UKW-Verstärker 10 dB mit BFS20

      UKW-Verstärker 10 dB mit BFS20

      Hier stelle ich wieder einen Vorverstärker für UKW-Radio vor.

      Ist schon etwas her, da gab es hier von mir einen ähnlichen Verstärker mit BF199.
      Der altbekannte und bewährte BF199 wird langsam obsolet, CDIL stellt ihn noch her.
      Noch bekommt man ihn, langsam sollte man sich damit eindecken, ZF-Transistor.
      Eine gute Alternative ist der BFS20 im SMD-Gehäuse SOT-23 von Nexperia, ex Philips.
      Seine Daten sind recht ähnlich wie beim BF199, gilt auch für das Hochfrequenzverhalten.
      Den BFS20 sollte man sich für später im Hinterkopf behalten, wenn der BF199 rar wird.
      Aktuell bekommt man den BFS20 bei Einzelabnahme für 14 Cent z.B. bei Reichelt:
      reichelt.de/de/de/shop/produkt…0_025a_0_25w_sot-23-41406

      Hier der Verstärker ist eher als Auftakt, Test von mir, geplant, was mit dem so geht.
      Besonders rauscharm ist der Verstärker nicht, eher als Aufholverstärker gedacht.
      Ich kann jetzt schon sagen, der BFS20 ist wirklich praxistauglich, nicht nur als ZF-Verstärker.
      Nicht versprochen, vermutlich stelle ich mit dem auch impedanzrichtige ZF-Verstärker vor.
      Impedanzrichtiges Verhalten ist gerade dann wichtig, wenn man Piezofilter ansteuert.

      Wir bleiben erst mal hier bei dem UKW-Verstärker, einfache gut nachbaubare Schaltung.
      Kleiner Wermutstropfen, die Schaltung ist komplett SMD, muss schon sein ab UKW.
      Im letzten Bild das Platinchen in einem Tunergehäuse, prima wegen der zwei Antennenbuchsen.
      Die Tuner kaufte ich mal als Restposten, für mich auch interessant wegen der HF-Transistoren.
      Zeige ich später, die Messergebnisse entsprechen sehr gut den Simulationen.
      Wir betrachten uns den Schaltplan.


      Besonders kompliziert ist die Schaltung nicht, klassische Emitterschaltung mit Gegenkopplung.
      Über R5 und R1 fließt der Strom für die Basis, um in den richtigen Arbeitspunkt zu kommen.
      Auch wie der BF199 ist der BFS20 beim maximal zulässigen Kollektorstrom etwas schmalbrüstig.
      Beide taugen bis maximal 25 mA, typische ZF-Transistoren, hier Arbeitspunkt 14 mA gewählt.
      Damit das mit der HF-Gegenkopplung funktioniert, wird bis auf DC R1 mit C1 kurzgeschlossen.
      Die Aufgabe von C2 und C6 dürfte klar sein, Koppelkondensatoren für DC-freien Ein- und Ausgang.
      C5 und L1 bilden ein L-Glied, was im relevanten Frequenzbereich für gute Eingangsanpassung sorgt.
      Die Ausgangsanpassung wird hauptsächlich durch die HF-Gegenkopplung mit R5 erreicht.

      Technische Daten
      Frequenzbereich: 88 bis 108 MHz (UKW-Rundfunk)
      Betriebsspannung: 12 Volt (11-13 Volt)
      Leistungsaufnahme: ca. 170 mW
      Impedanz: 75 Ω
      Ausgangspegel: 3 dBm = 111 dBµV max.
      Maße Platine ca.: 40 x 15 mm ohne Gehäuse

      Es kommen noch mindestens zwei Fortsetzungen.
      Auf den Aufbau mit Gehäuse werde ich näher eingehen, Musterexemplar.
      Auch die Simulationen kommen nicht zu kurz, LTSpice und RFSim99.

      Andreas
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      Hallo Andreas,

      der Einsatz ist also eher für den Ausgleich von Leitungsverlusten gedacht? Die von dir angedachte Anwendung zum Selektieren von Piezofiltern finde ich interessant. Mit meinem logarithmischen Pegelwandler konnte ich bisher nur bei einfachen Piezos die Zipfel bei der Weitab-Selektion sichtbar machen. Bei Vierbeinern gelang mir das nicht. Neben der Pegelgrenze spielte da auch das Durchschlagen des Eingangspegels auf den Ausgang eine Rolle. Will man da etwas verbessern, spielt sicher der konkrete Schaltungsaufbau eine große Rolle.

