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Das Gerät fand zu mir, weil ich ein kleines Gehäuse für einen Eigenbau suchte. Recht günstig ersteigert, da das Gerät ohne jedes Zubehör, also auch ohne Netzteil angeboten wurde, erfüllt es den Bedarf meinerseits völlig. Wenn es schon mal da ist, kann ich ja vor dem Entkernen ein paar Messungen machen. Im Web gibt es zu diesem Typ nicht allzu viel Informationen, der allgemeine Ton lautet: Recht ordentlich, funktioniert, alles Notwendige ist dran, für Einsteiger, gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Von außen ist das Gerät unscheinbar. Ein graues Stahlblechkästchen steht da, vorne der Typenschriftzug und eine LED zur Betriebsspannungsanzeige, hinten zwei Paar RCA-Chinch-Anschlüsse für In und Out. Dort ist auch gleich aufgedruckt, dass der Eingang 47 kOhm Impedanz und 220 pF Parallelkapazität besitzt. Für ein kurzes Kabel zum Plattenspieler also meist ganz passend. Der Ausgang hat 1 kOhm Impedanz und kann damit auch problemlos ein paar Meter Kabel mehr bis zum Verstärker treiben. Die Betriebsspannung erhält das Gerät über eine Hohlsteckerbuchse, vom normalerweise mitgelieferten Netzteil kommen 12 Volt DC. Dann gibt es noch eine Rändelschraube für die Masseverbindung mit dem Plattenspieler. Das war's.

Das ist die Bestückungsseite. Links wird die Betriebsspannung aufbereitet. Direkt nach der Buchse in Reihe liegt eine Si-Diode als Verpolschutz. Die Spannungsversorgung wird mit einem 100 µF-Elko gepuffert und gelangt über einen 470-Ohm-Widerstand an den zweiten Elko, ebenfalls 100 µF. Dort in der Nähe gibt es einen weiteren Widerstand mit 10 kOhm, dieser versorgt eine LED, die neben der Betriebsanzeige und dem Entladen der Elkos beim Trennen von der Betriebsspannung keine weitere Funktionen in der Schaltung hat.
Der Entzerrer-Vorverstärker ist komplett diskret aufgebaut. Auf eine detaillierte Schaltungsanalyse verzichte ich mal lieber, das Gerät ist noch im aktiven Verkauf. Pro Kanal gibt es drei Transistoren vom Typ 2SC945 P, ein weit verbreiteter Japan-Universaltransistor NPN, 50 Volt Spannungsfestigkeit Uce0. Das P steht für die Stromverstärkung, hier 200 - 400.
Am Chincheingang sieht man zwei Keramikkondensatoren. Die stellen die außen angegebenen 220 pF in Richtung GND zur Verfügung. Wer also etwas mit der Anpassung spielen möchte, kann diese durch andere Werte ersetzen, dann auch besser gleich mit Folienkondensatoren.
Über den Siebwiderstand lässt sich sehr gut die Stromaufnahme bestimmen. Es fallen 1,3 Volt ab, bei 470 Ohm Widerstand liegt der Strombedarf der Schaltung also bei ca. 2,7 mA. Dazu kommt noch 1 mA von der LED. Mehr braucht es nicht. Da ist selbst das winzige herstellereigene Netzteil, das 300 mA liefern kann, überdimensioniert.

Die Rückseite ist auch eher unspektakulär. Zu erwähnen ist, die außen ringförmig angebrachte Leiterbahn führt die Masse. Sie ist oben im Bild unterbrochen. Der Zweck dürfte sein, eine Leiterschleife zu vermeiden, die empfänglich für Magnetfeldeinkopplungen wäre.

