gehe erst mal so vor, wie von gst vorgeschlagen.
      Im Zweifelsfall würde ich auf den Modulen vorsorglich Elkos wechseln.
      Löte auch die Module nach, ist dann ein Abwasch.
      Dann sollten Wackelkontakte ausgeschlossen sein, die für seltsame Fehler sorgen.
      Gebe auch auf jeden Steckkontakt bei den Modulen ein Tröpfchen Sprühöl 88 o.ä.

      Eine beliebte Ursache ist zu hoher DC-Offset bei den Endstufenausgängen.
      Stimmt da was nicht, registriert das das Relais-Modul, das Lautsprecherrelais schaltet nicht.
      Da würde ich jedoch erst messen, wenn das Relais-Modul sicher funktioniert, siehe vorher.
      Das Lautsprecherrelais wird es eher nicht sein, wenn beide Kanäle gleichzeitig betroffen.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

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      Habe jetzt nochmal nachgemessen. Die jeweils 42V an den Endstufen liegen an. Das Relaismodul schaltet die Kontakte ebenfalls sauber durch.
      Im Mono-Stumm Modul ändert sich die Spannung bei Taste „Mono“ nur geringfügig am Pin7 von 1,3 auf 1,8V .
      Auffälliger ist, das die Taste „Monitor“ auf diesem und dem Flip Flop Modul gar keine Spannungsänderung hervorruft. Das Tastenlicht geht allerdings auch nicht an, also werde ich nochmal die Bedienungsanleitung studieren um Fehlbedienung auszuschließen ;)

      Grüße aus Lüneburg. -11C

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      Hast Du wie vorgeschlagen die Module überholt?

      Damit meine ich, verdächtige Elkos gewechselt und Platinen nachgelötet.
      Dann ist jetzt Messen dran.
      Die ±42 Betriebsspannung der Endstufe ist weniger interessant.
      Ohne die würde die Endstufe nicht arbeiten.
      Interessant ist dagegen DC-Offset, Gleichspannung am Endstufenausgang.
      Stimmt da was nicht, wird die Schutzschaltung aktiv.
      Die Messung macht man ohne Audiosignal.
      Bleibt dort die Gleichspannung unter 0,1 Volt, darf die Schutzschaltung nicht ansprechen.
      Genauen Wert weiß ich nicht.
      Über 1 Volt am Ausgang sollte die Schutzschaltung sicher ansprechen.

      Andreas
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      Sodele, Teile kamen heute.
      Relaismodul, Momo stumm Modul die Elkos getauscht und alles nachgelötet. Die Flip Flop ebenfalls nachgelötet.
      Ergebnis - Keine Änderung.

      Ausgang der Endstufen (grüner Draht gegen Masse/weiß) gemessen. War 0,3V und 0,1V und konnte mit P1103 auf 0V problemlos eingestellt werden.
      Ergebnis- Keine Änderung

      Das schöne ist, man freundet sich mit den Plänen und der modularen Schaltungstechnik richtig an. Das reindenken und umsetzen der Vorschläge dauert etwas, aber man kommt rein. 8o

      Denkende Grüße
      Andreas

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      Nur um ein mögliches Missverständnis auszuschliessen:

      Die Einschaltverzögerung ist die Zeit nach dem Einschalten, bis das Lautsprecher-Relais (bei AUX/TAPE Eingangswahl testen) hörbar klickt - auch wenn gar kein Audiosignal am Eingang anliegt. Das ist im Fehlerfall nicht unbedingt identisch mit der Zeit bis lauter Ton kommt.

      Die Zeit nach dem Einschalten bis ein Ton aus den Lautsprechern in erwarteter Lautstärke kommt, kann länger sein als die Einschaltverzögerung (aber nie kürzer) wenn ein Defekt vorliegt, der keinen DC-Offset auf einem Endstufenausgang verursacht. Das kann z.B. eine schlechte Lötstelle sein, ein defektes Schalt-IC u. dgl.

      Es ist also wichtig, beides sorgfältig zu trennen und zunächst festzustellen, ob es sich tatsächlich aufgrund eines Defekts um verzögerte Einschaltverzögerung handelt oder ob es einen anderen Grund gibt, warum der Ton erst später normal laut wird.