      Viele Grüße
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Ja, erst mal einfacher UKW-Verstärker!

      Leider ist im Datenblatt von Philips/Nexperia nichts zum Rauschen angegeben.
      Der BF199 hat laut Motorola NF = 2,5 dB, allerdings bei Ic = 4 mA.
      Da beide Transistoren ähnlich sind, wird das auch für NF beim BFS20 gelten.
      Ältere BK- oder Mastverstärker liegen beim Rauschen eher bei 8 dB.
      Mit dem Verstärker hier kann man gut Verluste durch Antennenkabel und Abzweiger ausgleichen.

      Du hast mich ermuntert, später Verstärker 330 Ω für z.B. Filter von Murata zu bauen.
      Erste Simulationen sehen gut aus, man schafft saubere Ein- und Ausgangsimpedanz.
      Ähnliches versuchte ich vor einiger Zeit mit BC550, war ein Reinfall.
      Da kam immer zu viel Blindanteil, nur mit unnötig Aufwand kompensierbar.
      Der BFS20 hat eine Kollektorkapazität von typisch 1 pF, angenehm niedriger Wert.
      Du denkst in erster Linie an Schaltungen für Messaufbauten, ich teilweise auch.
      In manchen europäischen oder asiatischen Radiotunern findet man einfache ZF-Verstärker als IC.
      Die sitzen dann zwischen den Filtern, eher Trenn- oder Aufholverstärker.
      Viele sind heute kaum noch beschaffbar, waren auch schon damals teilweise Exoten.
      Ist die Sache ausgegoren, soll es bei mir ein SMD-Platinchen in Briefmarkengröße werden.

      Jetzt aber erst mal der UKW-Verstärker mit Aufbau und Simulationen, sozusagen mein Testlauf.
      Da es für UKW mit dem BFS20 gut funktioniert, sollte es bei 10,7 MHz keine Probleme geben.
      Ist ja nicht immer so, daß man sich auf Simulationsmodelle von Transistoren verlassen kann.
      Ich nahm das offensichtlich gute SPICE-Modell, was man auf der Homepage von Nexperia findet.

      Andreas
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      chriss_69 schrieb:

      nur bei einfachen Piezos die Zipfel bei der Weitab-Selektion sichtbar machen. Bei Vierbeinern gelang mir das nicht.


      Hallo Christian,

      dass Dir das überhaupt mit dem Oszilloskop gelang, ist schon bemerkenswert. Denn die Spitzen der "Zipfel" im Bereich der Weitab-Selektion ligen ja ca. 60 dB unter Durchlassmaximum. Manchmal auch 70 dB und mehr.

      Mit 'nem NanoVNA sieht man sie (ohne Zusatzverstärker) noch ganz gut:




      Bei meinem Versuch, Piezofilter mithilfe eines log-Pegelwandlers (log. Verstärkers) AD8307 und Wobbler auszumessen, habe ich das Problem der Zeitverzögerung am Oszilloskop oder meinte das seinerzeit. Der AD8307 log-Pegelwandler benötigt etwas Zeit, bis das Ausgangssignal auf seinen Endwert gekommen ist. Wenn am AD8307-Ausgang nach GND auch noch eine Kapazität von 100 nF vorhanden ist (Standard-Schaltung), wird die Verzögerung dadurch nochmal etwas länger. Durch die Zeitverzögerung bekomme ich eine Verschiebung und Verformung des Wobbelsignals auf dem Oszilloskop-Bildschirm. Diese verschiebung war nicht riesig, aber groß genug, um einen nicht vernachlässigbaren Fehler zu verursachen. Jedenfalls war das bei meinem Versuch mein - vielleicht voreiliger - Eindruck.

      Da Du allerdings so (oder ähnlich) messen kannst, hinterfrage ich meine damalige Schlussfolgerung.

