FX-Audio Tube-03 Röhrenvorverstärker / Wie gut ist er wirklich?

      Ob man also dafür überhaupt eine Röhrenschaltung braucht...

      ja, genau. DAS ist der Knackpunkt!

      Meine Präferenz ist es jedenfalls nicht.
      Warum soll ich mir durch eine vökllig überflüssige Röhrenstufe (mit einer OpAmp-Stufe wäre das besser zu machen) Nachteile einhandeln:
      • Verschlechterung des Störspannungsabstands aufgrund von vermehrten "Einfangens" von EMI durch nicht abgeschirmte Röhren
      • Erhöhung der Verzerrungen (THD und besonders IMD)
      • Höherer Stromverbrauch
      • Kürzere Lebensdauer (Röhren)
      • Höhere Kosten (Röhren)
      Röhren ...sind wie eine Religion.
      Glaubensanhänger sind nicht davon abzubringen. Diskussionen zwischen Ihnen und den Ungläubigen neigen dazu, in Unversöhnlichkeit zu enden.
      Da ist es besser, man übt sich in urpreussischer Toleranz, wie einst der Alte Fritz, jeder möge nach seiner Facon selig werden.

      Gruß
      Reinhard
      Wie es scheint, ist der Röhrentyp keine Garantie für niedrige Verzerrungen. Hier ist es die 5654W, die mit über 3% schlecht abschneidet. Die EF95 hingegen erreicht einen Wert kleiner 0,1%. Und 3% Verzerrungen klingen nicht mehr schön, auch wenn die zweite Harmonische dominiert.

      Viele Grüße,
      Christian
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      • 5654.jpg

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      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Gut möglich. Die Schaltung mit ihrem Arbeitspunkt weitab vom beabsichtigten Einsatz bügelt Exemplarunterschiede aber auch nicht weg. Verkauft wurden die Röhren als NOS. Und sie sind geprüft.
      Die 5654 stammt von Philips, die EF95 von Haltron. Daneben gab es noch zwei 6AK5, ebenfalls von Haltron dazu. Eine ist in dieser Anwendung ähnlich mies wie die 5654, die andere ist in Ordnung. Der Verkäufer hat sie in einer Triodenschaltung getestet: Ra 33k, Rk 390 Ohm parallel zu 220 µF, 240 Volt Betriebsspannung. Diese Umgebung dürfte auch so um die 4 -5 mA Anodenstrom erzeugt haben, aber bei wesentlich höherer Gittervorspannung von - 1,8 V.
      Da lagen die Röhren mit 0,5 Vrms Eingangsspannung halbwegs vergleichbar in der Verstärkung und erzielten zwischen 11,4 und 13,5 Vrms Ausgangsspannung bei Verzerrungen < 1%. --> µ' = 23 -27.

      Ich habe den Verdacht, dass die niedrige Anodenspannung in Verbindung mit dem kleinen Kathodenwiderstand einen ungünstigen Arbeitspunkt bildet, der die Unterschiede einzelner Röhren besonders zutage treten lässt. Jedenfalls sind die 120 Ohm kaum geeignet, dem per Rückkopplung entgegenzuwirken. Aber das war vermutlich Designziel. Wären es niedrige Verzerrungen und der Ausgleich von Exemplarunterschieden gewesen, wäre die Röhrenstufe besser vor den Opamps aufgehoben gewesen. Das hätte es erlaubt, einen stabileren Arbeitspunkt und eine stärkere Rückkopplung zu wählen, der dann ruhig auch einen höheren Ausgangswiderstand verkraftet hätte. Auch der Anodenspannungsversorgung hätte es gutgetan, wenn sie ein wenig härter wäre. Von den 100 Volt im Leerlauf bleiben nur 65 Volt übrig, wenn die Röhren 8 mA konsumieren.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

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      Dass die Schaltung kleine Unterschiede bei den Röhren überproportional hervorhebt, glaube ich auch.

      Offenbar muss man ein halbes Dutzend NOS Röhren eines Typs vorhanden haben und selektiert dann auf diesen Verstärker oder man muss viel Glück haben.
      Da hatte ich bei meinen zwei 5654W offenbar ein Schweineglück. Naja, insgesamt hatte ich vier als NOS gekauft, eine kam innen weiß - Luft gezogen - Müll. Die restlichen drei schienen ok. Aber davon eine im Tube-03 mit zu schwacher Verstärkung. Da hatte ich ja schwache Emission vermutet. Ausbeute an den Guten von den vier war also auch bei mir nur 50 %.

      Das ist zum Schluß noch mal eine wertvolle Information von Dir, Christian. Ich glaubte ja, die Röhren wären als Eingangspuffer geschaltet. Du findest aber, dass das nicht stimmt.

      Gruß
      Reinhard

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      Das mit der extremen Empfindlichkeit auf die Röhren kann ich jetzt auch bestätigen. Die müssen wirklich als Paar selektiert werden. Ich habe Siemens EF 95 aus derselben Charge probiert, das reichte noch nicht. Aber aus 4 Stück bekam ich dann 2 Paare zusammen. Damit läuft der Tube-03 recht ordentlich, und verzerrt hörbar weniger als mit einem Satz 5654W, bei dem man die Klangregler schon gar nicht voll nutzen kann, ohne dass es einfach zuviel wird mit den Verzerrungen.

      Michael

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kugel-balu“ ()

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      Das Fazit, das man nach allem ziehen kann:
      Beim Tube-03 ist der Klang (und die Höhe der Verzerrungen) ein unvorhersehbares Röhren-Glücksspiel und Röhrentyp-unabhängig. Vielmehr sind es Unterschiede der Einzelexemplare, die es entscheiden.

      Von "ganz ordentlich" bis "ganz schrecklich" ist alles möglich.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

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