Einschaltverzögerung der Endstufen, 9240S

      Machen wir es etwas einfacher!

      Soweit ich mich erinnere, machtest Du bis jetzt nur Radiobetrieb.
      Das bitte zuerst klären, ob der Fehler auch mit z.B. Kassettenrekorder oder CD vorliegt.
      Wäre ja ein Ding, wenn der nur bei Radio ist!

      Reinhard hat ein schönes Messblatt hochgeladen, kannte ich noch nicht.
      Das würde ich noch nicht komplett abarbeiten.
      Interessant ist der Kasten 15 Netzteilplatine.
      Miss erst mal nur die Spannungen, wenn der Fehler nicht nur bei Radio ist.
      Das wird dann übersichtlicher, Ausschlussverfahren, Messungen etappenweise.
      Anbei das Schaltbild von "15 Netzteil-Mod".
      Erfahrungsgemäß sind da häufiger Fehler, gammelige Lötstellen und Elkos.

      Andreas

      Edit:
      Aufpassen mit dem Schaltplanausschnitt, siehe Anmerkung von Reinhard zwei Beiträge weiter!
      Bilder
      • saba9260s14.jpg

        225,97 kB, 1.146×1.679, 11 mal angesehen
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Moin,
      Oszilloskop habe ich, aber in die Bedienung muss ich mich erst wieder einarbeiten. Ist für meine Rentenzeit geplant. :D
      Die Messtabelle ist Klasse, damit kann ich arbeiten. :) Geht morgen los.

      Ich hab heute nochmal etwas experimentiert. Ich konnte, nachdem der Receiver angefangen hat normal zu spielen, das Gerät mehrfach Ein- und Ausschalten wobei alles normal (ohne Verzögerung) funktionierte.
      Nach 2 Stunden Stehzeit (Aus), wieder die bekannte Verzögerung. Echt seltsam.

      Grüße
      Das von Andreas abgebildete Schaltbild (das ist vom 9260) nicht nehmen!
      Das vom 9240/9241 ist beim Netzteil anders. Auch die Anschluss-Bezeichnungen.

      Im übrigen halte ich das möglichst vollständige Nachprüfen der Spannungen an den im Messblatt genannten Messpunkten bei Spannungsproblemen für zielführender.
      Wenn man schon mal misst, kann man gleich alle in der Tabelle genannten Messpunkte auf der Unterseite ohne viel Zusatzaufwand gleich mitmessen. Das ist das Einfachste! Die liegen ja (fast alle) wie auf einem Präsentierteller vor einem und es gibt sofort den Gesamtüberblick. Das ist bei Problemen an einem Gerät der 92xy Serie immer das Erste, was man machen sollte, weil man danach weiss, ob die Spannungsversorgungen an den Modulen einwandfrei sind oder zu welchem Modul evtl. eine Versorgung ausgefallen ist Und das ist keinesfalls nur eine "theoretische Meinung", sondern praktische Erfahrung aus vielen Reparaturen dieser 92xy SABAs.

      Am Netzteil selbst kann u.U. alles ok sein und die erforderliche Spannung am gelisteten Messpunkt (direkt an der betreffenden Steckmodulleiste) trotzdem nicht ankommen, z.B. wenn es einen Haarriss gibt (häufiger als man gewöhnlich denkt) , eine schlechte Lötstelle (selten bei 92xy), usw. Deshalb geht man gleich entsprechend Messblatt-Tabelle vor, statt erstmal nur am Netzteil selbst zu messen. Einen Schaltplan benötigt man zum Messen der Messpunkte nach Messblatt noch nicht einmal. Denn die Punkte sind ja (fast) alle auf der Platinenunterseite der beiden Hauptplatinen entsprechend markiert.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Messungen für heute beendet

      War etwas mühsam da . . . Ich sag mal: Wenn er auf dem Rücken steht, kommt er schneller . . .

      Dadurch musste ich immer wieder unterbrechen. Ich habe kein Spannung gefunden die fehlte und mit dem spielen der Lautsprecher wieder anlag. Es wird wohl auf Haarriß oder kalte Lötstelle hinauslaufen.

      @ Andreas: Ich habe leider keine anderen Signalquellen zur Verfügung :/
      Bilder
      • IMG_2026-01-17-204830.jpg

        528 kB, 1.080×1.080, 9 mal angesehen
      Gruddi, Du hast einen Computer!

      In aller Regel hat er eine Soundkarte, damit in den SABA gehen.
      Viele heutige Mobiltelefone haben einen Kopfhöreranschluss.
      Auch damit geht was, den Kopfhöreranschluss als Signalquelle nehmen.
      Dann gibt es noch eine Methode "quick and dirty"
      Phonoeingang wählen, mit den Fingern berühren, muss dann brummen.
      Selbst ohne Finger an den Kontakten sollte merklich Rauschen hörbar sein.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Hallo Gruddi,

      ich hätte Deinen Aufschrei erwartet.
      Denn Du hast drei Abweichungen festgestellt:
      1) D2/PIN 11 hat 0 V statt 15 V
      2) E2/PIN 4 hat 0 V statt 15 V
      3) D4 hat 26,7 V statt 15 V

      Für 1) und 2) gilt Entwarnung, denn damit dort die 15 V messbar sind, muss extra die AM-Taste dafür gedrückt sein. Ist sie ja normalerweise nicht, deshalb misst man dann dort nichts.

      Für die Abweichung 3) gibt es auch Entwarnung.
      Die Spannung an Messpunkt D4 hängt davon ab, welche HF-Hauptplatinenversion Du hast und ob ein Stereodecoder-Modul mit insgesamt vier Spulenkästchen ( 2 pro Kanal) oder eins mit sechs Spulenkästchen ( 3 pro Kanal) dort eingesteckt ist.