      Mein Wobbelfrequenz betrug 50 Hz.
      Wobbelbereich 10,2 - 11,2 MHz (10,70 MHz +/- 500 kHz)

      Das Wobbelsignal durchläuft das 10,7 MHz Piezofilter und erzeugt am Ausgang des dahinter befindlichen AD8307 log-Pegelwandlers einen amplitudenproportionalen DC-Pegel. Diese DC geht auf einen OpAmp-Puffer und von dort auf ein Widerstandsnetzwerk, mit dem Nullpunkt und Steigung dBm/mV eingestellt werden können, um sich den Pegel direkt in dBm (1 mV = 1 dBm) auf der Anzeige eines Digitalmultimeters (Ri = 10 MOhm, Anzeigebereich 200 mV) ausgeben zu lassen. Daran ist zusätzlich parallel ein Differenz-Messverstärker angeschlossen, der mit 10-facher Verstärkung, also 10 mV/dBm, einen BNC-Ausgang für eine Oszilloskopanzeige versorgt.
      So sollte sich auf dem Oszi-Bildschirm beim Wobbeln die Durchlasskurve in der log-Skalierung (dBm) ausgeben lassen - theoretisch.

      In der Simulation habe ich diesen Aufbau nachgestellt (mit AD8310 statt AD8307, beide sind aber sehr ähnlich).
      Auf den Kondensator C5 = 100 nF (hinter dem Powersensorausgang) komme ich noch zurück.



      Ich habe den Verlauf der Ausgangsspannung vom Differenz-Messverstärker für das Oszilloskop über die Zeit für eine feste Frequenz von 10,70 MHz in der Simulation betrachtet.

      Da der Kondensator (in der Schaltung: C5) am Ausgang des Power-Sensors die zeitlichen Änderung der DC-Spannung am Sensorausgang beeinflusst (verlangsamt), habe ich die Simulation einmal ohne diese Kapazität und einmal mit den dort vorgesehenen 100 nF gemacht.



      Ohne C5 (Vin, rote Kurve) ist der DC vom Sensor ein Rauschen überlagert, dass sich beim Hereinzoomen als Sinus mit f = 21 MHz herausstellt, also doppelte Grundfrequenz. Um diese HF nach GND kurzzuschliessen ist also C5 angebracht.

      Mit C5 = 100 nF ist die Ausgangs-DC vom Sensor HF-frei und es wird die dem AD8307 (AD8310) Datenblatt die dementsprechende, sich anfangs Sägezahn-artig annähernde Ausgangsspannung erhalten, wie sie diese Art von log-Sensoren typisch liefern. Der Sägezahn klingt nach ca. 50 µs ab, so dass anschliessend glatte DC vorhanden ist.

      Ohne C5 ergibt sich nach Simulation am Ausgang für das Oszilloskop (Voszi) die blaue Kurve. Das volle Ausgangssignal benötigt in diesem Fall ca. 20-25 µs bis (nahezu) konstante Amplitude erreicht wird.
      Mit C5 = 100 nF (Standardbeschaltung für AD8307), rote Kurve, wird konstanter Pegel für das Oszilloskop erst nach 35 µs erreicht. C5 mit 100 bF verlangsamen die Signalanzeige also um weitere 10 µs, während auch ohne diesen Kondensator in dieser Schaltung schon 25 µs bis zum vollen Aufbau des DC-Pegels erforderlich sind. Die absolute Höhe des Pegels ist auch etwas verschieden, mit C5 sind es betragsmässig 40 mV (4 dBm) mehr in negativer Richtung (Pegel also um 4 dBm kleiner).

      Da es also 25-35 µs braucht, bis der volle Pegel am Oszilloskop ansteht, ist das Wobbelsignal (x-Achse, Frequenz) schon entsprechend weiter und die angezeigte Durchlassamplitude hinkt nach (y-Achse, Amplitude in dBm). Aber wäre das erkennbar?

      Bei Wobbelfrequenz 50 Hz, wird der Wobbelbereich von 1000 kHz (10,2 - 11,2 MHz) 50 x pro Sekunde auf dem Oszilloskop gezeigt.
      Ein einziger Durchlauf für den 1000 kHz Wobbelbereich benötigt also eine Zeit von 20 ms. Oder anders gesagt, 50 kHz werden in 1 ms (= 1000 µs) durchlaufen. Bei einer Zeitverzögerung von 35 µs ergibt sich daraus eine Verschiebung von 1,75 kHz, gerundet, ca. 2 kHz. Das ist besser als die normalerweise mögliche Ablesegenauigkeit auf dem Bildschirm, die zumeist ca. +/-10 kHz ist. Mein Ergebnis daraus ist, dass eine Verzögerung von 35 µs, selbst eine von 100 µs, noch keinen signifikanten Effekt auf die Wobbelkurve haben könnte, da man sowieso eine Ablesegenauigkeit von nur +/- 10 kHz annehmen muss.

