Instandsetzung Grundig XM 600
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R2 ist ein geschlossenes Piher-Poti. Man sieht leider nix. Der Widerstandswert ist auch erst mal eher unauffällig gewesen beim Durchdrehen. Es gab keine Sprünge im Verlauf. Lediglich am Ende der Widerstandsbahn stieg der Wert auf mehr als 1 kOhm, ein Hinweis auf oxidierte Enden im Belag. Da sich sowohl Rauschen als auch das Knistern beim Drehen nur in der Lautstärke änderten, in gleichem Maß wie das Nutzsignal selbst, wird es wohl eine schlechte oder oxidierte Nietverbindung an einem der Bahnenden gewesen sein.**************************************************
2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()
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Die Endstufen enthalten keine Emitterwiderstände. Daher kann die Ruhestromeinstellung nur nach Auftrennung einer Brücke vorgenommen werden. Im Schaltplan ist sie zwischen Kollektor des unteren Endstufentransistors zur negativen Betriebsspannung eingezeichnet. Auf der Platine ist sie nicht ohne Weiteres zu finden. Es gibt eine ganz schmale Leiterbahnunterbrechung, sie wird nur sichtbar, wenn man entweder das ganze Lötzinn absaugt oder mit einer Holzspitze das flüssige Lötzinn an der richtigen Stelle "wegkratzt".
Auf den Bildern habe ich die Unterbrechung mit einer grünen Linie gekennzeichnet. Zur Einstellung macht sich ein drübergelöteter 1-Ohm-Widerstand gut. Dann gilt: 1 mV = 1 mA Ruhestrom.
Hier noch die Zielwerte:
Hochtöner Y: 60 mA
Mittel- und Tieftöner X: 50 mA.
Nach dem Einstellen kommt der Widerstand wieder weg und die Brücke wird mit Lötzinn wieder hergestellt.
Viele Grüße,
Christian**************************************************
2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()
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Ja, korrodierte Enden, das hatte ich auch schon. Tückisch, wenn gekapselt ... aber Du hast das ja gefunden, Christian, das ist die Hauptsache.
Diese Ruhestromeinstellung ist auch bei Verstärkern von NAD lange Zeit weit verbreitet gewesen, fand ich immer eher lästig (ist es ja auch ...). Wenn möglich, habe ich dann eine Sicherung mit Halter ergänzt, die man dann zur Justage durch ein DVM im Strommessungsmode ersetzt.
Manchmal ist auch ein Widerstand vorhanden, und nur überbrückt. Dann geht's so, wie Christian schon beschrieben hat, und der Widerstand bleibt drin.
Weiter viel Erfolg !
MichaelDieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kugel-balu“ ()
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Nachlese zum Rauschen - Obduktion des Potis
Die Metallrückwand enthält den Schleifer und lässt sich leicht mit einer Klinge aus dem Gehäuse heraushebeln. Im Inneren sieht man die Kohlebahn mit - wie erwartet - oxidierten Enden. Die Bahn selbst ist völlig in Ordnung und zeigt auch den erwarteten Widerstandswert, wenn man noch ein leitfähiges Stück am Bahnende mit den Meßspitzen erwischt.
Die Kontaktierung zu den Pins erfolgt nur über die umgebogenen Metallzungen, kein Niet, keine Verlötung, nur ein wenig gebogenes Blech, das den Bahnträger an den Enden einklemmt. Die Zunge links habe ich aufgebogen, rechts ist sie noch im Originalzustand. Mich wundert, dass das überhaupt so lange funktioniert hat.
Viele Grüße,
Christian**************************************************
2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
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