Grundig Aktiv Box XM400

      Grundig Aktiv Box XM400

      Hallo, an diesen 2-Wege Aktiv Boxen waren die Hochtöner defekt. D.h. die Schwingspule unterbrochen. Als Ersatz habe ich, mechanisch mit wenig Feilarbeit, passende RFT Kalottenhochtöner L9811 eingebaut. Da dieser Hochtöner mit max. 15 W spezifiert ist, habe ich an + und - jeweils eine 24V/21W Glühlampe, als Überlastschutz eingelötet. Bestromt aber habe ich zuerst nur die Tief/Mittelton Endstufe. Bei der Hochton Endstufe habe ich die Ruhestrom Brücke getrennt. Selbiges dann auch an der anderen Endstufe, hier dann ein, max. 200 mA/DC Meter angeklemmt. Dann habe ich die beiden Endstufen Leistungstransistoren BD907/908, mittels Dioden Funktion geprüft und die sind Kurzschlussfrei und haben die Dioden Funktion. Dann den Standby Netz Trafo direkt mit 230 V/AC bestromt und zuvor, den Leistung Netz Trafo dann Primärseitig von der Leiterplatte getrennt und am Stell Trafo gehängt. Die Sekundärseitigen +/- 22 V/DC werden schon bei 180 V/AC bei offener Brücke, erreicht. Dann wieder mit 0 V/AC beginnend, langsam hochgedreht und schon bei ca. 80 V/AC Netzeingang, steigt der Ruhestrom dieser Tief/Mittelton Endstufe, auf 200 mA/DC und der Lautsprecher brummt stark. Dann die beiden Treiber Transistoren geprüft und auch die für iO befunden.
      Was bitte sollte ich weiterhin prüfen ?

      Werde dieses Thema auch in anderen Foren posten und auf konstruktive Antworten hoffen, die ich dann auch hier einstelle.
      M.f.G.
      Justus
      saba-forum.dl2jas.com/index.ph…nt/12569-Endstufe-HT-jpg/

      Hallo Justus,

      erst mal: Das Öffnen der Ruhestrombrücke schaltet die jeweilige Stufe nicht ab. Der Strom für die negative Halbwelle fließt dann halt nur noch über den Treiber und muss dabei auch über Rx28, den 68-Ohm-Widerstand. Das geht gut, solange keine Last angeschlossen ist oder solange keine Ausgangsleistung zustande kommt. Dafür reicht unter Umständen schon Brumm bei offenem Eingang.

      An deiner Stelle würde ich folgendes versuchen:

      Damit du vernünftig an der Platine arbeiten kannst, Sekundäranschlüsse vom Trafo ablöten und mit flexiblen Prüfleitungen mit der Platine verbinden. Mittenpunkt an Masse, die Wicklungsenden an je einen der Sicherungsanschlüsse. Dann brauchst du auch den Hilfstrafo nicht befeuern, für die Untersuchung des Arbeitspunktes der Endstufe reicht es aus. Erst wenn man was hören will und am Eingang ein Signal dazu einspeist, muss der Hilfskreis wieder mit Spannung versorgt werden.
      • kontrollieren, ob die 68-Ohm-Widerstände noch heil sind
      • Brücke wieder herstellen, am besten einen 1-Ohm-Widerstand drüberlöten, damit man über dessen Spannungsabfall indirekt den Strom messen kann
      • Lautsprecherleitung ablöten
      • Spannung über einen Schutzwiderstand (60W-Glühlampe o.ä.) auf den Trafo geben, gerne auch erst mal nur ca. 150V statt 230V. Vorher alle offenen Anschlüsse, die diese hohe Spannung führen, berührungssicher abdecken, z. B. mit Isolierband. Weniger als 150V würde ich übrigens nicht empfehlen, da die Endstufe unter Umständen nicht ihre Arbeitspunkte erreichen kann oder anfängt zu schwingen. Beides kann zu hohen Ruhestrom vortäuschen.
      • Bei Zeichen erhöhter Stromaufnahme schnell wieder ausschalten. Ist die Stromaufnahme normal, Test mit Nennspannung wiederholen und am Objekt prüfen, ob die im Schaltplan angegebenen Spannungen passen
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      • Ist die Stromaufnahme zu hoch, geht es mit der ernsthaften Fehlersuche los:
      • Endstufentransistoren und Treiber auslöten, nicht nur mittels Diodenfunktion testen, sondern auch ihre Verstärkungsfunktion - entweder per fliegendem Aufbau mit hohem Basisvorwiderstand und einem passenden Emitterwiderstand, oder einfacher, wenn vorhanden, mittels Komponententester.
      • Schutzdioden Dx03, Dx04 auslöten und prüfen, können vorerst auch draußen bleiben
      • Nur die Treiber wieder einlöten, dabei genau drauf achten, keine Lötbrücken zu fabrizieren
      • Endstufe wieder mit Vorwiderstand und ohne LS unter Strom setzen.
      Wenn die Stufe dann immer noch nicht ihren Arbeitspunkt findet, sehen wir weiter. Arbeitspunkt heißt: am Lautsprecherausgang dürfen maximal einige Millivolt Gleichspannung auftreten. Dann regelt sich die Endstufe korrekt über die Rückkopplung an Basis von Tx02 ein.