      Warum war mein Eindruck damals anders? Habe ich im Aufbau etwas falsch gemacht? Das sollte ich mir bei Gelegenheit nochmal ansehen. Ist Dir eine Zeitverzögerung aufgefallen oder hast Du Gegenmassnahmen ergriffen?

      Andere Möglichkeit: Der in der Simulation eingesetzte AD8310 ist im Datenblatt ausdrücklich als "fast" beschrieben, der AD8307, den ich in meinem messversuch hatte, ist es nicht. Ist der Unterschied so beträchtlich?

      Das aus Neugier, da die Messung mit dem nanoVNA, zu der ich danach übergegangen bin, sehr viel schneller und bequemer zu machen ist.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Diskutiert bitte noch nicht ZF-Filter!

      Wegen mir könnt Ihr das zukünftige Thema etwas kapern, wenn ich die ZF-Verstärker vorstelle.
      Gilt jetzt als halbwegs gesichert, Bedarf vorhanden, werden vermutlich mehrere Verstärkerchen.

      Andere Sache, besteht weiterhin Interesse an rauscharmen Vorverstärkern?
      Seit längerer Zeit dümpelt bei mir was im Hinterkopf mit BFU725 von NXP.
      Problem, NXP hat inzwischen seine ganze BFU-Linie abgekündigt, "end of life".
      Der brauchbar erhältliche BFP640 von Infineon, auch SiGe, verhält sich beim Rauschen recht ähnlich.
      Dauert noch, eher Herbst, soll was von 88 MHz bis etwa 1 GHz werden, also ganzer terrestrischer Rundfunk.
      Beide kann man je nach Arbeitspunkt direkt an 75 Ω anschließen, Beispiel BFU725 im Bild.

      Andreas
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      Ich habe die Antwort auf meine Frage!

      1.Die Verlangsamung tritt mit kleinem C5 von 10-20 nF bis zum Messausgang für das Digitalvoltmeter nicht auf. Bis dort die gleiche Verzögerung von nur 10 µs, wie direkt am Ausgang des AD8310.
      2. Also ist die Ursache der OpAmp Typ für den Differenzmessverstärker! AD706 ist ein hochpräziser OpAmp, speziell für Differenzmessverstärker - ABER er ist sehr langsam. Nur eine ft von 0,8 MHz und slew-rate von 0,15 V/µs (Angaben im Datenblatt).

      DORT liegt also mein Fehler!
      Das Simulationsmodell des AD706 ergab im Rechtecktest eine slew-rate von 9 V/µs,Faktor 60x zu gut (zu steil), verglichen mit der AD706 Datenblatt-Angabe. Also ist die slew-rate im Modell ganz offensichtlich nicht berücksichtigt.

      Mache ich jetzt eine vorsichtige Schätzung...Verzögerung in der obigen Schaltung nicht 35 µs sondern 60x so viel = 2,1 ms, so gibt das - wie oben gerechnet - schon 105 kHz Verschiebung/Verzerrung der Wobbelkurve auf dem Oszilloskop. Damit wird klar...meine Beobachtung war wohl doch richtig, nur der Ursache in den zu langsamen OpAmps meines Differenzmessverstärker war ich mir nicht gegenwärtig.

      Gruß
      Reinhard
      Dann von mir ein Ätsch!

      Bambushütte für nen Zehner aus dem Baumarkt kann man normalerweise vergessen.
      Vernünftige und auch noch breitbandige LNAs zu bauen, ist nicht ganz einfach.
      Ich plane einen um die 6 dBm OUT und ca. 1 dB NF bis ca. 1 GHz.
      Wenn was bei den Baumarktdingern zu Noise Figure angegeben ist, ist das ähnlich PMPO.

      Andreas
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      Kommen wir zum Nachbau!