      Wenn es tatsächlich an der Einschaltverzögerung liegt, nicht vergessen, auch die Spulenversorgung des LS-Schaltrelais zu überprüfen. Die wird über einen Selengleichrichter (D2321) besorgt, der u.U. defekt sein kann u. dadurch auch den dahinterliegenden Ladeelko C2322 geschädigt hat.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

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      Danke, dann ist die Themenbezeichnung ggf. nicht korrekt. ;(

      Der Receiver ist seit einem halben Jahr, fast jeden Werktag in Betrieb (nur Radio).
      Nach ein paar Wochen dauerte es ca. 30sec nach dem Drücken des Einschaltknopfes bis die Lautsprecher angefangen haben zu spielen. Dieser Zeitraum hat sich dann auf >10 Minuten verlängert.

      Daher meine anfängliche Wortwahl. Vielleicht hilft diese Präzisierung. ;)

      Neu

      Wenn man das Relais auf der Karte anziehen hört, und es auch durchschaltet (was ja wohl gemessen wurde), dann klingt das eher wie eine elektronische Stummschaltung. Es wäre jetzt recht praktisch, die relevanten Module gegen andere tauschen zu können. Wenn die Elkos schon geprüft sind, kann man ja durchaus auf ein defektes IC tippen.

      Michael

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      Hallo Gruddi,

      es ist bisher immer noch nicht zwischen der Einschaltverzögerung und der Zeit, die nötig ist, bis die Lautsprecher anfangen zu tönen, unterschieden. Diese Frage hatte ich aufgeworfen und begründet.

      Du hast aber bisher noch nicht geschrieben, ob und nach welcher Zeit Du hörst, dass das Lautsprecher-Relais anzieht (leises "klick" hinten links im Verstärker hörbar). DAS ist aber eine wichtige Information. Normalerweise schaltet das LS-Relais bei den SABA 92xy in 0,5-1,5 Sekunden nach dem Einschalten des Receivers. Man muss aber darauf achten, dass man das nicht mit dem Einschalten des UKW-Relais (auf der Netzteilkarte) verwechselt.

      Es ist für die Lokalisierung des Defekts erforderlich zu wissen, ob es die von Dir genannte lange Zeit, z.B. 10 Minuten, braucht, bis das Lautsprecher-Relais schaltet oder ob das Lautsprecher-Relais ordnungsgemäss schnell (nach ca. 0,5-1,5 Sekunden) schaltet, der Ton dann aber trotzdem noch längere Zeit braucht, bis er kommt. Im letzten Fall könnten nämlich die Schutzschaltung, die Einschaltverzögerung und die grundsätzliche LS-Relais-Funktion als Ursache ausgeschlossen werden.
      Im ersten Fall kommt sowohl eine elektrische Ursache, wie auch einfach ein Kleben der Relaiskontakte oder eine andere mechanische Störung im Lautsprecherrelais als mögliche Ursache infrage.

      Ausserdem...
      Du schriebst:
      "Ausgang der Endstufen (grüner Draht gegen Masse/weiß) gemessen. War 0,3V und 0,1V und konnte mit P1103 auf 0V problemlos eingestellt werden."

      Dir ist schon klar, dass die Aufgabe "DC-Spannung an den Endstufenausgängen Messen" sich auf die Zeitspanne bezieht, in der der Receiver die Tonausgabe verweigert. Nicht etwa auf die Zeit, in der er scheinbar "normal" zu hören ist? Du hast bei Deinen Angaben zu den gemessenen Spannungen keine Unterscheidung dieser beiden Betriebs-Zustände gemacht. Ist aber wichtig.

      Es ist wichtig, ganz präzise zu kommunizieren, was wie wo gemacht und gemessen wurde. Wir können ja nicht zusehen, wie Du das machst.
      Deshalb sind auch die Fragen hier jetzt nicht nur einfach "DC-Offset messen" sondern a) wenn noch kein Ton gekommen ist und b) nachdem Ton gekommen ist (aber bei der Messung Lautstärke immer ganz auf Minimum runtergedreht).

      Gruß
      Reinhard

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