Kathodenspannung EL12, Grundig 5010

      Hallo Peter,

      es ist mir völlig klar, daß ich in den meisten Fällen nicht exakt auf die Sollspannungen komme.
      Die Abweichung der Kathodenspannung vom Sollwert erschien mir allerdings zu hoch.
      Es hätte ja durchaus ein Defekt vorliegen können. Das wollte ich abgeklärt haben.

      Momentan geht es aber darum, ob ich den 5010 nicht auch ohne Vorwiderstand auf 240V Trafostellung betreiben kann. Meine letzte Messung hat aber gezeigt, daß die Anodenspannung dann auf ca. 300V ansteigt.

      Also bei 240V Trafostellung: Entweder Vorwiderstand oder Regeltrafo. Oder die Sache so belassen wie sie war:
      Vorwiderstand 68 Ohm, Netzspannung 220V.

      Gruß Udo
      Moin,
      ausserdem ist es den Endroehren ziemlich egal, ob sie 285 oder 300V haben. Wichtig ist in dem Zusammenhang nur, dass die zulaessige Verlustleistung nicht ueberschritten wird.

      Auffaellig ist vielmehr, dass bei Einstellung der Ladeelkospannung auf den Sollwert aus den Serviceunterlagen die Spannung am Siebelko etwas zu niedrig ist. Am Siebelko sind die Schirmgitter der Endroehren angeschlossen, und ihre Spannung bestimmt (angesehen von der Steuergitterspannung) stark den Anodenstrom bei gegebener Anodenspannung. Also Schirmgitterspannung anheben und dann fliesst auch der Katodennennstrom ;)
      Die zu geringe Spannung am Siebelko passt irgendwie nicht zu der als etwas zu klein gemessene Stomaufnahme des Geraetes. Sind die Widerstaende zwischen Lade- und Siebleko in Ordnung?
      WO wurde die Stromaufnahme gemessen?

      Ich folge da Dieter, die Heizspannung ist so dicht wie moeglich an den Sollwert zu bringen (beste Spannungswaehlerstellung fuer die Netzspannung finden, die allgemein zulaessige Heizspannungstoleranz betraegt +-5%) und dann feststellen, wie hoch die Spannungen im Netzteil sind. Persoenlich mache ich mir bei 300V am Ladeelko keine Sorgen, wenn einem das zu hoch vorkommt, kann man sie ja mit dem Vorwiderstand auf einen Wert zwischen 285 und 300V einstellen. Die Spannungen in den Schaltbildern der Dampfradios beinhalten eine recht grosse Toleranz, etwa +-10%; erst bei groesseren Abweichungen sollte man anfangen, Fehler zu suchen.

      73
      Peter
      Ich bin der Meinung, das Ziel sollte nicht der Betrieb am Regeltrafo auf 220V~ sein, sondern der Betrieb am normalen 230V Netz.

      Der erste Fall in Post 000 ist bei 220V am Regeltrafo
      Der zweite und dritte Fall in Post 18 sind auch bei 220V am Regeltrafo.

      Das ist alles eine künstliche Welt.

      Der erste Fall in Post 18 ist der einzige an 230V und hier fehlt die Messung der Heizspannung!
      Achim
      Hallo Peter73,

      am Siebelko befinden sich keine Widerstände sondern eine Drossel. Sie ist in Ordnung. Die Stromstärke wurde am 1.Siebelko gemessen (siehe Post 000).

      Hallo Achim,

      hier nochmal einige Messergebnisse einschließlich der Heizspannung:

      Netzspannung (ungeregelt) 226,5V
      Spannungswählerstellung 240V
      Diodengleichrichter 4X1N4007 OHNE Vorwiderstand
      Anodenspannung 1.Siebelko 295,8V (Soll 285V)
      Anodenspannung 2.Siebelko 277,9V (Soll 275V)
      Anodenstrom 132,4mA Soll 142mA UKW-Stellung)
      Heizspannung 6,19V
      Kathodenspannungen EL12 9,90V und 9,85V

      Gruß Udo
      Hallo Udo,

      genau was ich erwartet hae: Die Heizspannung wird so am präzisesten getroffen, die Anodenspannung wäre mir so auch gerade Recht.

      Das sind 10 Volt, also keine 5% mehr. Lass es so. Hab ich bei meinem WII auch so gemacht.