      Wie ich eingangs erwähnte, der ist einfach, sind ja nur wenige Bauteile.
      Keine Spezialbauteile, alle handelsüblich, sollte fast jeder Elektronikhändler vorrätig haben.
      Etwas anders sieht es bei der Platine aus.
      Christian war so nett und schickte mir Punktraster mit rückseitiger durchgehender Massefläche.
      Zur Not geht es auch mit einseitiger handelsüblicher Punktrasterplatine.
      Wie man im Layout sieht, liegen alle Masseverbindungen unten, keine mitten auf der Platine.
      Lötet man in ein Weißblechgehäuse ein, kann man die direkt am Blech anlöten.

      Außen die grüne Umrandung ist Masse und Platinenmaß für den bestückbaren Bereich.
      Im zweiten Bild sieht man Kupferniete, sind die Durchkontaktierungen zur Massefläche.
      Dann sieht man den SMD-Transistor BFS20, der mit Absicht etwas verdreht ist.
      Das funktioniert bei SOT23 ganz gut, um so die Lötaugen bei Punktraster 1/10 Zoll zu treffen.

      Im dritte Bild sieht man die soweit fertig bestückte Platine.
      Größtenteils nahm ich Bauteile 0805, oben die Widerstände hatte ich nur als 1206 vorrätig.
      Eine kleine Panne passierte mir, ich vergaß die Verbindung zwischen Kollektor und C2.
      Die Ruhestromkontrolle sollte man machen, bevor man C1 und die Spule bestückt hat.
      Man kommt dann bei Bedarf viel leichter an R1, hat laut Simulation 33 kΩ.
      Bei mir war der Kollektorstrom mit 33 kΩ zu hoch, passte dann mit 39 kΩ.
      Ganz exakt muss der Strom nicht sein, sollte nach Warmlauf zwischen 13 und 15 mA liegen.
      Das Platinchen lötete ich teils mit SMD-Lot SN60PB40 und teils bleifrei.
      Bleifrei hat weniger Oberflächenspannung, Verbindungen zwischen Lötaugen gehen damit besser.

      Zuletzt wickelt man die Luftspule, 100 nH als Fertigbauteil SMD geht natürlich auch.
      Im letzten Bild sieht man den mini Ringkern-Rechner, prima Programm auch für Luftspulen.
      Ich nahm gut 10 cm handelsüblichen Kupferlackdraht mit Durchmesser 0,35 mm.
      Als Wickelkörper eignet sich ein Spiralbohrer 3 mm, 9 Windungen, Spulenlänge 7,5 mm.
      Wegen der Drahtdicke beträgt dann der mittlere Wickeldurchmesser der Spule 3,35 mm.
      Das beachten, wenn man andere Drahtdurchmesser nimmt, z.B. "Silberdraht" mit 0,5 mm.
      Eigentlich liegt das Optimum für L1 bei 108 nH, um beste Eingangsanpassung zu erhalten.

      Ganz zuletzt lötet man die Platine in ein Weißblechgehäuse ein, ich nahm einen Tuner.
      Man kann natürlich auch andere kleine Weißblechgehäuse nehmen, z.B. von Abzweigern.
      Da muss man dann vermutlich das Platinenlayout anpassen, damit es mit den Buchsen passt.
      Den rechten Teil der Schaltung rund um den Transistor sollte man möglichst so lassen.
      Problemlos verschieben lässt sich der Teil mit L1, C5 und C6, der HF-Eingang.
      Beim Elko kann man natürlich mehr Kapazität nehmen, wenn genug Platz ist.

      Bald kommt der nächste Teil, vermutlich die Simulationen.
      Simulationen und Messergebnisse decken sich prima, besser als erwartet.

      Andreas
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      Simulationen und Messergebnisse

      Die meisten Leser hier interessieren sich vermutlich für die Simulation mit LTSpice.
      Man kann damit schön den Arbeitspunkt DC simulieren, RFSim99 ist angenehmer bei HF.
      Großer Vorteil, man sieht damit sofort Fehlanpassungen inklusive Blindanteil.

      Betrachten wir zuerst die Messergebnisse.
      Als Generator nahm ich den Abgleichsender AS5F von Grundig, hat die hier gewünschten 75 Ω.
      Bei dem stellte ich den Ausgang so ein, daß am Verstärkereingang etwa -25 dBm anliegen.
      Am Verstärkerausgang ein AD8307, Beschaltung so, daß er direkt für 75 Ω taugt.
      Ist das Messmodul hier, jedoch am Eingang jetzt 80 Ω (zweimal 160 Ω parallel):
      box73.de/product_info.php?products_id=4824

      MHz2040608898108125
      dB11,911,611,210,710,610,49,5

      Der Verstärker ist auch für Band I VHF TV brauchbar, allerdings mit Eingangsfehlanpassung.