      Ich will nicht tiefer ins Detail gehen, wird sonst seitenlang.

      Du hast offenbar die HF-Platinenversion für den Stereodecoder mit sechs Filterspulen und der sollte auch bei Dir eingebaut sein. D4 ist dafür nur PIN13 der Decoderleiste und nicht mit PIN 12 verbunden. In dem Fall ist 26,5 V an D4 bei eingebautem Decoder richtig (+45 V, wenn der Decoder gezogen ist)!

      Aber noch prüfen:
      Sind R2056 und C2056 ggf. defekt?
      Ggf. sind die thermisch überlasteten Lötstellen von R2056 defekt, so dass der Stereodekoder Aussetzer bekommt?
      Gibt es eine oder mehrere Haarrisse im oben bezeichneten Bereich in der Hauptplatine unter dem FM-Tuner, wo Du auf dem Foto die gelben Drähte siehst?


      Wenn der zu späte Toneinsatz nicht nur bei FM sondern auch mit anderen Quellen (Band, AUX) vorkommt, muss aber noch weiter gesucht werden. Dazu wird wenigstens ein Sinus-Toneingangssignal (1 kHz /0,3-1 V bevorzugt) und ein (AC) Multimeter oder Oszilloskop benötigt (Oszilloskop besser, aber nur wenn man damit routiniert umgehen kann). Michael und Andreas hatte das bereits angesprochen.

      Gruß
      Reinhard
      Bilder
      • Hauptplatine für 6-Filter Stereodecoder.jpg

        686,71 kB, 1.243×1.071, 7 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Ich habe nicht aufgeschrieen bei den Messwerten, da diese in beiden Zuständen (mit/ohne Fehler) gleich waren.

      Der Phonoeingang hat noch die alten runden mehrpoligen Stecker, ich glaube anfassen nützt da auch nichts.

      Allerdings hat das Messen und Durchschalten dazu geführt, dass der Fehler fast weg ist. Verzögerung derzeit nur noch ca. 10 Sekunden. Das macht das weitere Messen auch etwas schwierig.

      Ich gebe zu, dass ich die sinnvollen Vorschläge mit Signalgeber nicht umsetzen kann. Sorry.

      Ich denke über eine Strategiewechsel nach.
      Vielleicht tausche ich einmal gemäß Vorgängen die Elkos auf allen Platinen, dann inkl. der von Reinhard angesprochenen R/C2056

      vielleicht die bessere Strategie?

      Grüße
      Nicht zu wild Elkos tauschen!

      Jetzt weiß ich nicht, wie erfahren Du bist.
      Man baut sich schnell mal einen Fehler ein, verpolt oder falscher Wert.
      Solche selbst eingebauten Fehler zu finden, ist dann anspruchsvoll.
      Nicht ohne Grund schlug ich vor, etappenweise vorzugehen.

      Das mit den runden Eingangsbuchsen, Halbmond, ist kein Problem.
      Im einfachsten Fall biegt man sich eine Büroklammer auf.
      Damit dann die Kontakte in der Buchse berühren.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Also, das Ganze hört sich für mich immer mehr nach einem Kontaktproblem an. Klar, ein defekter Elko kann das auch sein, aber eine schlecht Lötstelle oder einfach ein Kontaktproblem an einer der Steckerleisten würde ich jetzt erst einmal prüfen. Dazu reicht es u.U. schon aus, die Module einmal abzuziehen und die Stifte zu betrachten, evtl. etwas reinigen,
      dann wieder aufstecken.

      Und dann sollte einmal der Stereo-Decoder genau betrachtet werden. Wenn es die Version mit 6 Filtern ist, wie Reinhard vermutet, dann gibt es darauf eine echte Schwachstelle, nämlich die beiden axialen Elkos mit 4,7 uF (C 913 und 916). Die waren bei mir bisher eigentlich immer schlecht, und die könnten so einen Effekt hervorrufen. Die also mal ansehen.

      Was dabei nicht so recht ins Bild passt ist das gleichzeitige Auftreten in beiden Kanälen. Das bringt mich zu C 2016 auf der Hauptplatine, mit 2,2 uF. Dieser Elko ist auch sehr oft schlecht, und sollte gegen einen Folienkondensator getauscht werden. Ist der angeschlagen, würden beide Kanäle betroffen sein, weil er vor dem Stereo-Decoder liegt.

      Ich rate, wie Andreas, von einem Elko-Rundumschlag erst einmal ab. Fehlergefahr ist zu hoch. Erst den eigentlichen Fehler beheben, danach kann man revidieren (und das am besten anhand des Ratgebers zum Gerät, in dem das Modul für Modul genau beschrieben wird). Es gibt hier ja auch einige sehr detaillierte Beschreibungen, aber eines nach dem anderen ...

      Besten Gruss,

      Michael
      Hallo Gruddi,

      es ist wichtig zu wissen, ob Du den Fehler nur bei Radio-Betrieb hast oder auch bei Einspeisung in das NF-Teil über den TB-Eingang. Das wurde schon früh angesprochen. Die meisten haben ja z.B. ein Smartphone oder einen CD-Spieler oder mp3-Player, den sie an die Eingangs-Buchse "Tonband" (mit einem Adapterkabel) anschliessen können. Dann kann man ja Musik abspielen, ohne das Radioteil zu benutzen.

      Es gibt auch für ca. 10 € kleine Blutooth-Adapter. Den Blutooth-Adapter an den Bandeingang angeschlossen und dann über das Handy oder den PC Musik eingespielt, so geht es auch.

      Gruß
      Reinhard
    • Benutzer online 11

      11 Besucher