      Positiver Nebeneffekt: Das Flackern der EM bei großer Lautstärke ist so durch den niedrigeren Innenwiderstand der Anodenspannung eher geringer.
      Achim
      Sowohl Anodenstrom als auch die dann herrschende Anodenspannung hängen auch davon ab, wie laut das Gerät spielt, wie alt und emissionsfreudig die Röhren (alle) sind, welche Temperatur herrscht, wie gerade die Netzspannung ist usw. Das sind keine festen Größen.

      Wenn ich hier sitze und schreibe habe ich auch mal 105 Blutdruck und ein andermal 128. Das ist auch alles im normalen Bereich.

      Röhrentechnik ist nicht so sensibel wie eine Hochleistungs-CPU, deren Corespannung pis auf 3 Kommastellen stimmen muss.

      Wenn man die exakten Genzdaten der EL12 einhalten will, muss man Hersteller und genaue Bezeichnung wissen. Je nachdem sind im Gegentakt AB Betrieb verschiedene Obergrenzen gegeben.

      Welche sind in Deinem 5010?
      Achim
      Hallo Achim,

      ich werde den Vorwiderstand dann weglassen und das Gerät auf Spannungswählerstellung 240V betreiben.
      Die Stromaufnahme des 5010 beträgt jetzt 0,4A.
      Vorher mit Vorwiderstand und an 220V angeschlossen waren es 0,44A.
      Trotzdem habe ich das Gefühl, daß der Netztrafo jetzt etwas heißer wird als vorher. Man kann ihn nach 1h Betriebszeit nur noch kurz berühren. Und das Chassis steckt noch nicht im Gehäuse.

      Gruß Udo
      Moin,
      der Trafo kann durchaus Kerntemperaturen von 60°C (und etwas mehr) erreichen. Trafos fuer Unterhaltungsgeraete werden mit nur knappen Reserven gebaut, sie werden so ausgelegt, dass sie ihre Nennleistung bei maximaler Umgebungstemperatur ohne ueberhitzen erbringen. Ich gehe mal davon aus, dass die "Dampfradios" fuer eine max. Umgebungstemperatur von 30 bis vielleicht 35°C gebaut wurden. (und dann gab es von einigen Herstellern auch noch tropenfeste Exportgeraete ;)

      Ein beheizter Metallkoerper kann bei einer Temperatur von ca. 40°C noch einigermassen beruehrt werden, das als Anhaltspunkt.

      Die "Widerstaende zwischen Lade- und Siebelko" meinte ich technisch, also den Wert aller ohmschen Widerstaende zwischen beiden Kondensatoren. Der Gleichstromwiderstand von Siebdrosseln wird leider nicht immer angegeben.

      Zur Messung der Stromstaerke, nochmal, wo genau gemessen? Vom Gleichrichter zum Ladeelko oder vom Ladeelko zum Geraet? Uebrigens, damit man nicht aneinander vorbeiredet, der Kondensator unmittelbar hinter dem Gleichrichter nennt man Ladekondensator, die ueber Widerstaende oder Drosseln von ihm entkoppelten Kondensatoren sind die Siebkondensatoren.
      1. und 2. Siebelko bedeutet strenggenommen, dass die Kondensatoren "weiter hinten" in der Siebkette gemeint sind.

      Ich frage nach dem Ort der Strommessung, weil der Strom vom Gleichrichter zum Ladeelko impulsfoermig ist und mit gebraeuchlichen Messgeraeten nicht genau genug gemessen werden kann. In der Leitung vom Ladeelko zum Geraet hat man schon einen "guten" Gleichstrom, der ausreichend genau gemessen werden kann.

      Die Spannungen sind soweit ok, da wuerde ich mir keine grossen Gedanken machen. Wenn du die Belastung der Endroehren nachrechnen willst, eine EL12 hat eine Anodenverlustleistung von 18W, fuer das Schirmgitter 2,5W. Die sich aus Anodenstrom und -spannung wie auch Strom und Spannung des Schirmgitters darf die angegebenen Leistungen nicht ueberschreiten.
      Theoretisch kann die Endstufe des 5010 20-25W leisten, aber ich habe den starken Verdacht, dass sie fuer 15-20W ausgelegt wurde. Der 4010 ist uebrigens das gleiche Radio, muss aber mit nur einer EL12 auskommen. Auch damit hat er in der zeitgenoessischen Funkschau eine gute Kritik bekommen.