      Anbei der Schaltplan mit LTSpice und die dazugehörige Simulationsdatei.
      Das Modell zum BFS20 (Nexperia) muss man nicht extra laden, packte ich direkt in die Schaltung.
      Mit LTSpice ermittelte ich auch die maximal mögliche Ausgangsleistung, ab wann das Signal unsauber wird.
      Da ist genug Reserve, ein Pegel von 111 dBµV macht fast jeden HIFI-Tuner platt.
      Normalerweise rechnet man für guten Empfang 60 bis 80 dBµV an der Antennendose.

      RFSim99 kennt keine Betriebsspannung, ist für HF identisch mit Masse.
      Die kleinen Induktivitäten sind parasitär, z.B. Bauteilbeinchen und Durchkontaktierungen.
      Im ersten Diagramm die Verstärkung S21 und die Fehlanpassung S11 am Eingang.
      Auch die Ausgangsfehlanpassung S22 ist gut, könnte man mit einem kleineren Auskoppelkondensator verbessern.
      75 Ω Realteil ist praktisch perfekt getroffen, das bisschen positiver Blindanteil ist vernachlässigbar.

      Spaßeshalber simulierte ich auch mit BF199 statt BFS20 in der Schaltung, zeige ich hier nicht.
      War für mich als Test gedacht, ob der BFS20 als Ersatz für den BF199 taugt.
      Beide Transistoren verhalten sich recht ähnlich, jedoch gut 1 dB weniger Verstärkung mit BF199.
      Den BFS20 gibt es auch von Diotec, habe ich nicht vorrätig, hätte ich sonst auch ausprobiert.
      Ich bin soweit durch, werde demnächst die ZF-Verstärker mit BFS20 in Angriff nehmen.

      Andreas
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      Die LTspice Simulation für die Schaltung von Andreas ermittelt nicht nur den Arbeitspunkt, sondern z.B. auch:

      Eingangsimpedanz
      Ausgangsimpedanz
      S21 (Verstärkung)

      Hier noch ergänzt.
      Stimmt ganz gut mit den Ergebnissen von RFSim und den Messungen überein.



      LTspice zeigt bei der Eingangsimpedanz für den UKW-Bereich die Fehlanpassung, etwas zu niedrige Impedanz, 49 Ohm bei 80 MHz, 60 Ohm bei 105 MHz.
      Die Ausgangsimpedanz passt dagegen sehr gut: 76 Ohm bei 80 MHz, 73 Ohm bei 110 MHz.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Ja dann muss es übereinstimmen.

      Wenn LTspice auch noch ein Smith-Diagramm erzeugen könnte, wäre es perfekt. Aber HF-Jünger und NF-Jünger leben auf verschiedenen Planeten, könnte man meinen, und die eine Gruppe beharrt darauf, nicht Werkzeuge der anderen zu benutzen und umgekehrt. So wie Grad Fahrenheit in USA und Grad Celsius im Rest der Welt.

      Ist ja schon ein halbes Wunder, dass LTSpice überhaupt Streuparameter erzeugt. Nur ist der Datenexport ja bisher sehr Benutzer-unfreundlich.

      Gruß
      Reinhard
      Naja, HF-Jünger und NF-Jünger!

      Beide haben ihre Vor- und Nachteile, also Streuparameter und SPICE.
      Simulatoren wie RFSim99 sind gewöhnungsbedürftig, gerade bei Smith-Diagrammen.
      Manche NF-Leute mögen übrigens RFSim99, weil man damit auch schön NF-Filter simulieren kann.
      Ist mir schon mehrfach aufgefallen, LTspice spuckt schon mal ab UKW seltsame Ergebnisse aus.
      Sind die zu schön, glaube ich denen nicht, auch von mir experimentell nachgewiesen.

      Andreas
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      Reinhard, verändertest Du die Werte beim L-Glied?

