Grundig MXV 100 Vorstufe
-
-
Ja, ich kenne den Text, kann ihn aber nicht bestätigen ... bei mir klingt das Dingelchen einwandfrei. Ich kann nicht sagen, woran das liegt, dass der Autor dort solche Probleme hatte oder hat. Ich habe, wie oben geschrieben, die durchaus kritischen kleinen Elkos im Signal alle gegen Wima Folienkondensatoren getauscht. Insbesondere die 0,47 uF waren platt (sprich: deutlich reduzierte Kapazität, hoher ESR).
Von der Schaltung her sehe ich nichts, was im Vergleich zu anderen Vorstufen von Grundig fundamental anders ist. Sicher, DC-gekoppelte Vorstufen mit symmetrischer Spannungsversorgung sind im Vorteil, aber Aussagen wie "klingt nicht" finde ich jetzt etwas gewagt, und nicht zutreffend. An der Schaltung und der Bauteileauswahl liegt es nicht. Die Platine hat ihre Tücken, aber einen so starken Einfluss hat sie m.E. auch nicht. Das bleibt also etwas mysteriös ...
Michael -
-
Stefan, das ist hier vielleicht wirklich eine spezielle Situation ... als ich mein Exemplar erst einmal "nur" zum Laufen gebracht hatte, war ich vom Klang auch enttäuscht. Etwas "muffig", und wenig detailreich, das war klar erkennbar. Das war aber BEVOR ich nachgelötet habe und alle schlechten Elkos getauscht habe. Dass das hier (wegen der Wärmeentwicklung) nötig ist, hatte Reinhard oben ja gleich geschrieben (und wir sind beide keine Vertreter der Elko-Kneippkuren ...).
Wie schon geschrieben, sind seltsamerweise die LL-Typen mit 0,47 uF stark geschädigt, und von denen liegen so einige im Signal. Dazu noch ein paar andere, und ein defekter Tantalelko. So rund 30 habe ich getauscht, und die waren ALLE angeschlagen. Alles bis 2,2 uF wurde durch kleine Folienkondensatoren ersetzt (Wima oder vergleichbar), sonstige Elkos durch Panasonic oder NC.
Danach war der Klang wirklich ein anderer, und nicht nur ein wenig. Vor allem der Schleier von vorher ist weg, man hört viel mehr Details. Ich vermute einfach mal, dass das Exemplar im Radiomuseum auch "abgenudelt" war, oder sonst irgendwelche Fehler enthält. Bei diesem Alter muss man doch mit einer Revision rechnen ...
Was mir sonst noch sehr positiv aufgefallen ist: Obwohl es ja die Mini-Serie ist, und es innen eng zugeht, haben die Entwickler Alps-Potis einer größeren Bauform als sonst eingebaut. Und das hat den angenehmen Effekt, dass die noch komplett in Ordnung sind, oder allenfalls etwas Sprühöl 88 benötigen, sonst nichts ... diese Potis sind ja sonst schon mal ein Schwachpunkt, hier nicht.
Besten Gruss,
Michael -
Neu
So, inzwischen ist die kleine Adapterplatine für das Relais gekommen, die Christian freundlicherweise erstellt und bestellt hatte. Ich gehe davon aus, dass er dazu noch etwas schreibt. Es ist eine Version mit einem kleineren Relais, das aber vergoldete Kontakte hat (und bis 2 A zugelassen ist). Kleiner Nachteil: Viele von diesen Relais haben hochsensitive Spulen, und funktionieren nur bei korrekter Polung der Schaltspannung. Hier passte es zum Glück, aber das muss man ggf. prüfen, die alten Relais laufen mit beiden Polungen.
Jetzt passt alles, und die MXV 100 tut wieder alles, wie sie soll. Das alte Relais hatte wirklich mehrere Kontaktprobleme, war teilweise hochohmig. Es ist leider dafür bekannt, und eine Reinigung ist schwierig und hält nicht lange vor. Ein Tausch ist also die bessere Lösung.
Besten Gruss,
Michael -
Neu
Die Polarisation des Relais hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm, schön, dass es trotzdem geklappt hat. Dem Nachnutzer bleibt leider nicht erspart, die korrekte Polung selbst zu prüfen.
Wenn in der Schaltung die Polarität der des Bildes entspricht, sollte es funktionieren. Wenn nicht, hilft nur, selbst eine passende Platine zu schnitzen.
Anbei sind noch die Gerberdateien für die winzige Platine. So wie die Zip-Datei vorliegt, kann sie für die Bestellung bei JLC genutzt werden.
Michael hat ein Relais von Takamisawa, Bezeichnung NA 24W K genutzt. Andere dürften auch passen.
Viele Grüße,
Christian**************************************************
2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
-
Benutzer online 2
2 Besucher