Nach den technischen Spezifikationen muss man ein wenig suchen. ELV hatte sie auf der Webseite, Hama selbst nicht. 40 dB Verstärkung bei 1 kHz kann ich problemlos bestätigen, auch die 1 kOhm Ausgangsimpedanz. Das SNR von -70 dB wird vermutlich auch erreicht, der Rauschteppich bei der Messung der harmonischen Verzerrungen liegt ausreichend weit unten. Nur richtig messen kann ich das nicht, da Arta keine Möglichkeit bietet, den RMS-Wert für eine definierte Bandbreite zu bestimmen. Nötig wären eine Untergrenze von 20 Hz und eine Obergrenze von 20 kHz.
Die von ARTA angezeigte RMS-Spannung wird dagegen ab 3 Hz bis hin zur höchstmöglichen Analysefrequenz integriert. Damit dominiert bei RIAA-Entzerrverstärkern ohne Eingangssignal in aller Regel der Bereich von 3-10 Hz und der angezeigte Wert liegt viel zu hoch.
Was halbwegs funktioniert, ist die Angabe des Geräuschspannungsabstandes. Durch die gehörrichtige Filterung werden tiefe und hohe Frequenzen stark abgesenkt. Hier komme ich bei 5 mV rms Eingangsspannung auf ein SNR von -80 dB(A). Das ist nicht überragend, aber recht ordentlich. Brumm und Rauschen dürften unhörbar bleiben.

Frequenzgang an meinem passiven Anti-RIAA-Netzwerk: Ausgeglichen, ohne Schnitzer. Die Schwankungen oberhalb von 1 kHz sehen vielleicht nicht besonders schön aus, aber stören das Hörempfinden nicht. 20 Hz bis 20 kHz Bandbreite gelten als bestätigt. Die beiden Kanäle verhalten sich gleich, auch da gibt es nichts zu beanstanden.