      Bei Dir kommen für den Eingang seltsame Impedanzen heraus, z.B. 60 Ω für 105 MHz.
      Im ersten Bild das, was RFSim99 meint, Werte direkt ablesbar, 73,7 + j7,2 Ω, gute Anpassung.
      Spaßeshalber wählte ich für das zweite Diagramm L = 1nH und C = 1 pF, also keine Transformation.
      Da kommt dann für 80 MHz ein ähnlicher Wert wie bei Dir heraus, 50,6 - j31,6 Ω.
      Stutzig wurde ich, weil ich ja die Transformation für 88 bis 108 MHz entwarf.
      Mit RFSim99 kann man recht gut Transformationen berechnen, immer wieder in der Praxis bestätigt.

      Andreas
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      Hallo Andreas,
      Ich habe Deine .asc Datei verwendet, nichts verändert.

      Der Fehler ist, dass Du für RFSim eine andere Schaltung verwendest als für LTSpice. In RFSim hast Du Induktivität von 3 nH am Emitter, die in Deiner LTSpice Schaltung fehlt.

      Füge ich in LTSpice diese 3 nH nachträglich ein, zeigt auch LTSpice für 105 MHz als Eingangsimpedanz 71 Ohm.
      Das Problem bleibt aber grundsätzlich bestehen, auch in RFSim, nur dann am anderen Frequenzende, denn wenn Du auf 88 MHz gehst, gibt auch RFSim als Eingangsimpedanz nur 62,7 Ohm.



      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Dann scheint das wieder ein Indikator zu sein, daß man mit LTspice aufpassen muss!

      Schrieb ich zuvor, ist mir bei dem Simulator schon mehrfach ab UKW aufgefallen.
      Ernsthafte Fehler beim Erstellen von .s2p mittels LTspice habe ich noch nicht bemerkt.
      RFSim99 ist aber auch nicht mackenfrei.
      Das merkte ich letztens, stability circels waren noch eingeschaltet, als mir Schwingneigung angezeigt wurde.
      Lustigerweise war das ein rein passives Netzwerk mit Widerständen, da kann nichts schwingen!
      Vermutlich war da Division durch nahezu Null im Spiel, das Programm ist ja eigentlich für Win98.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Du hast nicht aufgepasst und die 3 nH am Emitter in LTSpice vergessen.

      RFSim gibt auch nur 62,7 Ohm Z_in für 88 MHz. Die Eingangsimpedanz über den ganzen UKW-Bereich näher an das 75 Ohm Soll zu bringen scheint mir hier schwierig.

      Letzter ergänzter Beitrag von mir--> Ergänzung hast Du vermutlich noch nicht gesehen gehabt.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Die Ergänzung sah ich jetzt erst!

      Ja, bei SPICE schluderte ich etwas, 3 nH als parasitäre Induktivität nicht eingetragen.
      Das deswegen, weil mich hauptsächlich der DC-Arbeitspunkt interessierte und tran.
      Eigentlich kann man die 3 nH bei 100 MHz meist noch vernachlässigen, 10 nH nicht mehr.
      Ist aber stark abhängig davon, wie niederohmig man den Emitter anschließt.

      Für die anderen Mitleser, der tatsächliche Aufbau von HF-Schaltungen ist nicht ganz ohne.
      Deswegen auch immer wieder meine Anmerkungen zur Masse auf üblicher Punktrasterplatine.
      Nimmt man THT-Widerstände, ist deren parasitäre Induktivität manchmal ganz nützlich.
      Nicht so, wenn man sie zwischen Emitter und GND verwendet, Ärger vorprogrammiert.

      Momentan bin ich beim Projekt ZF-Verstärker mit BFS20.
      Da machte ich extra eine Simulation für konventionellen Aufbau bedrahtet, THT, auf Punktraster.
      Das geht, Wellenlänge bei 10,7 MHz ist ungefähr 30 Meter.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      dl2jas schrieb:

      Ja, bei SPICE schluderte ich etwas, 3 nH als parasitäre Induktivität nicht eingetragen.


      Dann darfst Du aber nicht LTspice für ein aus diesem Grund anderes Ergebnis verantwortlich machen. Du bist damit oft etwas zu schnell bei der Hand.
      Die parasitäre Induktivität von 3 nH am Emitter macht einen sehr deutlichen Unterschied!

      Gruß
      Reinhard

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