GRUNDIG ST 2000 Tuner mit mysteriösem Fehler

      TCA240 oft ersetzbar durch TDA1571 (Nachfolger von TCA240 ?).

      Im TDA1571 sind einige Pins zusammengelegt (3 und 6, 4 und 5, 11 und 12, 13 und 14), die im TCA240 separat sind. Schaltplankontrolle also immer erforderlich. Also bedingt Pin-kompatibel.








      Wenn, wie in der Schaltung des ST 2000 und ST 6000, die o.g. Pins bei Verwendung des TCA240 bereits extern zusammengelegt sind, kann ihn der spannungsfestere TDA1571 ohne weitere Änderung ersetzen.


      Gruß
      Reinhard

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      Hallo Michael,

      ist natürlich sauber abgeglichen. Ich lasse ihn so, wie er jetzt ist. Das hat keinerlei Nachteile.
      Es ging mir darum, auszuschliessen, dass noch ein übersehener Defekt versteckt ist, der sich über die Zeit verschlimmern könnte und dann wieder ein Problem macht. Ich bin jetzt zum Schluß gekommen, dass das nicht mehr der Fall ist. Die Vernietung der Lötfahnen am Abstimmpoti war der letzte Troublemaker. Vielleicht war das Abstimmpoti alleine ursächlich (könnte sein), vielleicht aber auch nicht ganz alleine.

      Zu Deiner Frage:
      Das Poti macht zwar nur die Abstimmspannung, deren Genauigkeit ist aber wichtig, da auf den Wert der Abstimmspannung (also auf die Kapazität der Kapazitätsdiode bei einer bestimmten Abstimmspannung) jeder Kreis abgelichen wird. Verändert sich nachträglich die Abstimmspannung, stimmt der Abgleich folglich nicht mehr. Deshalb ist in den Service Manuals die Kontrolle der Abstimmspannung immer der allererster Prüfpunkt noch vor dem Abgleich. Wenn der Abgleich stark verstimmt ist, geht auch die Empfindlichkeit verloren.

      Du kannst mir Dein 2. Exemplar auch gerne zukommen lassen. Wäre aber schon sehr großer Zufall, wenn dort die Ursache die gleiche wäre. So recht mag ich das noch nicht glauben. Das hier war schon etwas speziell.

      Gruß
      Reinhard

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      So, alle Termine erledigt, habe wieder was Zeit!

      Warum gab das nichts mit Messung am Kollektor von T303?
      Mit dem Digigiguck sollte das eigentlich funktionieren.
      Empfindlich ist die Stelle nicht, sehr niederohmig.
      Auch müsste da genug Dampf sein, weit mehr als nur Millivolt.
      Stört aber nicht, die Messung der ZF-Amplitude hat genug Aussagekraft.
      3,5 dB ist ungefähr Faktor 1,5 und somit hinreichend konstant.

      Mal sehen, auch wieder was bei mir im Hinterkopf
      Man könnte da mit AD8307 und Freunden messen.
      Bei box73.de gibt es dieses nette Modul für aktuell 10 Euro:
      box73.de/product_info.php?products_id=4824
      Eigentlich ist das für 50 Ω.
      Das kann man aber umbauen auf eine Eingangsimpedanz ca. 2,2 kΩ.
      Eventuell packt man noch einen Spannungsteiler 1:10 davor.
      Letztens bekam ich eine Fehllieferung, bestellte die Module.
      Vermutlich stelle ich die Umänderung hier im Forum vor.
      Das ist dann eine prima Sache für Messungen in VFOs wie hier.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      dl2jas schrieb:

      Warum gab das nichts mit Messung am Kollektor von T303?
      Mit dem Digigiguck sollte das eigentlich funktionieren.
      Empfindlich ist die Stelle nicht, sehr niederohmig.
      Auch müsste da genug Dampf sein, weit mehr als nur Millivolt.