Harmonische Verzerrungen: Bei 5 mV rms @ 1 kHz: 0,03%: völlig in Ordnung. Hier nicht gezeigt, aber mit gemessen, THD bleibt über die gesamte Bandbreite ausreichend niedrig, ein ganz leichter Anstieg ist ab 10 kHz zu verzeichnen, aber auch bei 20 kHz liegt der Wert nur bei 0,08%.
Ein großes Manko hat der Verstärker jedoch. Ab 20 mVeff Eingangsspannung bei 1 kHz setzt das Clipping ein, bedingt durch die niedrige Betriebsspannung. Der Headroom von 12 dB ist im Vergleich - selbst zu anderen 12-Volt-Single-Source Verstärkern - ziemlich gering. Wen wundert es, von den 12 Volt Eingangsspannung bleiben nach Siebung gerade mal 10,2 Volt übrig.
Viele Grüße,
Christian
Von außen ist das Gerät unscheinbar. Ein graues Stahlblechkästchen steht da, vorne der Typenschriftzug und eine LED zur Betriebsspannungsanzeige, hinten zwei Paar RCA-Chinch-Anschlüsse für In und Out. Dort ist auch gleich aufgedruckt, dass der Eingang 47 kOhm Impedanz und 220 pF Parallelkapazität besitzt. Für ein kurzes Kabel zum Plattenspieler also meist ganz passend. Der Ausgang hat 1 kOhm Impedanz und kann damit auch problemlos ein paar Meter Kabel mehr bis zum Verstärker treiben. Die Betriebsspannung erhält das Gerät über eine Hohlsteckerbuchse, vom normalerweise mitgelieferten Netzteil kommen 12 Volt DC. Dann gibt es noch eine Rändelschraube für die Masseverbindung mit dem Plattenspieler. Das war's.
Das ist die Bestückungsseite. Links wird die Betriebsspannung aufbereitet. Direkt nach der Buchse in Reihe liegt eine Si-Diode als Verpolschutz. Die Spannungsversorgung wird mit einem 100 µF-Elko gepuffert und gelangt über einen 470-Ohm-Widerstand an den zweiten Elko, ebenfalls 100 µF. Dort in der Nähe gibt es einen weiteren Widerstand mit 10 kOhm, dieser versorgt eine LED, die neben der Betriebsanzeige und dem Entladen der Elkos beim Trennen von der Betriebsspannung keine weitere Funktionen in der Schaltung hat.
Der Entzerrer-Vorverstärker ist komplett diskret aufgebaut. Auf eine detaillierte Schaltungsanalyse verzichte ich mal lieber, das Gerät ist noch im aktiven Verkauf. Pro Kanal gibt es drei Transistoren vom Typ 2SC945 P, ein weit verbreiteter Japan-Universaltransistor NPN, 50 Volt Spannungsfestigkeit Uce0. Das P steht für die Stromverstärkung, hier 200 - 400.
Am Chincheingang sieht man zwei Keramikkondensatoren. Die stellen die außen angegebenen 220 pF in Richtung GND zur Verfügung. Wer also etwas mit der Anpassung spielen möchte, kann diese durch andere Werte ersetzen, dann auch besser gleich mit Folienkondensatoren.
Über den Siebwiderstand lässt sich sehr gut die Stromaufnahme bestimmen. Es fallen 1,3 Volt ab, bei 470 Ohm Widerstand liegt der Strombedarf der Schaltung also bei ca. 2,7 mA. Dazu kommt noch 1 mA von der LED. Mehr braucht es nicht. Da ist selbst das winzige herstellereigene Netzteil, das 300 mA liefern kann, überdimensioniert.
Die Rückseite ist auch eher unspektakulär. Zu erwähnen ist, die außen ringförmig angebrachte Leiterbahn führt die Masse. Sie ist oben im Bild unterbrochen. Der Zweck dürfte sein, eine Leiterschleife zu vermeiden, die empfänglich für Magnetfeldeinkopplungen wäre.
Nach den technischen Spezifikationen muss man ein wenig suchen. ELV hatte sie auf der Webseite, Hama selbst nicht. 40 dB Verstärkung bei 1 kHz kann ich problemlos bestätigen, auch die 1 kOhm Ausgangsimpedanz. Das SNR von -70 dB wird vermutlich auch erreicht, der Rauschteppich bei der Messung der harmonischen Verzerrungen liegt ausreichend weit unten. Nur richtig messen kann ich das nicht, da Arta keine Möglichkeit bietet, den RMS-Wert für eine definierte Bandbreite zu bestimmen. Nötig wären eine Untergrenze von 20 Hz und eine Obergrenze von 20 kHz.
Die von ARTA angezeigte RMS-Spannung wird dagegen ab 3 Hz bis hin zur höchstmöglichen Analysefrequenz integriert. Damit dominiert bei RIAA-Entzerrverstärkern ohne Eingangssignal in aller Regel der Bereich von 3-10 Hz und der angezeigte Wert liegt viel zu hoch.
Was halbwegs funktioniert, ist die Angabe des Geräuschspannungsabstandes. Durch die gehörrichtige Filterung werden tiefe und hohe Frequenzen stark abgesenkt. Hier komme ich bei 5 mV rms Eingangsspannung auf ein SNR von -80 dB(A). Das ist nicht überragend, aber recht ordentlich. Brumm und Rauschen dürften unhörbar bleiben.
Frequenzgang an meinem passiven Anti-RIAA-Netzwerk: Ausgeglichen, ohne Schnitzer. Die Schwankungen oberhalb von 1 kHz sehen vielleicht nicht besonders schön aus, aber stören das Hörempfinden nicht. 20 Hz bis 20 kHz Bandbreite gelten als bestätigt. Die beiden Kanäle verhalten sich gleich, auch da gibt es nichts zu beanstanden.
Harmonische Verzerrungen: Bei 5 mV rms @ 1 kHz: 0,03%: völlig in Ordnung. Hier nicht gezeigt, aber mit gemessen, THD bleibt über die gesamte Bandbreite ausreichend niedrig, ein ganz leichter Anstieg ist ab 10 kHz zu verzeichnen, aber auch bei 20 kHz liegt der Wert nur bei 0,08%.
Ein großes Manko hat der Verstärker jedoch. Ab 20 mVeff Eingangsspannung bei 1 kHz setzt das Clipping ein, bedingt durch die niedrige Betriebsspannung. Der Headroom von 12 dB ist im Vergleich - selbst zu anderen 12-Volt-Single-Source Verstärkern - ziemlich gering. Wen wundert es, von den 12 Volt Eingangsspannung bleiben nach Siebung gerade mal 10,2 Volt übrig.
Viele Grüße,
Christian
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2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
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