      73
      Peter
      Moin,
      in dem Fall der Strommessung wird das Messergebnis nicht korrekt sein. Moeglicherweise schafft es ein gutes True-RMS Multimeter, einfachere Geraete sind damit ueberfordert (ein Hitzdraht-Amperemeter wuerde den korrekten Wert nennen, ausgerechnet mit das primitivste Messverfahren...)

      Um sicherzugehen sollte man die Leitung vom Ladeelko zum Geraet auftrennen und nochmal messen.
      Der Anodenstrom der Endroehren laesst sich ohne Auftrennen von Leitungen direkt messen. Einfach das Amperemeter parallel zur Primaerwicklung(shaelfte) des Ausgangsuebertragers schalten. Das Messgeraet ist sehr viel niederohmiger als die Wicklung, alles Weitere siehe Stromteiler.

      Ich habe einen kurzen Geraetebericht zum 4010, ich muss mal sehen, wo.

      73
      Peter
      Zitat:
      hf500 postete:

      Der Anodenstrom der Endroehren laesst sich ohne Auftrennen von Leitungen direkt messen. Einfach das Amperemeter parallel zur Primaerwicklung(shaelfte) des Ausgangsuebertragers schalten. Das Messgeraet ist sehr viel niederohmiger als die Wicklung, alles Weitere siehe Stromteiler.

      Hallo Peter,

      ich glaube das überfordert mich. Wo befindet sich die Primärwicklungshälfte des Ausgangsübertragers?
      Was ist ein Stromteiler?

      In wie weit könnte denn der Anodenstrom abweichen? Gibt es Erfahrungswerte?
      Ich bin geneigt die Sache jetzt so zu belassen wie sie ist:
      Spannungswählerstellung 240V bei 230V Eingangsspannung. Mit der dann um 10 bis 15V zu hohen Anodenspannung kann man ja leben.

      Die Stromaufnahme am Sicherungshalter gemessen beträgt 0,4A. Das wäre ein Verbrauch von 92VA. Daraus folgere ich, daß der Anodenstrom nicht zu hoch sein kann. Von daher gesehen bin ich schon mal auf der sicheren Seite.

      Gruß Udo
      Moin,
      Den Stromteiler habe ich erwaehnt, um das Prinzip der Strommessung am Ausgangsuebertrager zu verdeutlichen. Weil der Strommesser wesentlich niederohmiger als die parallelgeschaltete Anodenwicklung ist, fliesst auch der groesste Teil des Anodenstromes ueber den Strommesser.

      Ja, vom Lade(!)elko fuehrt eine Leitung zum Ausgangsuebertrager, beim 5010 zum Mittenanzapf der Anodenwicklung (Gegentaktuebertrager). Ohne das Schaltbild zu kennen: Eine zweite Leitung fuehrt zur Siebdrossel und zum Siebkondensator. An diesem sind die Schirmgitter der Endroehren, sowie das gesamte restliche Geraet direkt oder ueber weitere Siebglieder angeschlossen (Brummreduzierung, Entkopplung).

      Wenn man jetzt die Gesamtgleichstromaufnahme des Geraetes messen will, muss man sich die Verdrahtung am Ladeelko so zurechtlegen, dass man den Gleichrichter direkt am Ladeelko anschliesst und alle Leitungen, die von ihm ins Geraet fuehren, abtrennt und zusammenfasst. Jetzt kann man diesen Knotenpunkt ueber einen Strommesser mit dem Ladeelko verbinden und die Stromaufnahme messen.

      73
      Peter
      Hallo Peter,

      danke für die ausführliche Erläuterung. Hälst Du denn die Messung der Gesamtgleichstromaufnahme für unbedingt erforderlich?

      Eben habe ich die beiden Tungsram EL12 durch neue F2a11 (Poströhre,Langleberöhre) von Siemens ausgetauscht.Spannungswählerstellung 240V, Netzspannung 230V, kein Vorwiderstand. Die Anodenspannung am Ladeelko ist von 299,5V auf 294,3V (Soll 285V)gesunken.
      Die Kathodenspannungen sind deutlich gestiegen von 9,91V und 9,87Vauf 10,9V und 10,68V (Soll 10,8V auf UKW). Der Bass dröhnt nun sehr. Vorher hat es mir besser gefallen. Man hat den Eindruck als sei der Lautsprecher unterdimensioniert. Die beiden Röhren sind ein wahres Kraftwerk. Ich habe den Eindruck, daß sie noch mehr Wärme abgeben als die EL12.

      Gruß Udo
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