      Hallo Andreas,

      weil es am Kollektor von T303 so niederohmig zur Stromversorgung (damit auch --> Masse) hin zugeht (nur 22 Ohm, dahinter gehts schon über die Abblockkondensatoren auf Masse), ist die Spannungsamplitude am Kollektor von T303 gegen Masse sehr klein. Messung am Emitter wäre vermutlich gegangen, wenn es dabei den Kreis nicht verstimmt. Da ist wegen der Enge nur noch schlechter von der Bestückungsseite dranzukommen.

      Letztlich war Messung am Mischerausgang auch wegen der sehr engen Platzverhältnisse an T303 einfacher und enthält sogar noch mehr Information, da die ZF-Amplitude auch noch von der am Mischer anstehenden f0-Amplitude abhängt. Wäre dort ein zu früher/starker Abfall zu den Bandgrenzen, hätte sich das bei der ZF-Amplitude auch gezeigt. Also zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen!

      Gruß
      Reinhard


      Nachträglich zur Illustration:

      Funktion des UKW-Oszillators und der Trennstufe in der Simulation (parasitäre Eigenschaften ignoriert):
      abgestimmt auf Oszillatorfrequenz: 108 MHz



      Pegel:
      Basis T303, Messpunkt 1 (rot): 5,6 Vss (schlecht messbar wg. Verstimmung d. Kreises bei Kontakt)
      Kollektor T303, Messpunkt 2 (gelb): 220 mVss (d.h. klein, kein Sinus, sehr schlecht / kaum messbar)
      Emitter T303, Messpunkt 3 (türkis): 3,4 V ss (evtl. Verstimmung bei Kontakt?)
      Ausgang d. Trennstufe (blau): 10 Vss (Verstimmung bei Kontakt)



      Messung am Ausgang des Mischer-ICs ist also hier die beste Methode zur Beurteilung der Pegelkonstanz über die Frequenz.

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      Abschliessender Hör- und Empfangstest

      Der Grundig ST 2000 konnte noch UKW-Sender in hörwürdiger Qualität hereinholen, die meinem NAD Model 300 Receiver (1975) verborgen blieben. Und Sender, die mit dem NAD nur leicht verrauscht empfangen werden konnten, erklangen über den ST 2000 nahezu rauschfrei. Er punktete also nicht nur in den Messwerten sondern auch praktisch hinsichtlich Empfindlichkeit und damit verbundener Rauscharmut bei schwachen Sendern.

      Ich nehme meinen NAD Model 300 Receiver gerne zum Vergleich, weil er bei stärkeren Sendern in Stereo sehr rauscharm ist, dabei durchschnittlich gute Trennschärfe und Empfindlichkeit bietet, allerdings sehr guten Klang (UKW Frequenzgang 20 Hz - 15 kHz -1 dB) bei niedrigen Verzerrungen. Klangmässig konnte ich zwischen dem ST 2000 und dem NAD keinen Unterschied heraushören. Empfangsmässig schlägt der ST 2000 den NAD deutlich. So sollte es auch sein!

      Alles gut!

      Als wichtig hat sich korrekte Einstellung der Stereoschwelle nach Service Anweisung gezeigt. Liegt die Schwelle zu hoch, leidet die Übersprechdämpfung, Räumlichkeit geht verloren, weil die dem Stereodecoder integrierte Kanalüberblendung zu früh einsetzt. Die sorgt dafür, dass das Rauschen bei schwachen Sendern verringert wird, indem eine zunehmende Überblendung in Richtung "mono" erfolgt. Bei Sendern nur knapp über der Stereo-Schaltschwelle wird zwar "stereo" angezeigt, aber praktisch fast nur noch in mono wiedergegeben, dafür aber ohne Rauschen. Man erspart sich so natürlich die manuelle Umschaltung auf mono. Natürlich soll das bei Sendern, die hinreichend stark für rauschfreien bzw. rauscharmen Stereoempfang sind, nicht stattfinden. Dafür muss die Stereoschwelle korrekt eingestellt sein.

      Gruß
      Reinhard
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