      Viele Grüße,
      Christian
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      Aufpassen mit ausgelöteten Endstufentransistoren!

      Das, was Christian beschrieb, mache ich auch ganz gern.
      Man kann so prima die Funktion des Verstärkers überprüfen, auch DC am Ausgang.
      Nur darf man nicht ernsthaft Last (Lautsprecher) anschließen.
      Üblicher Kopfhörer, meist > 100 Ω, ist eigentlich kein Problem.
      So testete ich mal einen HIFI-Verstärker während der Reparatur und schoss mir ins Knie.
      Alles war prima, in Gedanken drückte ich den Schalter und schaltete die Lautsprecher hinzu.
      Bautz, bei 4 Ω Last war dann die Treiberschaltung zerschossen!
      Also aufpassen, daß man nicht versehentlich die Lautsprecher hinzuschaltet.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Stimmt, bis die Stufe DC-frei am Ausgang ist, sollten weder die Endtransistoren eingelötet, noch die Lautsprecherleitungen nicht wieder angeschlossen werden. Bei dieser Schaltung passiert aber nicht so schnell etwas. Schwächstes Glied sind die Emitterwiderstände der Treiber. Bis ca. 5 Volt Spitze dürften die 68-Ohm-Widerstände aber verkraften, selbst bei Kurzschluss am Ausgang.

      Der Trick mit den weggelassenen Endtransistoren klappt übrigens nicht bei allen Komplementärendstufen. Beim Braun Regie 550D zum Beispiel haben die Treiber ohne die Endtransistoren keine Verbindung mehr zum Ausgang, damit auch nicht zum Rückkopplungspfad. Da hat die Schaltung keine Chance, am Ausgang auf 0 Volt DC auszuregeln. Bild siehe Anhang.
      Bilder
      • Braun_Regie550_Endst.jpg

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      Hallo in die runde,
      gestern hatte ich die Endstufen Transistoren raus und in den China Prüfer gesteckt, der dann auch plausible Daten zeigte, dann Rückmontage und Prüfung auf DC Freiheit am Ausgang, da nur wenige mV angezeigt wurden, lötetete ich den Tief/Mittelton Lautsprecher wieder an und machte den Probelauf mit 60 W Vorschaltlampe, der Ton kam sauber raus, der Ruhestrom aber lag gut beim doppeltem Wert, dann das Ruhestrom Trimm Poti bewegt und selbst bei geringster Drehung sprang der mA Wert enorm. Dann Netzstecker raus, dass Trimm Poti dann mehrmals vor und zurück gedreht und gemessen, da es nun Aussetzfrei anzeigte, bestromte ich die Box wieder und konnte den Ruhestrom sauber auf ca. 50mA einstellen. Die Woche dann geht's an die Hochton Endstufe. D.h. ich berichte weiter.
      Euch aber danke ich sehr für die bisherigen konstruktiven Tipps
      M.f.G.
      Justus
      Moin in die runde, im guten Glauben und nachdem die beiden 2 Wege Endstufen sauber klangen, wunderte ich mich, dass die TT/M Endstufe, bei kalten B(G)D907/908 sich der Ruhestrom in den ersten 3 Minuten erhöhte, um dann wieder auf die ca. 50mA zurück zu gehen. Die Trimm Potis ersetzte ich gegen Spindel Trimm Potis. Die Bestromung erfolgte per 60 W Vorschaltlampe und Stell Trafo so das am Netzstecker die hier ständigen 235 V/AC anlagen. Dann wagte ich die Bestromung direkt an der Steckdose und in wenigen Minuten begann der TT/M Lautsprecher verstärkt zu brummen und innerhalb eine 10 tel Sekunde Plopte dieser um dann zu verstummen. Endresultat, der B(G)D 907 und B(G)D 908 haben nen niederohmigen Schluss zwischen Basis und Kollektor. Auch sind die beiden Schutz Widerstände zwischen Basis und Emitter unterbrochen. Schaun me mal.....Fraglich bleibt die HT-Endstufe, an der zuvor der Konus Lautsprecher ne unterbrochene Schwingspule zeigt. An der Endstufe habe ich nur den Lautsprecher und das Ruhestrom Poti ersetzt. Der Kanal hält den Ruhestrom und klingt sauber.
      M.f.G.
      Justus

