Grundig XV5000

      Grundig XV5000

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      Zu Grundig Aktivboxen gehört meines Erachtens auch ein passender Vorverstärker. Ich bekam einen halbwegs preiswerten XV5000 aus Großbritannien in die Heimat geschickt. Äußerlich gut erhalten, aber ohne Funktion und mit abgeschnittenem Stecker. Die 1-A-Sicherung auf der Netzrelaisplatine war durchgebrannt.

      Da das Gerät einige Berühmtheit erlangt hat, beschränke ich mich mal nur auf eine kurze Aufzählung der Arbeiten:
      • Elkos kontrolliert, Frako-Elkos vorsichtshalber getauscht
      • Alps-Kipphebelschalter demontiert und gereinigt. Das betraf nur diese vier Schalter. Die Drucktastenschalter für die Quellenumschaltung zeigten keinerlei Auffälligkeiten bei der Kontaktwiderstandsmessung
      • Relais: Das Netzrelais durfte bleiben, der Übergangswiderstand war in Ordnung. Das Mutingrelais, der gleiche kleine Typ wie im MXV100, war hartnäckiger. Aktuell sind die Kontakte wieder ausreichend niederohmig. Ob das so bleibt, werde ich sehen.
      • Potis und Pegelstufenschalter entkratzt
      • Kalte Lötstellen am Übergang der Buchsenplatte zur NF-Eingangsplatte behoben. Die beiden Platinen sind senkrecht zueinander angeordnet und über Lötbrücken miteinander verbunden, siehe angehängtes Bild. Diese zeigten Ausfallerscheinungen.
      • Kühlkörperblech der Verstärkerplatine mit TO03-Fingerkühlkörpern aufgewertet. Einen Schönheitspreis verdient das sicher nicht, aber ich habe etliche dieser Kühlkörper übrig.

      Die letzte Maßnahme ist nicht zwingend notwendig, sorgt aber für etwas geringere Temperaturbelastungen im Geräteinneren.
      Auf der Platte werden 2 x 4 Watt thermische Leistung vom Endverstärker und die Verlustleistung des Längsregeltransistors entsorgt. Letzterer setzt die gleichgerichtete Eingangsspannung von 73 Volt (220V), respektive 77 V (230V) auf 54 Volt herab, das bei ca. 280 mA Stromfluss. Der teilt sich übrigens auf in 2 x 75 mA für die Endstufen und in Summe 130 mA für alle anderen Baugruppen. Sie alle werden von den 54 Volt längsgeregelter Spannung versorgt, keine der Baugruppen wird funktionsbezogen zu- oder abgeschaltet, sie stehen unter Spannung, sobald das Gerät einschaltet. In Summe muss also die kleine schwarze Alu-Platte unter heutigen Spannungsbedingungen ca. 15 Watt Wärmeleistung loswerden. Das schafft sie auch, erwärmt sich dabei aber auf gut 60 °C bei geschlossenem Deckel. Die drei Fingerkühlkörper reduzieren die Temperatur um ca. 8 Grad.

      Frequenzgang, Entzerrung, Wirkung der Klangregelung und der Loudness liegen nun im Soll, alle Funktionen sind gegeben. Auch der Klirr liegt innerhalb der Spec. Nun muss ich noch die Knöpfe putzen. :)

      Ein paar Bilder vom Inneren habe ich mal angehängt.

      Viele Grüße,
      Christian
      Bilder
      • Alps_Kipphebelsch.jpg

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      • Eingangsplatine.jpg

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      • KK_Leistung.jpg

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      • Sch_Klangr_Platinen.jpg

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      Prima Teil, und (wie ich finde) eine gut gelöste Verbesserung der Kühlung. Die ist nicht selten einer der ganz wenigen Schwachpunkte bei Grundig-Geräten. Wenn genug Platz ist, so wie hier, ist das kein Problem.

      Ich hätte vermutlich noch eine Runde überlange Beinchen gekürzt und eine Runde nachgelötet ... aber das kann sich ja noch ergeben, wenn der Pre in der Praxis gut läuft (was er sicher wird).

      Besten Gruss, und viel Spass,

      Michael

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      Inzwischen häufig auftretende Defekte des XV5000 sind:
      1. Der leidige EIn-/Ausschalter Fehler aufgrund Kriechstrom im niedrigen µA-Bereich auf der Pertinaxplatte im Schalter. Als Folge lässt sich der XV5000 nicht mehr ausschalten oder schaltet sich erratisch von selbst ein. Lösung: Es wird einfach der nichtbenutzte Schalter-PIN auf der Schaltseite, auf dem im ausgeschalteten Zustand der Schalterkontakt zu liegen kommt, mit einem kurzen isolierten Draht an den nächstliegenden (Chassis-)-GND Lötpunkt derselben Platine verbunden. Ein Ersatz des Schalters ist somit nicht nötig. Auch kein grösserer Umbau, um die Schaltung gegen den Kriechstrom unempfindlicher zu machen. Reinigung hat sowieso nie dauerhaft geholfen.
      2. Der XV5000 erzeugt hörbar Brumm (Lautsprecher). Ursache: Der Linearregel-Stabi Darlington-Transistor T501 am Kühlblech ist dann defekt, Emitterspannung ("Ausgangsspannung" des Regeltransistors) steigt dann auf weit über 56 V). Ersatzbestückung mit einem BD681oder BD679 hält nicht lange, der Transistor fällt immer wieder aus. Lösung: Es wird ein TIP102 oder ein BD901 eingebaut. Da diese aber anderes PIN-out haben, müssen die äusseren Beinchen überkreuz angeschlossen werden und benötigen dafür eine sichere Isolierung (Schrumpfschlauch) gegen Kontakt untereinander und gegen das Kühlblech. Alternativ werden alle drei Beinchen mit isoliertem Draht verlängert und der Transistor so "kopfüber" montiert, ohne die Anschlüsse zu kreuzen.
      3. Als Folgeschaden von 2. ist nicht selten der 2 W Vorwiderstand R504 (5,6 Ohm / 2W) hochohmig geworden. Lösung: Ersetzen, Einbau "an langem Bein".
      4. Phonokanal oder beide ausgefallen. Ursache: Die grossen Lastwiderstände R375 und R377 (2,4 kOhm / 2 W "mit langen Bein" montiert), bzw. einer von ihnen und oder die daneben befindlichen Elkos C342 und C345 sind ausgefallen, da sie von den Widerständen beheizt werden. Lösung: Die genannten beiden Widerstände und die beiden Elkos erneuern.
      5. Kanalausfall, wenn Pegelsteller auf 0 dB oder + 2 dB oder höher geschaltet wird. Ursache: C606 und C607 sind mit Feinschluss defekt. Lösung: C506 und C607 durch Elkos 10 µF / 50 V ersetzen (keine Tantalkondensatoren an dieser Stelle mehr einbauen! Sie sind nicht schaltfest).
      Die Defekte Nr. 1, 4 und 5 treten in gleicher Weise beim Vollverstärker V 5000 auf. Fehler 1 auch bei der Endstufe A 5000. Fehlerbehebung dort entsprechend.


      Gelegentlich schon mehrmals (aber seltener) vorgefundene Defekte:
      • 39 V Zenerdiode D302 defekt.
      • Einer der Endtransistoren defekt. Ersatz: BD139 bzw. BD140. Vorzugsweise vom Hersteller ST.
      Gruß
      Reinhard

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