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      Hallo Michael,
      solange ich den Ton sauber hörte, nicht.
      Erst als Brummen hörbar wurde, da leuchtete die 60 W Glühlampe hell auf, bevor ich den Netzstecker zog.

      Habe nun weiter gemessen und der PNP Treiber BD440 hat allseitig auch nen Schluss. Der NPN Treiber BD439 dagegen nicht.
      M.f.G.
      Justus

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      Hi Justus,

      Eine leichte allmähliche Schwankung des Ruhestromes in der Gegend von +-10 mA halte ich für durchaus möglich. Auch das von dir beschriebene gegensätzliche Verhalten. Erst Zu-, dann Abnahme. Als Kompensationsmaßnahmen sind ja neben der BE-Strecke des Ruhestromtransistors noch zwei NTCs und eine Germaniumdiode verbaut. Letztere dürften deutlich langsamer, dafür mit stärkerer Wirkung, einer Ruhestromzunahme entgegenwirken. Aber halt erst, wenn auch sie Wärme abbekommen.

      Was du beschreibst, hegt in mir den Verdacht, dass die Stufe angefangen hat zu schwingen. Sind die Ferrithülsen an den Emittern der Treibertransistoren noch vorhanden? Es gibt noch ein paar Bauteile mehr, die der Frequenzkompensation dienen, deren Fehlen oder Defekt ist aber eher unwahrscheinlich.

      Viele Grüße
      Christian
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      Für mich ist jede konstruktive Antwort eine willkommene.
      Mit der Fragestellung auch im Grundig Forum erhoffe ich mir weitere konstruktive Antworten um die, mir bislang unbekannten Aktivboxen, die ich ersteigerte, sehr bald wieder spielbar zu wissen.
      Auch bin ich noch dabei, die Tipps die ich bislang erhalten habe, abzuarbeiten.
      M.f.G.
      Justus
      Hallo in die runde,
      nachdem ich eure Tipps abgearbeitet hatte, stellte ich mir für die defekten TT-Endstufe ein Sortiment aus NPN und PNP Treiber und Endstufen Transistoren zusammen, die da wären BD439BD911 und BD238C/Bd244C.Nach dessen Einbau mit Isolierfolie an den Rückseitigen Kollektor Kühlfläche, bestromte ich die Endstufe wieder über eine 60 W Vorschaltlampe und schon kamen erste Töne aus den Lautsprechern, dass aber verzerrt. Auch floss kein Ruhestrom in der TT-Endstufe. Da alle Spannungsmessungen an den Leiterzügen zu den Transistoren plausibel erschienen, kam zunächst Ratlosigkeit auf. Dann kam ich auf die Idee, die Kollektor Spannungen direkt vorn an der metallischen Kühlfläche zu messen und stellte fest, es ist keine vorhanden. Schon beim Einbau des BD244C wunderte ich mich, das die 3 Elektroden einige Zentel tiefer in den Leiterzug Bohrungen endeten. Mit besserer Brille dann die Kollektor Elektrode mittels Lötnadel und frischen Lötzinn nach gelötet und schon kam ein sauberer Klang und nach Justage auf 50mA Ruhestrom, war der Klang dann auch lautstark. Nächste Woche geht's an die zweite Aktiv Box.
      M.f.G.
      Justus

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      Da die Transistor Kombination BD 238/BD244 und BD439/B911 eine Einmaligkeit sein wird, ist eine längere Prüfung des Kollektorstrom Verhaltens eingeplant. Auch die Verwendung eines RFT Hochtöners in diese Aktiv Box, wird wohl ebenfalls eine Einmaligkeit bleiben.
      Der Klang jedenfalls gefällt mir mit dieser Kombination, wobei die Höhen präsent sind.
      M.f.G.
      Justus